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Familienpatin aus Leidenschaft

Neuruppin Familienpatin aus Leidenschaft

Nachdem Jutta Sand und ihr Mann das erfolgreiche Steuerbüro in Neuruppin verkauft haben, widmet sich die 58-Jährige verschiedenen Ehrenämtern. Seit sechs Jahren ist sie Familienpatin beim Netzwerk Gesunde Kinder und hat in dieser Zeit schon mehrere frisch gebackene Eltern begleitet. Außerdem war sie drei Jahre lang als „Gelbe Dame“ auf der Geburtsstation unterwegs.

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Die Familienpatin Jutta Sand (58) zog vor mehr als 20 Jahren vor allem wegen der Landschaft von Berlin nach Neuruppin.

Quelle: Luise Fröhlich

Neuruppin. „In meinem Leben ist vieles gut gegangen“, sagt Jutta Sand. Während des Examens zur Steuerberaterin 1986 lernte sie ihren Mann kennen, mit dem sie jetzt seit 28 Jahren verheiratet ist. Mit ihm führte sie acht Jahre lang sehr erfolgreich ein Steuerberatungsbüro in Neuruppin. Auch Familie und Freunde blieben ihr trotz der vielen und zeitintensiven Arbeit treu. Doch ein Wunsch blieb in all den Jahren unerfüllt. Kurz nach der Wende wurde Sand zwar schwanger, verlor das Kind aber und trotz langer Hormonbehandlung wollte es einfach nicht funktionieren. „Ich bin ungewollt kinderlos geblieben“, sagt die 58-Jährige.

Um sich einen Ausgleich zu der ab und zu aufkeimenden Traurigkeit zu schaffen, engagiert sich Jutta Sand seit 2010 ehrenamtlich als Familienpatin beim Netzwerk Gesunde Kinder. Drei Jahre lang war sie für das Netzwerk als „Gelbe Dame“ auf der Geburtsstation der Ruppiner Kliniken unterwegs. „Wir tragen gelbe Kittel – daher der Name“, sagt sie. Die Damen sind das Begrüßungskomitee für die Neugeborenen und deren Eltern auf der Station. „Wir gehen in die Zimmer, beglückwünschen die Mütter und Väter und überreichen ihnen als kleines Geschenk der Kliniken einen Schlafsack und eine Packung Windeln“, erzählt Jutta Sand. Außerdem informieren sie über das Netzwerk Gesunde Kinder und lassen eine Broschüre mit Kursangeboten da.

Enges Verhältnis auch nach der Patenschaft

„Ich bezeichne mich immer als Oma-Patin“, sagt die Steuerberaterin. Denn im Netzwerk zählt sie mittlerweile zu den älteren Semestern. 2011 wurde sie zum ersten Mal Patin einer jungen Mutter aus Kenia, die damals im Asylbewerberheim in Treskow wohnte, mittlerweile aber wieder mit dem Vater ihres Sohnes, der aus Neuruppin stammt, zusammen lebt. „Ich war zu der Zeit eine der einzigen, die Englisch als Fremdsprache anbieten konnte. Außerdem bin ich Weltenbummlerin und hatte demnach keine Berührungsängste“, sagt Jutta Sand. Normalerweise betreuen die Paten des Netzwerks die Familien nur, bis die Kinder das dritte Lebensjahr vollendet haben, doch Sand hat immer noch Kontakt zu allen, die sie betreut hat.

Dazu zählt auch eine syrische Familie, die jetzt in Berlin lebt. „Zu denen habe ich ein sehr herzliches Verhältnis“, erzählt Jutta Sand. Aktuell betreut sie zwei Familien mit Kindern, die noch jünger als drei Jahre sind. Eine Familie kam aus der Uckermark nach Neuruppin. Omas und Opas waren mit ihren Tipps und Tricks weit weg, also wandte sich die Mutter an das Netzwerk. „Wir nehmen nicht nur strauchelnde oder sozial schwache Familien auf. Auch viele alleinerziehende Mütter nutzen das Angebot“, sagt Sand. Oft steht sie einfach nur als Patentante für den Alltag bereit, begleitet Familien zu Behörden oder vermittelt Kontakte. „Paten sind eine praktische Hilfe, auch auf emotionaler Ebene.“

Motiviert vom eigenen Leben

Immer freitags besuchen die „Gelben Damen“ die jungen Mütter im Krankenhaus. Weil Jutta Sand, die immer noch an zwei Tagen in der Woche in ihrem ehemaligen Steuerbüro arbeitet, das sie und ihr Mann 2008 verkauft haben, am Freitag andere Termine hat, kann sie nicht mehr dabei sein. „Sobald es sich anbietet, werde ich das aber gerne wieder machen“, sagt sie.

Jutta Sand weiß, dass das Leben es trotz des unerfüllten Kinderwunsches gut mit ihr gemeint hat. „Ich will von diesem Guten etwas zurückgeben“, sagt sie.

Das Netzwerk und seine Paten

Jutta Sand

sich
nicht nur ehrenamtlich als Familienpatin. Sie ist seit zwölf Jahren aktives Mitglied beim Lions Club „Effi Briest“, war dort 2009/2010 Präsidentin und ist seit etwa fünf Jahren im Vorstand des Vereins Tempelgarten Neuruppin tätig.

Das Netzwerk Gesunde Kinder ist ein Projekt des Vereins Esta Ruppin und besteht in Neuruppin seit 2008. Es gibt 19 Standorte in ganz Brandenburg und drei im Kreis Ostprignitz-Ruppin. Bis jetzt wurden 647 Kinder von Paten begleitet und unterstützt.

Ausgebildet

dieser Zeit 173 Paten. Für die nächste Ausbildung, die am 9. April in Neuruppin startet, werden Interessenten gesucht.

 

Von Luise Fröhlich

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