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Ostprignitz-Ruppin Familie Blum ist Spitze bei der Feuerwehr
Lokales Ostprignitz-Ruppin Familie Blum ist Spitze bei der Feuerwehr
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02:18 25.09.2016
Drei Generationen für den Brandschutz: Jonas, Stefan und Joachim Blum (v.l.). Quelle: Christamaria Ruch
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Biesen

Die Uniformen hängen im Feuerwehrgerätehaus, das Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) steht einsatzbereit in Position. Die Inventarliste bei der Freiwilligen Feuerwehr in Biesen ist dennoch nicht vollständig: Eine Chronik zur Geschichte des örtlichen Brandschutzes fehlt.

Stefan Blum ist seit 2008 Wehrführer in Biesen. Der heute 41-Jährige stieg damals in die Fußstapfen seines Vaters Joachim. Dieser leitete die Wehr 32 Jahre lang. Auch Stefan Blums Sohn Jonas reiht sich beim Brandschutz ein. „Er ist jetzt 16 und rückte nun von der Jugendfeuerwehr zu den Aktiven“, so Stefan Blum. Jonas ist mit seinen 16 Jahren der jüngste der insgesamt zwölf aktiven Einsatzkräfte. Joachim Blum ist mittlerweile 67 Jahre und der einzige in der Alters- und Ehrenabteilung.

Gerätehaus im ehemaligen Konsum. Quelle: Christamaria Ruch

Ein Feuerwehrmann aus dem Nachbardorf Eichenfelde reiht sich in Biesen ein. Eichenfelde sollte 2008 an die Wehr in Biesen angeschlossen werden. Dies sah der neue Gefahrenabwehrplan für Wittstock und seine Ortsteile vor. Doch die acht Brandschützer aus Eichenfelde kämpften darum, dass trotz der Fusion ihr Standort mit Fahrzeug erhalten bleibt. Die Fusion kam nicht zustande und nur ein Kamerad wechselte nach Biesen. Alle andere Aktiven aus Eichenfelde traten damals aus der Feuerwehr aus.

„Durchschnittlich rücken wir zwei bis drei Mal im Jahr zu Einsätzen aus“, sagt Stefan Blum. Drei Mitglieder der Wehr in Biesen gehören zu den Atemschutzgeräteträgern. Die Ausrückordnung sieht vor, dass wir im Brandfall mit Babitz und Wittstock bereit stehen“, sagt er. Allerdings sind während der Arbeitszeiten weniger Kräfte vor Ort, schränkt er ein. Wegen des gemeinsamen Ausrückens fahren die Brandschützer zur Zugausbildung nach Wittstock. „Glücklicherweise habe ich noch keine sehr schweren Einsatz erlebt“, sagt der 41-Jährige. Das TSF aus dem Baujahr 2004 kam 2011 – pünktlich zum 100. Geburtstag der Feuerwehr - nach Biesen. Zuvor befand sich das Fahrzeug im Fuhrpark in Freyenstein. Auf dem TSF können sechs Personen in Staffelstärke Platz nehmen.

Die Einsatzkleidung hängt immer griffbereit. Quelle: Christamaria Ruch

Auch wenn in Biesen eine Chronik zum Brandschutz fehlt, sind dennoch das Gründungsjahr und einige markante Daten bekannt. Seit 1911 ist die Feuerwehr in Biesen allgegenwärtig. Der erste Wehrführer hieß Willi Fülser und damals stand nur eine Handdruckspritze im Ernstfall bereit. Es folgten Hermann Berlin, Willi Wesch, Siegfried Schulz und Horst Schmidt an der Wehrspitze. „Horst Schmidt musste noch zwei Jahre länger verpflichtet werden, bevor mein Vater Joachim Blum 1976 an die Spitze trat“, sagt Stefan Blum. 1996 bezog die Feuerwehr den ehemaligen Konsum in Biesen.

Seit 17 Jahren ist der heutige Ortswehrführer in der Feuerwehr aktiv. „Wegen meiner auswärtigen Berufsausbildung bin ich erst mit 24 Jahren eingetreten“, sagt Stefan Blum. „Über einen Zeitraum von zwei Jahren wurde ich dann auf die neue Position des Ortswehrführers vorbereitet“, erinnert er sich.

Joachim Blum verfolgt die Entwicklungen im Brandschutz mit gemischten Gefühlen: „Sehen Sie mal, hier am Fahrzeug steht „Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit“, doch da gibt es einen Wandel. Wer ist denn noch bereit, immer seine Freizeit dafür aufzubringen?“ Nüchtern fügt er hinzu: „Man muss es so nehmen, wie es ist.“

40 Stunden im Jahr drücken die Feuerwehrmänner die Schulbank. „Feuerwehr ist Ehrenamt und Pflicht zugleich und niemals darf es zur Routine werden“, umschreibt Stefan Blum diese Arbeit. „In der Regel erfolgt die Schulung einmal monatlich.“

Wie in anderen Orten ist die Feuerwehr in Biesen ein Zugpferd für das Dorfleben. „Wir sind die Hauptakteure und bereiten viele Veranstaltungen vor“, so Blum. Dazu zählen Weihnachtsbaumverbrennen, Osterfeuer, Landpartie mit Kinderfest sowie das Erntefest.

Von Christamaria Ruch

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