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Fabrikhallen werden Wohnungen

Wittstock Fabrikhallen werden Wohnungen

Der Wandel ist fast vollzogen: Die alte Tuchfabrik Am Rosenwinkel in Wittstock wird schon bald ein gemütliches Heim für die neuen Mieter sein. Die Besichtigungen laufen. Interessenten gibt es genügend.

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Von außen kommt das alte Fabrikgebäude weiterhin traditionell daher, doch innen wurde alles komplett neu konzipiert.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Vorfreude herrschte am Mittwoch bei Friedrich und Renate Seeger: „Die Wohnung ist wirklich schön geschnitten und vor allem barrierefrei“, sagt Friedrich Seeger. Der ehemalige Wittstocker Spielzeughändler zog vor 15 Jahren nach Hamburg – und kehrt demnächst in die Dossestadt zurück. Er wird gemeinsam mit seiner Frau eine 64 Quadratmeter große Zweiraumwohnung in der ehemaligen Tuchfabrik Am Rosenwinkel beziehen, einem Sanierungsobjekt mit Vorzeigecharakter.

Das künftige Heim der Seegers ist noch längst nicht fertig. Aber an anderen Wohnungen in dem ehemaligen Fabrikgebäude, deren Ausbaustand schon weiter fortgeschritten ist, lässt sich die moderne Ausstattung bereits gut erkennen. Helle Räume, ansprechend gestaltete Bäder. Außerdem gibt es eine Hypocaustenheizung, die die Wärme von der Wand strahlen lässt. Sie funktioniert bereits. Mit einer Messeinrichtung, die Daten an eine zentrale Erfassungsstelle weiterleitet, könne überprüft werden, wie effizient die eingesetzten Dämmsteine tatsächlich sind, sagt Hans-Jörg Löther, Geschäftsführer der Wittstocker Gebäude- und Wohnungsverwaltung (GWV).

Großes Sanierungsobjekt auf der Zielgeraden

Damit biegt ein großes Sanierungsprojekt der GWV auf die Zielgerade ein – nicht ohne Stolpersteine überwunden zu haben. Denn die Sanierung dauerte länger als geplant. „Der Bauablauf verzögerte sich um etwa ein dreiviertel Jahr“, sagt Hans-Jörg Löther. Das alte Gebäude habe so manche Überraschung bereitgehalten. Die Substanz des Mauerwerks und Mörtels sei teils schlecht gewesen. Ziegel hätten ausgetauscht werden müssen, und sogar Hilfskonstruktionen seien zum Einsatz gekommen. Andererseits seien die Art der Dacheindeckung und die Bauweise der Balkone einfacher als geplant umgesetzt worden, um Geld zu sparen.

Bau wurde teurer und dauerte länger als geplant

Dennoch: Die ursprünglich anvisierten 4,3 Millionen Euro, die etwa zur Hälfte von Bund und Land getragen worden seien, hätten nicht ausgereicht. Die Kostensteigerung schätzt Hans-Jörg Löther aber als moderat ein, zumal das Land die Hälfte dieser Mehrkosten getragen habe.

Neben den Seegers führt Wohnungsverwalterin Stefanie Kuphal dieser Tage Am Rosenwinkel auch andere Miet-Interessenten durch ihre künftigen vier Wände. Oft seien es ältere Menschen, die vom Land in die Stadt zögen – der kurzen Wege wegen, sagt sie. Zwar seien bisher erst elf der insgesamt 21 Wohnungen sicher vergeben, aber wer jetzt noch kurzfristig dorthin umziehen möchte, dem macht Stefanie Kuphal trotzdem wenig Hoffnung: „Es gibt genügend Nachrücker auf der Warteliste.“

Innenstadt bleibt im Fokus

Laut Geschäftsführer Löther habe die GWV in den vergangenen zehn Jahren rund 100 Wohnungen in der Innenstadt zugekauft und saniert. Der Schwerpunkt der Aktivitäten werde auch weiterhin auf der Innenstadt liegen, auch wenn dort die Baurisiken hoch seien und es immer schwieriger werde, kostendeckende Mieten einzunehmen. Die Nachfrage aber sei vorhanden. Und so stünden die nächsten Projekte bereits auf der Liste. Neben dem alten Postamt, das zum Polizeirevier umgebaut werden soll, sind das Am Rosenwinkel 15, die Werderstraße 23 und 24 und die Heiligegeiststraße 14-16.

Von Björn Wagener

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