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Piepshow bei Adebar in Herzsprung

Überwachung am Storchennest Piepshow bei Adebar in Herzsprung

Auf dem Grundstück von Erika und Axel Riewe in Herzsprung fühlt sich Adebar seit 2003 wohl. Über zwei Livebildkameras verfolgt Ehepaar Riewe täglich, was sich hoch oben in den Horsten abspielt. Alle paar Sekunden gibt’s neue Aufnahmen. Manchmal wird die Störchin aggressiv.

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Axel Riewe beobachtet auch mit dem Fernrohr das Treiben in den Nestern

Quelle: fotos (3): christamaria ruch

Herzsprung. Minna und Heinrich – das klingt nach einem alten Ehepaar. Doch in Herzsprung drehen sich dann die Gespräche um zwei Weißstörche. Weit und breit sind sie die einzigen Storcheneltern im Dorf. Ihr diesjähriger Nachwuchs ist fast flügge. Auf dem Grundstück von Erika und Axel Riewe in der Lindenstraße fühlt sich Adebar seit 2003 pudelwohl. Und was sich hoch oben in den Horsten abspielt, verfolgt Ehepaar Riewe täglich über zwei Livebildkameras. Die liefern alle paar Sekunden neue Aufnahmen in das Haus.

Flugversuche des Storchennachwuchses

Flugversuche des Storchennachwuchses.

Quelle: Christamaria Ruch

Axel Riewe ist um keine Storchenantwort verlegen – er blickt in seine minutiös geführten Unterlagen und reiht eine Episode an die nächste. Dabei umreißt er Minna als „ganz ruhige Störchin, die aber aggressiv werden kann, wenn Storchenkonkurrenz auftaucht und ihr das Nest streitig machen will.“ Das Besondere: Minna landet seit 2003 Jahr für Jahr auf diesem Nest. Ornithologe Jürgen Kaatz findet es laut Riewe „untypisch und außergewöhnlich, dass ein Storch so viele Jahre den Horst behauptet.“ Scheinbar hatte Storchendame Minna am 4. April 2003 den richtigen Riecher, als sie dort erstmals einflog. „Wir hatten an diesem Tag gerade den zwölf Meter hohen Mast mit Horst im Garten aufgestellt und bereits um 18 Uhr landete sie.“ Das kam einer Punktlandung gleich und markierte auch den Beginn einer Freundschaft zwischen Mensch und Tier. „Man kennt sich“, sagt Axel Riewe. Immer an Minnas Seite schreitet Storch Heinrich. Doch mittlerweile handelt es sich dabei um Heinrich III. Heinrich I wurde 2010 von einem Seeadler gerissen, dann gesellte sich von 2011 bis 2014 Heinrich II nach Herzsprung. „Dieser Storch kehrte in diesem Frühjahr aber nicht mehr zurück“, sagt Axel Riewe. Der Grund ist unbekannt. Dennoch hat sich in diesem Jahr bei Minna Nachwuchs eingestellt. Die Liebe zu Heinrich III, einem neuen Storch, machte dies möglich. Mittlerweile sind die beiden Jungstörche sehr weit entwickelt. „Die Jungtiere haben jetzt bereits einen roten Schnabel und rote Beine, das zeigt, dass sie wegen des guten Futterangebotes in der Umgebung schnell gewachsen sind“, so Axel Riewe.

Seit 2005 schickt eine Livebildkamera pausenlos Bilder in das Haus von Riewes. „Da sind zu viele Geheimnisse im Horst, die man ohne Kamera nicht mitbekommt“, begründet Riewe den Schritt zur ganz legalen Piepshow. Und: „Das ist schon interessant, wann das erste Ei oder das erste Küken zu sehen ist.“ Wegen der wiederkehrenden Luftkämpfe mit weiteren Storchenrivalen entschied Axel Riewe vor drei Jahren: Ein zweiter Mast mit Horst wird im Garten aufgestellt. Das geschah im Februar 2012 und auch dort ist eine Kamera installiert. „Seitdem gibt es bei den Storcheneltern ab Brutbeginn zwei getrennte Schlafzimmer“, sagt Riewe mit Augenzwinkern. Und wenn die Jungtiere soweit entwickelt sind, dass sie von den Alttieren nicht mehr mit den Flügeln bedeckt werden müssen, ziehen beide Alttiere zum Schlafen auf den zweiten Mast.

Fast jedes Jahr brütete Minna bislang Nachwuchs aus. 23 flugfähige Jungtiere entwickelten sich im Laufe dieser Zeit. Dabei gab es immer wieder auch dramatische Szenen: 2009 starben die fünf Jungtiere nach einem Eisregen an den Folgen einer Lungenentzündung. Ein Jahr darauf folgte dann der tragische Tod des Storchenvaters nach einem Seeadlerangriff. „Minna brütete damals noch und verließ nach dem Tod von Heinrich I nicht den Horst. Doch sie wäre dort oben verdurstet“, sagte Axel Riewe. Daraufhin nahm er Kontakt mit dem Storchenhof Loburg (Sachsen-Anhalt) auf, rettete die Eier und damit auch Minna und brachte die Eier in einem Wärmebehälter eingehüllt nach Loburg. Dort konnten sie sicher ausgebrütet werden. „Drei Jungtiere waren dann flugfähig.“ Bald naht auch das Ende der diesjährigen Storchensaison in Herzsprung. Anfang August werden die beiden Jungstörche den sprichwörtlichen Abflug in den Süden machen. Eine Woche später folgen dann die Elterntiere. „Natürlich hoffen wir, dass Minna auch nächstes Jahr wieder hierher findet“, sagen Erika und Axel Riewe.

Von Christamaria Ruch

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