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Ostprignitz-Ruppin „Falsches“ Foto im Pass – Ausschluss von der Klassenfahrt
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Falsches“ Foto im Pass – Ausschluss von der Klassenfahrt
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17:15 18.10.2016
Auf die Sprachreise nach England hat sich der Jugendliche lange gefreut. Für ihn und seine Klassenkameraden sollte es die Abschlussfahrt der 10.Klasse sein. Quelle: dpa
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Neuruppin

Wie weit dürfen Lehrer gehen, wenn sie eine Klassenfahrt ins Ausland organisieren? Dürfen sie einen Schüler vorsorglich von der Reise ausschließen, weil sie fürchten, dass es mit seinem Foto im Reisepass Probleme an der Grenze geben könnte? Und müssen die Eltern die Fahrt trotzdem bezahlen? An der Neuruppiner Puschkinschule sorgt das gerade für Ärger.

Der Fall ereignete sich am Sonntag vor einer Woche, als die 10. Klassen der Schule mit dem Bus zu einer Sprachreise nach London aufbrechen sollte. Die Jugendlichen trafen sich am Abend gegen 20 Uhr am Bus. Auch der 15 Jahre alte Sohn von Antje Bölck und Immo Rettig war dabei. Er hatte sich auf die Reise schon lange gefreut. „Aber kurze Zeit später bekamen wir einen Anruf“, erinnert sich die Mutter. Ihr Sohn meldete sich: Er dürfe nicht mitfahren, weil die Schulleiterin seinen Reisepass für ungültig hält.

Vom Unterschied zwischen kurzen und langen Haaren

Schulleiterin Anke Ketteritzsch störte sich an dem Passfoto des Jungen. Der Reisepass wurde vor vier Jahren ausgestellt, er ist sechs Jahre lang gültig. Auf dem biometrischen Foto trägt der junge Mann aber lange Haare. Heute, vier Jahre nachdem das Bild entstand, hat er sehr kurze Haare, fast schon eine Glatze. „Auf dem Foto sieht er aus wie ein Mädchen“, sagt die Direktorin. Was, wenn die französischen Zöllner an der Grenze in Calais ihn mit diesem Passfoto nicht weiterfahren lassen? Muss dann vielleicht die Gruppe umkehren?

Sie habe sich mit drei anderen Lehrern besprochen, sagt Anke Ketteritzsch. Danach stand fest: mit diesem Pass darf der Jugendliche nicht mitfahren: „Die Gefahr war mir zu groß.“ Die Schulleiterin beruft sich aufs Passgesetz. Demnach ist ein Reisepass ungültig, wenn der Inhaber mit Hilfe des Dokumentes nicht eindeutig zu identifizieren ist. Aber dürfen Lehrer so etwas überhaupt entscheiden?

Der Pass enthält auch biometrische Daten und Fingerabdrücke

Für die Eltern ist das völlig unverständlich. Sie haben sich bei der Meldebehörde erkundigt, und die habe bestätigt, dass der Pass gültig ist, sagt Antje Bölck. Zumal seit einigen Jahren in Reisepässen neben dem Foto weitere Daten enthalten sind: Informationen zur Gesichtserkennung und Fingerabdrücke. Für die Eltern ist die Entscheidung deshalb unfassbar: „Es setzt schon viel von Courage und Autorität voraus, wenn man als Schulleiterin mit echtem Kennerblick ein offiziell gültiges Dokument anzweifelt“, sagt Antje Bölck.

Natürlich war die ganze Familie traurig, dass die Reise, auf die der 15-Jährige sich so lange gefreut hatte, ausfallen musste; es wäre die letzte gemeinsame Fahrt der Klasse gewesen. Was die Eltern aber fast am meisten ärgert: Sie sollen die Kosten für die Sprachreise von rund 300 Euro trotzdem zahlen – auch wenn ihr Sohn nicht mitfahren durfte.

Die Versicherung übernimmt einen Teil der Reisekosten

Spontan haben Antje Bölck und Immo Rettig prüfen lassen, ob die Reiserücktrittsversicherung greift. „Die würde einen Teil der Kosten übernehmen“, sagt die Mutter. Einen Teil müssten die Eltern trotzdem selbst bezahlen. Sie können das nicht nachvollziehen. Auch ein Gespräch mit der Schulleiterin hat nichts gebracht.

Die Schulleitung sieht sich im Recht. Der Junge sei schon Tage zuvor auf das Passfoto hingewiesen worden, sagt Anke Ketteritzsch. Die Klassenlehrerin habe ihn aufgefordert, sich einen neuen Ausweis oder Pass anfertigen zu lassen. Antje Bölck weiß davon nichts. „Uns hat niemand darauf hingewiesen, dass es ein Problem geben könnte“, sagt die Mutter verärgert. Die Frage bleibt ohnehin: Wozu einen neuen Pass,wenn der alte doch noch gültig ist?

Von Reyk Grunow

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