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Fahrräder für Groß Pankower Kinder

Ein Schulförderverein macht mobil Fahrräder für Groß Pankower Kinder

Der Förderverein der Grundschule „Juri Gagarin“ in Groß Pankow hat tief in den Geldbeutel gegriffen, um einen ganzen Klassensatz von Fahrrädern anzuschaffen. Die Kinder können nun ohne weitere Kosten ausgedehnte Exkursionen in der ganzen Region unternehmen, in der es viele Geheimnisse zu entdecken gilt.

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Auf knallgrünen Fahrrädern sind die Groß Pankower Grundschüler nun unterwegs: Einen ganzen Klassensatz hat der Förderverein gestiftet.

Quelle: Claudia Bihler

Groß Pankow. An manchen Stellen müssen die Kinder ordentlich in die Pedale treten, doch der Abstand zwischen den einzelnen Fahrrädern verringert sich kaum: Schließlich haben die Kinder gelernt, wie sie möglichst sicher als Gruppe auf der Straße mit ihren laubfrosch-grünen Rädern unterwegs sind. Sie alle haben bereits ihren Fahrradführerschein in der Tasche. Voraussetzung dafür, dass sie die Räder der Fahrradflotte nutzen können, die der Förderverein der Groß Pankower Grundschule „Juri Gagarin“ der Schule spendiert hat.

Sicherheit geht vor

Sicherheit geht vor: Alle Kinder fahren natürlich mit Helm.

Quelle: Claudia Bihler

An diesem Tag steht für die Kinder der Grundschule in Groß Pankow ein Ausflug in die drei „Hörnerdörfer“ auf dem Programm: In Bullendorf ist der erste Stopp, weiter geht’s nach Kuhsdorf und Kuhbier, bevor die Klassenfahrt wieder in Groß Pankow an der Schule endet. „Eigentlich sollten wir heute ein Begleitfahrzeug haben“, sagt der Lehrer, „aber die Muter konnte nicht. Dann können wir zur Not auch mal alleine fahren, mit einem zweiten Betreuer am Ende der Kolonne.“

In Bullendorf bleiben die Kinder staunend vor einer riesigen Mauer stehen. Aus riesigen Feldsteinen wurde die gebaut, sorgfältig gespalten und gestapelt. Fachlehrer Ronald Demgenski: „Könnt ihr sehen, welche Stücke aus einem Stein gehauen wurden?“ Einer der Steine, er weist eine rote Färbung auf, kann den Kindern noch mehr aus der Vergangenheit berichten: Er muss ein regelrechter Riese gewesen sein, so hoch wie sein Anteil an der Mauer ist, und er weist ein deutliches Bohrloch auf, das die Kids gleich finden: „Hier wurde er gespalten.“

Klassenfahrt auf dem Rad, Kosten null Euro – der Schulförderverein der Grundschule Groß Pankow machte es möglich

Klassenfahrt auf dem Rad, Kosten null Euro – der Schulförderverein der Grundschule Groß Pankow machte es möglich.

Quelle: Claudia Bihler

Auch der benachbarte Wald birgt Geheimnisse: „In der Bronzezeit wurden hier zahlreiche Hügelgräber angelegt, die sind allerdings nicht so bekannt, wie das in Seddin“, erklärt der Lehrer und muss nicht lange warten, bis er allein da steht, weil die Kinder im Wald nach den Gräbern forschen.

Auf Entdeckungsreise an alten Gemäuern

Auf Entdeckungsreise an alten Gemäuern. Fachlehrer Ronald Demgenski bringt den Kindern die Heimatgeschichte nahe.

Quelle: Claudia Bihler

Drei bis vier Exkursionen in die nahe Umgebung unternehmen die Kinder pro Schuljahr. Ziele waren bereits das Dorf Neudorf, der Waldlehrpark und der Badesee Groß Woltersdorf, die Firma Osters und Voss mit ihren Landwirtschaftsmaschinen oder auch das Königsgrab Seddin. Weitere Ausflüge sind geplant. Dank der großzügigen Spende des Fördervereins kann Demgenski auf die Genehmigungsanfragen für die Eltern immer „Kostenpunkt null Euro“ schreiben, was dazu führt, dass schmale Kassen in den Familien nicht belastet werden und Kinder an Ausflügen teilnehmen, die das sonst aus finanziellen Gründen nicht könnten.

Die Routenplanung haben die Kinder bereits zuvor in der Klasse gemacht, und so steht bereits fest, dass sie nach einem kurzen Stopp beim Pferd auf der angrenzenden Weide über einen Landwirtschaftsweg weiter nach Kuhsdorf fahren. Das Ziel ist die Kirche, die bereits als Wehrkirche 1318 gebaut wurde: Fast drei Meer dicke Wände hat sie, schätzen die Kinder, und ihr Lehrer berichtet aus der Zeit der Befreiungskriege, als Joachim Quitzow als einziger Kuhsdorfer die Kämpfe im Dorf überlebte, weil er Zuflucht auf dem Kirchturm gesucht und sich dort verschanzt hatte.

Spannender Sachkundeunterricht in der Kirche von Kuhsdorf

Spannender Sachkundeunterricht in der Kirche von Kuhsdorf.

Quelle: Claudia Bihler

Die Kirche bietet aber außer dieser Legende noch viele weitere Geheimnisse: Ein schielender Engel beispielsweise, den ein offensichtlich humorvoller Kirchenmaler hinterlassen hat, den großen Taufstein oder auch das gut verschließbare Wandkästchen, das früher eine wertvolle Bibel aus Ziegenleder barg. Oder auch die Risse in der dicken Mauer, die ein Tonnengewölbe verursacht hat, weil es den Turmvorbau durch sein pures Gewicht auseinandergedrückt hat und schließlich entfernt werden musste.

Für ein Fahrrad sind in der Schule immer drei Kinder aus unterschiedlichen Klassenstufen zuständig. Dabei müssen sie natürlich dafür sorgen, dass sie so gepflegt werden, dass der knackig-grüne Farbton immer schön leuchtet. Aber auch für kleine Wartungsarbeiten sind sie selbst verantwortlich: Ab der sechsten Klasse schließlich kümmern sich die Kinder unter Anleitung auch um die technische Sicherheit der Räder.

Die Routenplanung übernehmen die Kinder auch schon

Die Routenplanung übernehmen die Kinder auch schon.

Quelle: Claudia Bihler

Nicht nur die Klassen, sondern auch Ronald Demgenski bereitet sich in Archiven ausführlich auf seine Toren vor, so dass er aus einer riesigen Fülle von Geschichten schöpfen kann, die er mit den Kindern entdecken kann: Der Sachkundeunterricht findet so ganz praktisch direkt vor Ort statt. Auch nach jeder Tour wird ausgewertet: „Wir müssen die Planung überprüfen, zumal die Touren immer nur so lange dauern können, bis der Schulbus dann vor der Tür steht, den die Kinder ja brauchen.“

Zudem führt jedes Kind eine Art Exkursionstagebuch mit Erinnerungen und Fotografien, das es am Ende seiner Grundschulzeit dann mitnehmen kann. Überdies werden die Fotos von den Touren auf der Internetseite der Schule veröffentlicht, so dass die Eltern die Touren miterleben können. Demgenski: „In sieben Wochen hatten wir schon 700 Besuche auf der Seite, das ist kann sich doch wirklich schon sehen lassen.“

 

 

Von Claudia Bihler

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