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Ex-Prostituierte verstrickt sich in Widersprüche

Neuruppin Ex-Prostituierte verstrickt sich in Widersprüche

Der Noch-Ehemann einer Frau, die ihren Ex-Freier, einen Polizisten, wegen Bestechlichkeit belastet, zeichnete vor dem Amtsgericht ein wenig schmeichelhaftes Bild seiner Ehefrau. Sie habe immer unter Drogen und Alkohol gestanden. Er wusste, dass unter ihren Kunden ein Polizist war. Sie habe sich damit gebrüstet.

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Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Für die 33-Jährige war es eine Geschäftsbeziehung, für ihren Kunden, einen 58-jähriger Polizeibeamten, offensichtlich mehr.

Nun muss sich der Mann wegen Bestechlichkeit vor dem Neuruppiner Amtsgericht verantworten. Er soll der Frau in der Zeit von Januar 2011 bis April 2013 seine Hilfe als Polizist angeboten haben im Gegenzug für sexuelle Dienste, die er laut Anklage mindestens 45 Mal in Anspruch genommen haben soll. Die Frau ist mittlerweile wegen Bestechung rechtskräftig verurteilt. Wie die zweifache Mutter schätzte, schuldet ihr der Angeklagte zwischen 500 und 600 Euro. „Er gehörte zu den Kunden, denen ich so vertraute, dass ich keine Vorkasse verlangte. Ich glaube, dass er das ein bisschen ausnutzte“, sagte sie am Dienstag.

Frau verstrickt sich in Widersprüche

Dass er weniger oder gar nichts bezahlte als vereinbart, hätte etwa nach einem halben Jahr begonnen. Er habe sie dann vertröstet. In ihrer polizeilichen Vernehmung hatte sie nur davon gesprochen, dass er weniger zahlte, nicht aber überhaupt nichts. Diesen Widersprüchen ging die Verteidigung nach. Sie wollte wissen, was sie damals unter polizeilichem Schutz verstanden hätte. An ihre Antwort konnte sich die Zeugin nun nicht mehr erinnern.

Die Verteidigerin half ihr auf die Sprünge und hielt ihr ihre damalige Aussage vor. Demnach hätte sie laut ihrer Aussage nur das Gefühl gehabt, er hätte sie vor Kontrollen gewarnt, hätte ihr im Notfall dienstliche Informationen übermittelt und sie hätte ihn anrufen können, wenn sie sich bei einem ihrer Kunden nicht sicher fühlte. „Ich hatte nicht nur das Gefühl. Warum ich das so gesagt habe, weiß ich nicht“, widersprach sie. So soll sie der 58-Jährige einmal vor einer Kontrolle des Ordnungsamtes gewarnt haben.Das gesagt zu haben, erinnerte sie sich nicht mehr. Nur die Kontrolle war ihr noch vor Augen. Die soll allerdings nach Recherchen der Verteidigung nicht statt gefunden haben. „Sie hat mehrmals nachweislich im Ermittlungsverfahren gelogen“, hatte die Verteidigerin bereits am ersten Verhandlungstag gesagt.

Mit ihren Freiern gebrüstet

Wenig schmeichelhaftes hatte ihr Noch-Ehemann über sie zu berichten. Er hatte die damals verheiratete Frau 2012 kennen gelernt und beschrieb sie als „immer unter Drogen und Alkohol“ stehend. Betrunken habe sie ihn angezeigt wegen Vergewaltigung, wieder nüchtern habe sie die Anzeige zurück gezogen. Sie habe nie einen Hehl daraus gemacht, Freier zu haben, sich auch damit gebrüstet, dass ein Polizist darunter sei, von dem sie Infos bekomme. Aber „sie hat sich viel gebrüstet, was nicht immer stimmte“, so der 47-Jährige. Für die Verhandlung sind noch fünf Termine anberaumt.

Von Dagmar Simons

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