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Ostprignitz-Ruppin Fargo rappt durch OPR
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fargo rappt durch OPR
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00:21 16.09.2017
Max Lingk (l.), der das Musikprojekt Estabien betreut, konnte Fargo für zwei Festivals und einen Workshop in der Region begeistern. Quelle: Christian Bark
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Neuruppin

Im Berliner Kinder- und Jugendzentrum „Kreuzberger Musikalische Aktion“ (KMA) sind sie erstmals aufeinander gestoßen – Max Lingk, der für den diakonischen Verein „Esta Ruppin“ das Musikprojekt „Estabien“ betreut und der Berliner Rapper „Fargo“. „Ich nehme im KMA immer meine Songs auf“, sagt Fargo, der eigentlich Falk-Arne Goßler heißt. Von Estabien, einer freien Musikschule, die für Kinder und Jugendliche in Ostprignitz-Ruppin da ist und auch junge Migranten aktiv mit einbindet, war Fargo sofort begeistert, wie er sagt.

Estabien probt regelmäßig unter anderem in Wittstock. Quelle: Christian Bark

Hatte er seine musikalische Karriere doch auch schon im Kindesalter gestartet. Mit sechs Jahren sang er in einem Kinderchor. Der trat häufig mit Schlagergrößen wie Christina Bach oder Andrea Berg auf. „Weil ich der Jüngste im Chor war, wurde ich bevorzugt als Duettpartner mit den Sängerinnen ausgewählt“, erinnert sich der 29-Jährige. Bereut hat der die Zeit nie. „Das hat mir Bühnenerfahrung gebracht“, sagt Fargo. Später hatte er im Musical „Emil und die Detektive“ mitgespielt. Doch auch er habe dann irgendwann mal „rebelliert“. Mit 15 Jahren sei die Rapmusik für ihn interessanter geworden. Freilich nicht der aggressivere „Gangsterrap“, er zog eher den gemäßigteren „Studentenrap“ vor. „Man kann auch cool sein, ohne wen in den Dreck ziehen zu müssen“, begründet Fargo. Bis heute sieht er sich eher als Popmusiker, der den Sprechgesang auf Deutsch als stilistisches Mittel einsetzt.

Der Trommelzirkel „One Beat Family“ ist in Bantikow sowie bei den Festivals dabei. Quelle: Christian Bark

Zwischenzeitlich war Fargo Teil der Band „The Love Bülow“. „Wir waren sehr gefragt, wurden aber mit der Zeit von der Band ’Kraftclub’ überholt“, blickt Fargo zurück. Mit „The Love Bülow“ nahm er 2012 auch am Bundesvision Song Contest teil, zudem traten sie als Vorband zu Musikgruppen wie Juli oder Silbermond auf. 2016 löste sich die Band auf, Fargo machte von nun ab sein „eigenes Ding“. Und das recht erfolgreich, im vergangenen Jahr steuerte er den Song „Einfach sein“ zur Kampagne „Einfach ist mehr“ der Supermarktkette Aldi bei. „das war kein Karrieresprungbrett aber es hat sich finanziell gelohnt“, erklärt der Musiker, der acht Monate im Jahr als Rapper arbeitet und im Winter als studierter Kulturmanager Musikfestivals für Kinder und Jugendliche organisiert – alles auf selbstständiger Basis. Auch der Titelsong zur Wiederumbenennung des Jugendfernsehsenders Nickelodeon in „Nick“ stammt von ihm. Mit dem Album „Wunderbare Jahre“ produzierte er eine Hommage an seine Kindheit, wie er sagt. Derzeit arbeitet Fargo an seinem aktuellen Album. „Einen Namen dafür habe ich noch nicht“, sagt er. Es solle aber weniger nostalgisch als „Wunderbare Jahre“ werden.

Fargo leitet einen Workshop

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen liegt Fargo seit jeher am Herzen. Im KMA textet und musiziert er mit den jungen Besuchern. Das will Fargo auch in einem Workshop von Estabien in Bantikow im November machen. „Gerade der Aspekt, dass dort Deutsche und Flüchtlinge zusammen Musik machen, fasziniert mich“, sagt der 29-Jährige. Unter den Teilnehmern werden nämlich 15 junge Flüchtlinge sein, was mögliche Sprachbarrieren beim Texten bedeuten könnte. „Es wird ein Experiment“, sagt Fargo.

Vom Jugendchor zum Song Contest

1988 wurde Falk-Arner Goßler in Berlin-Marzahn geboren. Bereits mit sechs Jahren sang er im Jugendchor und später in einem Musical. 2009 bis 2016 sang er in der Band „The Love Bülow“, mit der er 2012 am Bundesvision Song Contest teilnahm. 2016 startete der Musiker seine Solokarriere.

Fargo ist studierter Kulturmanager. Wenn er keine Musik macht, organisiert er Musikfestivals für Kinder und Jugendliche in Berlin.

„Die Jungs können aber ganz gut Deutsch“, beruhigt Max Lingk. Er informiert zugleich, dass noch 19 Plätze für Jugendliche aus der Region frei sind. Mit dabei sei auch der Neuruppiner Trommelzirkel „One Beat Family“. Der soll zudem bei den beiden Musikfestivals, die Esta Ruppin Ende des Monats in Wittstock und Neuruppin organisiert, fleißig trommeln. Mit dabei sind zudem die ehemalige Sängerin der Gruppe „Rainbirds“, Katharina Franck, die für Esta bereits Workshops in Wittstock und Neuruppin gegeben hat. Mit von der Partie ist, neben den „Yalla Girls“, einer Frauenband aus Syrien, natürlich auch Fargo. 45 Minuten sind für seinen Auftritt eingeplant. „Ich werde eigene Songs singen und Freestyle performen“, kündigt der Musiker an. Wichtig sei ihm, das Publikum bei seinem Auftritt einzubeziehen. „Die Jungs und Mädels können dann ruhig mal den passenden Reim zu einer Strophe anbieten“, sagt Fargo.

Am Freitag, 29. September, startet das Musikfestival für Kinder und Jugendliche von Estabien im JFZ Neuruppin. Es beginnt um 18.30 Uhr. Singen wird auch Rapper Fargo. Am Samstag, 30. September, findet das Festival zu gleichen Zeit und mit den gleichen Protagonisten im Vereinssaal zur Eiche in Wittstock statt. Vom 1. bis 4. November ist Fargo beim Musikcamp in Schloss Bantikow dabei. Er gibt einen Workshop, wo das Texten und das rhythmische Gefühl für Songs eine Rolle spielen werden. Die Teilnahme ist kostenlos.

Von Christian Bark

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