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Experten untersuchen Gift unter Neuruppin

Krebsauslöser im Grundwasser? Experten untersuchen Gift unter Neuruppin

Die Kreisverwaltung in Neuruppin lässt das giftbelastete Grundwasser unter der Neuruppiner Altstadt endlich genauer untersuchen. Seit den 90er Jahren ist bekannt, dass das Wasser dort mit gefährlichen Stoffen belastet ist, vor allem mit Tetrachlor­ethen, das im Verdacht steht, Krebs auslösen zu können. Unklar ist bis heute, wie weit sich das Gift ausbreitet.

Neuruppin, Friedrich-Ebert-Straße 9 52.9249753 12.8069428
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Ein unscheinbares blaues Rohr neben der Neuruppiner Friedrich-Engels-Straße ermöglicht regelmäßige Proben aus dem Grundwasser.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Noch immer gibt das Gift im Grundwasser unter der Neuruppiner Altstadt den Experte Rätsel auf. Jetzt will die Kreisverwaltung endlich Klarheit schaffen.

Dass das Wasser im Bereich zwischen der Friedrich-Ebert-Straße und der Schinkelstraße mit giftigen Substanzen belastet ist, wussten die Behörden bereits seit den 90er Jahren. Lange wurde darüber geschwiegen. Akut wurde das Thema erst wieder, als die Stadtwerke vor vier Jahren den Ausbau der Friedrich-Engels-Straße planten und dafür auch das Wasser untersuchen ließen.

Das Gift stammt wohl aus einem volkseigenen Betrieb

Die Straße befindet sich ganz in der Nähe des Ortes, von dem die Verseuchung ausging. Ursprungsort dürfte das Firmengelände des einstigen volkseigenen Betriebs Ratiotechnik sein. Der VEB hat auf einem Hof in Höhe des heutigen Karl-Kurzbach-Platzes zu DDR-Zeiten Kühlanlagen gewartet. Mit den giftigen Substanzen, die dabei im Einsatz waren, nahmen es die Mitarbeiter nicht so genau.

Im Grundwasser unter dem Firmengelände und den benachbarten Grundstücken finden sich bis heute sogenannte LHKW – leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe. Insbesondere handelt es sich um Tetrachlorethen, das unter anderem zum Reinigen von Metall verwendet wurde. Tetrachlorethen gilt als gesundheitsschädlich und steht im Verdacht, krebserregend zu sein.

In den 1990er Jahren hatten die Behörden akzeptiert, dass der Boden des am stärksten belasteten Grundstücks mit Betonplatten ausgelegt wird. Die sollten die Anwohnern vor dem Gift schützen. Doch nach wie vor weiß die Untere Wasserbehörde der Kreisverwaltung nicht, wie weit sich die gefährlichen Stoffe schon ausgebreitet haben.

Kreis ließ 2014 die Luft in Wohnungen untersuchen

2014 hatte die Kreisverwaltung die Luft in mehreren Häusern untersuchen lassen, um festzustellen, ob die giftigen Substanzen aus dem Wasser ausdünsten und sich in den Wohnungen ausbreiten. Nach den Tests konnten die Experten Entwarnung geben. „Die Ergebnisse zeigen, dass die Schadstoffbelastungen im Grundwasser keine Auswirkungen auf das Schutzgut menschliche Gesundheit haben“, so Kathleen Bartsch von der Unteren Wasserbehörde in Neuruppin. Heißt: In den Wohnungen war kein Gift in bedenklichen Mengen zu finden.

Schon vor Jahren hatte der Landkreis verboten, dass rund um das Firmenareal Grundwasser bei Bauarbeiten abgepumpt wird. So sollte verhindert werden, dass das Grundwasser unnötig bewegt und das Gift dabei weiter verteilt wird.

Noch ist unklar, ob das Grundwasser teuer saniert werden muss

Um mehr über die genaue Ausbreitung zu wissen, wären aber weitere Untersuchungen nötig. Wegen der Bauarbeiten in der Friedrich-Engels-Straße mussten die jedoch „zwischenzeitlich zurückgestellt werden“, heißt es von der Kreisverwaltung. Nachdem der Straßenbau in diesem Bereich inzwischen beendet ist, plant der Landkreis neue Analysen. Die Wasserbehörde geht davon aus, „noch in diesem Jahr Aussagen über die Eingrenzung der Schadstofffahne im Grundwasser“ treffen zu können. Dann soll auch endlich klar sein, ob das Grundwasser aufwendig saniert wird.

Falls ja, müssten das wohl die heutigen Grundstückseigentümer bezahlen; den Verursacher gibt es schon seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Eine Sanierung des Wassers könnte Zehntausende Euro kosten.

Von Reyk Grunow

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