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Fahrzeugdoktoren mit Erfahrung

Artur Schmidt und Günter Paul bringen alte Trecker wieder zum Laufen Fahrzeugdoktoren mit Erfahrung

Es gibt kein Problem, dass die beiden Tüftler Artur Schmid und Günter Paul nicht gelöst bekommen, haben sie doch jahrzehntelange Erfahrungen im Reparieren von Fahrzeugen aller Art. Wieviele Traktoren sie im Laufe der Zeit restauriert haben, wissen sie nicht mehr.

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Günter Paul (l.) und Artur Schmidt kennen sich seit Jahrzehnten und verbringen viel Zeit in der Werkstatt.

Quelle: André Reichel

Neustadt. Es ist schon spät geworden und der Tag neigt sich dem Ende entgegen. Doch dies ist für Artur Schmidt und Günter Paul längst kein Grund, den Schraubenschlüssel aus der Hand zu legen. Die beiden Neustädter arbeiten nicht selten bis in den Abend hinein an alten Traktoren, die wie sie selbst, schon ein wenig in die Jahre gekommen sind. Es gibt kein Problem, dass sie nicht gelöst bekommen, haben sie doch jahrzehntelange Erfahrungen im Reparieren von Fahrzeugen aller Art.

Die Teile besorgten sich die Bastler und Tüftler in der damaligen Zeit noch auf dem Schrottplatz. „Es ist kaum zu glauben, was damals an Teilen weggeworfen wurde. Das lag wohl daran, dass Privatleute zu DDR-Zeiten nicht viel mit Treckern anfangen konnten“ vermutet der 63-Jährige Günter Paul. In der heutigen Zeit muss niemand mehr im Schrott wühlen, um an Ersatzteile zu kommen, dafür muss man aber um so tiefer in die Geldbörse greifen, berichten die beiden Werkstattveteranen.
Artur Schmidts Treckerleidenschaft begann schon als Kind in seiner alten Heimat, einem kleinen Dorf im ehemaligen Westpreußen.

„Es gab nur vier Traktoren im Dorf. Oft schaute ich schon damals zu, wie die Maschinen repariert wurden und durfte auch öfters mal eine Runde mitfahren“, erinnerte sich der heute 73-Jährige. Nach der Schule kam für den Technikbegeisterten natürlich nur eine Ausbildung als Traktorenschlosser in Frage.

Seinen ersten eigenen Traktor kaufte er sich schließlich mit 27 Jahren. „Das war ein ,Güldner’ und wie ich Baujahr 1939. An dem Ding war eine ganze Menge zu reparieren, aber eine eigene Werkstatt hatte ich nicht“, sagt Artur Schmidt. Wie das Schicksal es so wollte, fragte er bei den Eltern seiner zukünftigen Frau, ob er sich dort auf dem Hof eine kleine Werkstatt einrichten darf. Aus dem Provisorium hinterm Haus wurde Ende der 1970er Jahren ein Wasch- und Pflegedienst für Autos, mit dem sich Artur Schmidt und seine Frau Winni selbstständig machten. Zeit für sein liebstes Hobby fand der Traktorenfreund trotzdem immer. Wieviele Traktoren er im Laufe der Zeit restauriert hat, weiß er nicht mehr: „ ein gutes Dutzend waren es ganz bestimmt. Und dass sie hinterher wieder wie neu aussehen, darauf kam es mir nie an. Man sollte den betagten Fahrzeugen ihr Alter ruhig ansehen dürfen“.

Um Platz für neue Projekte zu schaffen, wurden die Trecker kurzer Hand weiter verkauft. Aktuell stehen bei Artur Schmidt ein „RS 0430“, ein Traktor aus DDR-Produktion und wiederum ein „Güldner“ in der Garage. „An denen ist aber inzwischen alles gemacht . Vielleicht findet sich ja noch ein Lanz Bulldog zum Aufmöbeln“, sagt Artur Schmidt. Außerdem ist da doch noch der alte Mercedes, Baujahr 1959. An dem bauen beide bereits seit sieben Jahren. Bald schon kann es mit dem mittlerweile schmucken Wagen auf die Piste gehen.

Von André Reichel

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