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Ostprignitz-Ruppin Gutachter überzeugt: Vanessa könnte noch leben
Lokales Ostprignitz-Ruppin Gutachter überzeugt: Vanessa könnte noch leben
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00:34 19.03.2018
Kreuz zum Gedenken an Vanessa Fitz aus Dossow, die am 18.9. 2016 am Abzweig Goldbeck tödlich verunglückte. Quelle: Björn Wagener
Wittstock

Vanessa könnte noch leben. Denn der Unfall, der die damals 17-jährige Schülerin am 18. September 2016 auf der Kreisstraße zwischen Dossow und Wittstock das Leben kostete, wäre vermeidbar gewesen. Zu diesem Ergebnis kam der Sachverständige, der am Freitag vor dem Neuruppiner Amtsgericht gehört wurde. Dort muss sich der 27-jährige Stephan F. wegen fahrlässiger Tötung verantworten.

Sie kam nie zu Hause an

Er war an diesem Septemberabend für seinen Chef, einen Wittstocker Gastronom, unterwegs, um Ware nach Dossow auszuliefern. Bei der Rückfahrt in Höhe der Einmündung Goldbeck kollidierte er mit Vanessa F., die auf ihrem Moped-Simson auf dem Nachhauseweg war.

Vanessa war sofort tot

Das Mädchen hatte keine Chance. Es war sofort tot. Das Moped war in seine Einzelteile zerlegt, das Auto schrottreif. Auf dem Armaturenbrett befand sich ein Handschuh des Mädchens. Beim Zusammenprall war es mit seinem rechten Arm durch die Frontscheibe gestoßen, der dadurch abgetrennt wurde.

Angeklagter wollte Unfall vermeiden

Der Angeklagte hatte am ersten Verhandlungstag den Unfallhergang folgendermaßen geschildert: Demnach sei ihm die Mopedfahrerin auf seiner Fahrbahn entgegen gekommen, wohl, um einem Wild auszuweichen. Er habe versucht, den Unfall zu vermeiden. Das hatte er gleich nach dem Unfall auch den Polizeibeamten vor Ort gesagt.

„Ich hatte große Zweifel an der Unfallschilderung des Fahrers“, sagte am Freitag ein Beamter. Die hatte auch der damalige Dienstgruppenleiter. Deshalb beantragte er die Hinzuziehung eines Sachverständigen. Dieser bestätigte die Zweifel der Polizisten. Er war gegen 22 Uhr noch am selben Tag an der Unfallstelle und hatte den Unfall vor Ort untersucht.

Gedenkfeier für Vanessa Fitz aus Dossow an der Unfallstelle. Quelle: Björn Wagener

Nach seinen Erkenntnissen muss Stephan F. mit einer Geschwindigkeit von mindestens 96 und höchstens 109 Kilometern unterwegs, als er mit Vanessa zusammenstieß – 80 Stundenkilometer waren erlaubt.

Es gab keine technischen Mängel, weder an dem Auto noch an dem Moped. Hinweise auf einen irgendwie gearteten Wildkontakt konnte der Gutachter ebenfalls nicht feststellen. Natürlich konnte er nichts dazu sagen, ob ein Tier, ohne mit einem der Fahrzeuge in Berührung gekommen zu sein, eine Rolle gespielt haben könnte.

Wie er sagte, ist er das Rapsfeld auf der linken Seite zweimal abgegangen, ohne dort Spuren zu entdecken, die ein Tier zeitnah dort hinterlassen hat. Auch die Polizeibeamten hatten keine Anhaltspunkte für einen Wildwechsel gefunden.

Der Sachverständige hielt die Aussage des Angeklagten, wie es zu dem Unfall gekommen sein soll, für nicht glaubhaft. Dass, was Stephan F. gesehen haben will, hätte er wegen der Lichtverhältnisse und der Entfernung gar nicht erkennen können.

Gutachter hält Unaufmerksamkeit für möglichste Unfallursache

Der Sachverständige hielt es für die wahrscheinlichste Annahme, dass der Angeklagte unaufmerksam war, auf die linke Fahrbahn abkam und die ihm entgegenkommende Mopedfahrerin zu spät bemerkte. Dann habe er noch versucht, nach rechts zu lenken. „Einen Rettungsversuch“ nannte es der Gutachter.

In Betracht käme aus seiner Sicht noch, dass Stephan F. absichtlich wegen der hohen Geschwindigkeit die Kurve geschnitten und so den Unfall verursacht hat. Aber, wie er sagte, hielt er die erste Möglichkeit für die, die am ersten in Betracht kommt. Fest steht: „Die Straße ist breit genug, dass beide auf ihrer Fahrspur hätten aneinander vorbei fahren können.“

Angeklagter bisher ein unbeschriebenes Blatt

Der Angeklagte ist bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten. Lediglich das Verkehrsregister weist drei Eintragungen auf. Am kommenden Verhandlungstag soll er zu seinen persönlichen Verhältnissen gehört werden. Am 21. März soll voraussichtlich ein Urteil gesprochen werden.

Von Dagmar Simons

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