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Familiengeschichte mit einem Hauch Fantasie

Wittstock Familiengeschichte mit einem Hauch Fantasie

Heiteres und Nachdenkliches hatte der in Heinrichsfelde bei Rheinsberg lebende Autor Bernd Donner am Donnerstag in Wittstock zu berichten. Er las aus seinem neuestem Buch, das viel Geschichte seiner Familie und auch autobiografische Züge beinhaltet. Gleichzeitig erzählte er immer wieder amüsante Anekdoten aus seinem Leben, die auch mit seinem Namen zu tun hatten.

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Bernd Donner war zu Gast in Wittstock.

Quelle: Christian Bark

Wittstock. Die Schriftstellerei hatte Bernd Donner schon in seiner Zeit als Biologielehrer in Berlin für sich entdeckt. Dass er nach der Wende im Rahmen eines Lehreraustausches an einer Westberliner Schule unterrichtete, prägt ihn bis heute. So trug sein erstes Buch den Titel „Ospenstich mit Wespenschwellung“, was auf ein Wortspiel mit befreundeten ost- und westdeutschen Kollegen zurückgeht. Heute lebt der 75-Jährige in Heinrichsfelde bei Rheinsberg und engagiert sich dort im Kulturgutshaus Köpernitz.

Nach der Kaffeerunde kam der Autor zu Wort

Nach der Kaffeerunde kam der Autor zu Wort.

Quelle: Christian Bark

Am Donnerstag war er mit seinem neuesten Buch „Komm her mein Junge, ich heb Dich auf“ in der Sozialstation der Volkssolidarität in Wittstock. Der Titel geht auf einen Ausspruch seines Opas zurück, der immer kam, wenn der Enkel hingefallen war . „Ich habe schon mal in der Wittstocker Bibliothek gelesen“, erinnerte sich Bernd Donner. Diesmal war er auf Einladung des Seniorenbeirats der Gemeinde Heiligengrabe an die Dosse gekommen, um heitere und nachdenkliche Passegen aus den Kurzgeschichten des Buches vorzutragen. Als Quelle für diese habe unter anderem der Nachlass seiner Mutter, die eigene Erinnerung und ein Hauch von Fantasie gedient. Der Fokus richtet sich auf die Generationen einer sächsisch-brandenburgischen Großfamilie. Spielort sei die genau in diesem Grenzraum liegende Stadt Elsterwerda, wo Donners Großvater eine Kutschenfabrik besessen haben soll.

Von Bauhaus und russischer Kriegsgefangenschaft

Ungewöhnlich für jene Zeit sei gewesen, dass seine Mutter als Frau einer konservativen Familie in den 20er Jahren die Bauhausschule besuchen durfte. „Sie wurde aber zurückbeordert, als ihre Schwester heiratete und sich jemand anderes um den Haushalt kümmern musste“, erklärte der Autor. Er selbst kommt in den Geschichten vor als „Konrad“, der als Junge Botengänge für seine Mutter machen und die Kaninchen hüten musste. „Eine schönere Kindheit hätte ich mir trotzdem nicht vorstellen können“, zitierte Bernd Donner sich selbst.

Weitere Figuren im Buch sind beispielsweise sein Schwiegervater, der in den 60er Jahren in der Stube seines Bauernhofes eine Art Multifunktionsofen mit Wasserwärmfähigkeit gebaut haben soll. Die Fähigkeiten hatte sein Schwiegervater, der eigentlich Landwirt war, in der russischen Kriegsgefangenschaft erlernt. Als Ofenbauer gesucht wurden, habe er sich gemeldet, obwohl er gar keiner war. So sei die Arbeit in der Gefangenschaft aber angenehmer gewesen. „So hatte er aus der Vergangenheit etwas in die Zukunft gerettet“, schloss Bernd Donner mit der Kurzgeschichte „Der russische Ofen“.

Zwischendurch erzählte er allerhand amüsante Anekdoten, zum Beispiel über seinen Namen. Im Amt sei er mal nicht aufgerufen worden, weil die den Namen „Blitz“ auf der Liste gehabt hätten. „Seitdem sage ich immer: Donner wie das halbe Gewitter“, witzelte der Autor.

Von Christian Bark

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