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Fallschirmspringerin verletzt sich schwer

Unfall bei Fehrbellin Fallschirmspringerin verletzt sich schwer

In der Nähe des Fehrbelliner Flugplatzes ist am Sonnabend eine 46 Jahre alte Fallschirmspringerin verunglückt. In etwa 1000 Metern Höhe hatte sie die Kontrolle über ihren Schirm verloren. Die Frau wurde bei dem Unfall schwer verletzt, ihr Zustand ist stabil. Doch von Absturz möchte der Geschäftsführer der Fehrbelliner Fallschirmschule nichts wissen.

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Am Sonntag ging der Betrieb in Fehrbellin weiter

Quelle: Reyk Grunow

Fehrbellin. Eine 46 Jahre alte Fallschirmspringerin ist am Sonnabend in der Nähe des Fehrbelliner Flugplatzes verunglückt. Sie hat sich bei einer sehr harten Landung auf einem Acker zwischen Fehrbellin und Brunne schwer verletzt, wenn auch nicht lebensbedrohlich.

Die erfahrene und lizenzierte Springerin war zusammen mit anderen an dem sonnigen Nachmittag kurz vor 16 Uhr im Flugzeug auf etwa 4000 Meter Höhe gestartet und wie üblich von dort aus gesprungen. Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen davon aus, dass sich ihr Fallschirm verfing, als sie in etwa 1000 Metern Höhe war. Normalerweise würde ein Springer den Hauptschirm dann lösen und den zweiten, den Reserveschirm ziehen.

Laut Polizeibericht war das der Springerin am Sonnabend aber nicht gelungen. Der Reserveschirm habe sich deshalb im Hauptfallschirm verfangen. In ersten Meldungen war am Wochenende die Rede davon, dass die junge Frau aus 400 bis 600 Metern Höhe nahezu ungebremste auf den Boden getroffen sei.

Harte Landung, ja, aber nicht „ungebremst“

Jürgen Mühling, der Geschäftsführer der Fehrbelliner Fallschirmschule Take Off, hat den Unfall die gesamte Zeit über mit angesehen und etwas anders erlebt. „Das war eine sehr harte Landung“, sagt er. Doch von „ungebremst“ könne überhaupt keine Rede sein. Auch die Verletzungen seien nicht so schwer, wie es manche Medien am Wochenende meldeten.

Vom Boden aus hatte Mühling am Sonnabend beobachtet, wie das Flugzeug aufstieg, wie die Springer in großer Höhe ausstiegen und wie sich die Schirme öffneten. Solche Beobachtungen sind üblich – schon um schnell reagieren zu können, falls bei einem Sprung doch unerwartet etwas nicht klappt, wie es soll.

„Der Hauptschirm hat sich normal geöffnet“, sagt Jürgen Mühling. Doch dann sei die 46-Jährige ins Trudeln geraten. Warum, das kann auch er nur vermuten. Dass die junge Frau den Reserveschirm später zusätzlich gezogen hat, sei die richtige Entscheidung gewesen – wie die Springer es in der Ausbildung lernen. Die Landung war wesentlich härter als üblich, sagt der Take-Off-Chef. Ein Absturz war das aber keinesfalls.

Pilot ruft Hilfe

Der Pilot des Flugzeugs hatte noch in der Luft gesehen, dass die Springerin Probleme hat, und sofort Hilfe gerufen. Der Rettungsdienst war nach wenigen Minuten vor Ort und brachte die Frau in die Ruppiner Kliniken. Am Sonntag konnte die Polizei sie vernehmen; ihr Gesundheitszustand sei stabil, hieß es.

Im Vergleich zu anderen Sportarten kommen Unfälle bei Fallschirmspringern eher selten vor. 20 000 Sprünge hat die Fehrbelliner Fallschirmschule in diesem Jahr gezählt. Dabei haben sich drei Springer verletzt, sagt Mehling, den Unfall vom Sonnabend mitgerechnet. Was genau die Ursache dafür war, hofft Jürgen Mehling in einige Tagen selbst von der verletzten Springerin zu erfahren.

Für den Rettungseinsatz wurde der Sprungbetrieb am Sonnabend unterbrochen, am Sonntag ging er aber unverändert weiter. In diesen Tagen endet die Saison für die Fallschirmspringer in Fehrbellin. Im Winter bleiben sie am Boden.

Nicht der erste schwere Unfall

Trotz aller Vorsicht kommen aber auch immer wieder schwere Unfälle beim Fallschirmspringen vor. Im Juli 1999 starben zwei Springer in Fehrbellin, als sich ihre Schirme in der Luft ineinander verfingen. Die beiden Männer wollte sich beim Springen filmen und hatten dabei wohl das Gefühl für den nötigen Sicherheitsabstand verloren.

Im Sommer 2005 kam eine junge Frau beim Fallschirmspringen auf dem Fehrbelliner Flugplatz zu Tode. Wie Flugplatz-Geschäftsführer Ralf Heine damals mitteilte, geschah das Unglück beim letzten Trainingssprung für die German Swooping Open, die mit internationaler Beteiligung in Fehrbellin ausgetragen werden sollten.

Der 26-jährigen Spanierin misslang damals offensichtlich ein Manöver vor dem eigentlichen Landeanflug am Schirm, um den es beim Swooping geht. Sie leitete eine Wende deutlich später ein als üblich. Die Frau, die als erfahrene und sicherheitsbewusste Springerin galt, schlug mit hohem Tempo auf den Erdboden auf und war sofort tot.

Ein Fallschirmspringer hat sich im September 2011 bei einer verunglückten Landung auf dem Flugplatz Fehrbellin schwer verletzt. Der Fallschirm des 26-jährigen habe sich verdreht, berichtete die Polizei damals. Deswegen sei er bei der Landung hart auf dem Boden aufgeschlagen. Dabei erlitt er einige Knochenbrüche.

Weltrekordteilnehmer aus Fehrbellin

Vor fast genau einem Jahr waren 23 Sportler vom Sprungplatz Fehrbellin an einem spektakulären Weltrekordsprung beteiligt. Aus einer Höhe von 5700 Metern sprangen die Sportler aus zehn Flugzeugen ab. Kurz zuvor bildeten insgesamt 214 Springer zusammen die Flügel einer Windmühle — neuer Großformationsweltrekord.

Von Reyk Grunow

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