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Ostprignitz-Ruppin Extrem warmes Frühjahr in der Region
Lokales Ostprignitz-Ruppin Extrem warmes Frühjahr in der Region
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11:36 13.06.2018
Die Sonnenschirme wurden außergewöhnlich früh aufgespannt. Quelle: dpa
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Neuruppin

Das Frühjahr hatte im Ruppiner Land ein Wetter zu bieten, das nahezu sprachlos machte. Trotz der schon recht langen Messreihen konnten im April und Mai gleich 18 Temperaturrekorde verzeichnet werden. Neben vielen anderen sonnigen Tagen glänzten zudem 14 Tage des Frühlings mit Rekordsonnenschein. Besonders im Mai war unsere Region wieder einmal von der sich langsam etablierenden Frühjahrstrockenheit betroffen. Hier einige Beispiele. Im April 2009 und 2010 fielen verbreitet nicht einmal zehn Liter je Quadratmeter. Der März war mit Mengen von 9 bis 20 Litern durchgängig von 2011 bis 2014 zu trocken. Auch nur um die 20 Liter gab es in den meisten Orten der Region im gesamten Mai 2015.

Niederschläge verpufften im Mai regelrecht

Im diesjährigen Mai verpuffte die Energie der Niederschlagsgebiete hierzulande beinahe vollends. Hatte man Pech, gab es nur einen Liter den gesamten Monat über, glücklich konnte man sein, wenn es 15 Liter wurden. Da wirkten die abendlichen Bilder von Überschwemmungen in Deutschland wie von einem anderen Kontinent. Erst Anfang Juni kam es verbreitet zu einer Entspannung in Sachen Trockenheit. Doch der Juni gehört in der Meteorologie schon wieder zum Sommer.

Vor allem für die Landwirtschaft war es deutlich zu trocken. Quelle: ZB

Klärchen übertrieb es im vergangenen Frühling gewaltig. Von Neuruppin über Kyritz bis nach Wittstock gab es in den Monaten März, April und Mai insgesamt rund 750 Stunden Sonnenschein, lediglich 500 wären normal gewesen. Allein etwa 355 Sonnenstunden gab es im Mai. Der fast 30 Jahre alte, für nicht mehr verbesserbar gehaltene Rekord aus dem Mai des Jahres 1989 wurde noch einmal um 20 Stunden überboten. An dieser Stelle die durchweg positive Bilanz des Sonnenscheins in Zahlen: März plus 26 Stunden, April plus 90 Stunden und Mai plus 130 Stunden.

Temperaturspanne diesmal besonders groß

Die Temperaturschwankungen sind in einer Übergangsjahreszeit wie dem Frühling naturgemäß recht groß. In diesem Jahr war der Unterschied jedoch sehr markant. Kältester Tag des Frühlings war überall der 2. März. Bis auf minus 14,8 und minus 14,2 Grad sank die Temperatur in Wittstock und Kyritz. „Nur“ minus 12,2 Grad waren es in Neuruppin. Wärmster Tag des Frühlings war der 30. Mai. Spitzenreiter in Sachen Hitze war Kyritz mit 32,2 Grad, gefolgt von Wittstock und Neuruppin mit 31,5 und 30 Grad. Es geht aber noch extremer wie die Statistik uns zeigt. Während sich die Region bei der Maximumtemperatur schon im Rekordbereich bewegte, war in Sachen Kälte noch etwas „Luft nach unten“. Zur Erinnerung: Am 8. März 1965 zeigten die Thermometer vielerorts kaum zu glaubenden minus 20 Grad an.

Das diesjährige Frühjahr war natürlich viel zu warm. Auch der zu kalte März konnte daran nichts ändern. Der Mai und April waren im Ruppiner Land und Deutschlandweit so warm wie noch nie seit 1881. Damit trat ein ausgesprochen seltenes Ereignis ein, nämlich zwei Monate in Folge mit einem absoluten Rekordwert. Eine Folge des Klimawandels? Der März lag um durchschnittlich 1,8 Grad unter dem Normalwert, während April und Mai um 4,5 bis 5 Grad zu warm waren. Alles summierte sich zu einer Durchschnittstemperatur des Frühlings von etwas über 10 Grad, normal wären hierzulande 7,8 Grad gewesen.

An einigen Tagen gab es sogar hitzefrei. Quelle: dpa

Der Frühling war zu trocken. Im Dreieck Neuruppin, Kyritz, Wittstock gab es beispielsweise im Mai nur 4 Tage mit messbaren Niederschlag. Da es jedoch im März und April noch ausreichende Niederschläge gegeben hatte fällt die Bilanz des Frühjahrs in Sachen Regen nicht ganz so negativ aus. In nackten Zahlen ausgedrückt brachte der Frühling den Fontanestädtern 68 Prozent, den Kyritzern 87 Prozent und den Wittstockern 91 Prozent vom Normalen.

Was erwartet uns im Sommer? Die drei Sommermonate hatten in den vergangenen Jahrzehnten einiges zu bieten. Überflutungen prägten das Landschaftsbild als am 12. Juni 1993 als innerhalb eines Tages gebietsweise mehr als 80 Liter pro Quadratmeter fielen. Dürre dagegen im Juli 1983, mit oftmals nur einem Liter pro Quadratmeter den ganzen Monat über. Im Juli 1962 blitze und donnerte es an jedem zweiten Tag. Am 10. Juli 1959 schwitze man bei über 37 Grad im Schatten, während es am 22. August 1973 in ungünstigen Lagen schon wieder gefährlich nahe Richtung Gefrierpunkt ging.

Thomas Hinz ist Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst.

Von Thomas Hinz

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