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Familiengeschichte aus Bärensprung

Ein Leben in der Landwirtschaft Familiengeschichte aus Bärensprung

Das Leben von Alfred und Elfriede Leisner war geprägt von Vieh und Feld. Wenn die Bärensprunger aus dem Fenster sehen, freuen sie sich über die Rinderherde vor der Tür. Dass manche sagen, es stinkt, können sie nicht verstehen. Sie mögen die Landluft. Der Hof, auf dem das Ehepaar wohnt, gehörte einst den Großeltern von Elfriede Leisner.

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Alfred und Elfriede Leisners Wohnzimmerwand zieren unter anderem die Bilder von der Familienfeier zu ihrer goldenen Hochzeit.

Quelle: Sandra Bels

Bärensprung. Vieh und Feld prägten das Leben von Alfred und Elfriede Leisner. Wenn die beiden 76-Jährigen Bärensprunger aus dem Fenster schauen, sehen sie eine Rinderherde direkt vor der Haustür. Dass manche sagen, es stinkt, kann Alfred Leisner überhaupt nicht verstehen. Er mag die Landluft, ist mit der Landwirtschaft verbandelt von je her.

Der Hof, auf dem das Ehepaar wohnt, gehörte einst den Großeltern von Elfriede Leisner, die ihn Ende 1930 von so genannten Westfahlen-Bauern übernommen hatte. Die Großeltern betrieben ein Landwirtschaft mit Vieh und Ackerbau. Elfriedes Mutter erblickte auf dem Hof das Licht der Welt. Elfriede lebte in Bärensprung bis sie zur Schule kam. Dann zog ihre Mutter mit ihrem Mann nach Boberow (bei Karstädt). Mit der Bodenreform wurde die Familie enteignet und nach Ribbeck umgesiedelt. Den Hof in Bärensprung hatte der Bruder von Elfriedes Mutter geerbt.

Erstes Date an der Fachschule

„Von Ribbeck hab ich sie weggeholt“, erinnert sich Alfred Leisner. Er lebte damals in Sadenbeck. Auf der Fachschule hatte er Elfriede kennengelernt. Sie absolvierte dort einen Lehrgang zum Milchleistungsprüfer. 1991 wurde noch in Ribbeck geheiratet. Dann zog das Paar erst nach Sadenbeck und dann nach Bärensprung.

Elfriede Leisner kümmerte sich um die dort lebenden pflegebedürftigen Familienmitglieder. „Das war gar nicht so einfach, denn wir hatten ja schon kleine Kinder und noch kein Auto“, erzählt sie. So ging es mit dem Pollo nach Bärensprung. Umgestiegen wurde in Lindenberg.

Nach dem Umzug kümmerte sich Elfriede Leisner um die Landwirtschaft in Bärensprung und leitete die Geschicke auf dem Hof. Vier Kinder hatte sie geboren. Ihr Mann war Chef der Abteilung Traktoren und Feldbau in der Dannenwalder LPG. Im Januar 1972 übernahm er den LPG-Vorsitz in Gumtow. Seine Frau nahm 1974 eine Tätigkeit in der Raststätte Gumtow auf, die damals die einzige für Busse auf der Transitstrecke zwischen Hamburg und Berlin war.

Zwölf Jahre arbeitete die Bärensprungerin dort. Danach kehrte sie in die Landwirtschaft zurück, kümmerte sich um die Lagerwirtschaft der LPG Gumtow bis nach der Wende. Gatte Alfred blieb dort Chef, bis er 63 wurde. Danach machte er als Vorstandsvorsitzender weiter, ehrenamtlich bis zum 70. Lebensjahr, wie er sagt.

LPG-Vorsitzender, Ortsvorsteher, Bürgermeister

Ehrenamtlich tätig war Leisner auch viele Jahre in der damals noch eigenständigen Gemeinde Gumtow. Von 1993 bis 2003 war er ihr Bürgermeister. „In den letzten Monaten hieß der Posten Ortsvorsteher, weil die Großgemeinde Gumtow entstanden war“, erinnert sich Alfred Leisner. Nach den zehn Jahren schied er aus gesundheitlichen Gründen aus. Gern erinnert er sich an seine Amtszeit zurück. Er begleitete die Sanierung der Dorfstraße. Auch die Diskussionen um die Anschlussgebühren für die Gumtower an die Kläranlage ist ihm noch gut in Erinnerung. „Zu meiner Zeit wurde das Sporthaus in Gumtow saniert“, erzählt er. Gebaut worden war es vor der Wende von 1974 bis 1976. Baubrigaden der LPG, der Leisner vorstand, hatten unter anderem beim Bau geholfen. „Die Kegelbahn wurde Mitte der 80er Jahre in Betrieb genommen“, erzählt der Bärensprunger, der auch daran großen Anteil hat. Sie ist heute die einzige Kegelbahn in der Gemeinde Gumtow und wird rege von allen Altersgruppen genutzt.

Die Nachfolge auf dem Hof ist gesichert

Alfred Leisner hat sich aus dem öffentlichen Leben weitestgehend zurückgezogen. „Der Gesundheit zuliebe“, sagt er. Zu tun hat er dennoch jede Menge unter anderem auf dem eigenen Grundstück. 1989 wurde es umgebaut. Einer der Söhne zog damals ins Wohnhaus der Eltern und sichert so die Nachfolge auf dem Hof, der nun aber nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird. Die Eltern richteten sich den früheren Stall als Altersruhesitz her. Sie wohnen bis heute dort und wollen auf gar keinen Fall wegziehen.

Wenn die ganze Familie auf dem Hof zusammenkommt, sind es 21 Personen. Vier Kinder, sechs Enkel und die jeweils mit ihren Partnern. Die letzte große Familienfeier war 2011 zu Ostern. Da hatten Alfred und Elfriede Leisner goldene Hochzeit.

Von Sandra Bels

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