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Ostprignitz-Ruppin „Faun“ begeisterte die Fans
Lokales Ostprignitz-Ruppin „Faun“ begeisterte die Fans
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00:16 05.12.2017
Faun begeisterten in der Pfarrkirche Neuruppin: im Bild Fiona Frewert und Oliver Pade mit der Nyckelharpa. Quelle: Regine Buddeke
Neuruppin

Faun – das klingt nach dunklen Wäldern, nach Feen und Fabelwesen, nach Geistern und Geheimnissen. In der Mythologie ist der Faun mal römische Gottheit, mal Waldgeist. Wenn man in die Musik der 1999 gegründeten Band „Faun“ eintaucht, kann man all das hören. Ein bisschen keltische Legenden, ein bisschen Mittelalterflair. Nordische Elfenlieder, germanische Heldenballaden. Das alles mischen die fünf Musiker mit Lust am Experimentieren zusammen – heraus kommt ein Sound, der die Menschen verzaubert. Kein Wunder, dass auch Neuruppins Pfarrkirche am Freitagabend restlos ausverkauft ist.

Die Band Faun begeisterte die Fans. Quelle: Regine Buddeke

Schon die Bühne lässt einen in andere Welten eintauchen: In fahles Blau getaucht, mit wabernden Nebeln, von den Lichtmasten hängen im Halbkreis lange Wimpel, die an Ritterturniere erinnern. Zwei hölzern-verknorzelte Wurzeln verbinden sich zu einer Art Geweih – wie Leitersprossen sind Flöten aller Größen und Epochen darauf angeordnet. Überhaupt die Instrumente. Eine Harfe erkennt man, auch die Laute und die Flöten. Und Percussionist Rüdiger Maul hat Trommeln. Aber was ist zum Beispiel – so rätseln die Gäste in der Pause – das Saiten-Teil, das Stephan Groth gleichzeitig kurbelt und bezupft? Auflösung: eine Drehleier, bei der die Saiten von einem Rad gestrichen werden, das mit einer Kurbel bedient wird. Auch eine Nyckelharpa bekommt man so häufig nicht zu sehen: gespielt wird sie von Bandgründer Oliver Pade, genannt Satyr – obschon er mit spitzen Ohren auch als Elbenheld Legolas durchgehen würde. Auch so spannende Zupfinstrumente wie die kasachische Dombra, die indonesische Rebab, die orientalische Oud oder Flöten namens Pommer sind zu hören - Maultrommel, Sackpfeifen und Didgeridoo gehören ebenfalls ins Gepäck der Multiinstrumentalisten – Fiona Frewert wechselt jeden Titel zu einem anderen Instrument.

Fiona Frewert. Quelle: Regine Buddeke

Dazu hat sie eine Sirenenstimme, verstärkt von Laura Fella. Wenn die beiden Frauen – wie Elfenköniginnen ganz in weißfließenden Gewändern, mit Fellbesätzen, Netzverzierungen und keltischen Motiven bestickt – ihre zweistimmigen Gesänge ertönen lassen, weht ein Zauber durchs Kirchenschiff. Mal klagend-melancholisch, mal zart und lockend, mal wild-wehmütig, mal mitreißend fröhlich sind die Stücke.

Begonnen wird mit einem Mix aus griechischem und ungarischen Volkstanz. Dann eine vertonte Ballade von John Keats. „Eine Situation, die wohl jeder Mann schon erlebt hat“, neckt Satyr. „Man geht durchs Moor, da erscheint eine wunderschöne Fee. Und eh man sich’s versieht, baumelt man kopfunter in einer Grotte.“ Die Fans lachen. Ein Erntelied folgt, dann eins namens „Tanz über die Brücke“ – schöner kann man den Tod nicht nennen. Ein norwegischer Balztanz – bei dem das verliebte Männchen einen Hut, den das Weibchen am Stock hochhält, mit dem Fuß in einem Riesensprung herunterschlagen muss. „Sorry, dass wir das nicht zeigen – wir haben hier alle Hände voll zu tun“, scherzt ein Musiker.

Laura Fella Quelle: Regine Buddeke

Die Reise geht vom Keltischen ins Schottische und zu den Färöer Inseln, von den Wikingern zu den Rittern und Bänkelsängern, vom frühen Mittelalter in die Gegenwart, vom heidnischen Ritual bis zum Mariengesang. Die Musik ist voll Magie und Geschichte. Das Heldenepos von Sigurd – auch bekannt als Siegfried ist so lang, das man mehrer Abende füllen könnte. „Wir singen nur ein paar Strophen“, heißt es. Ein Hauch Rittersaal und Steinkreis weht im Raum. Das Trollweib bettelt. Die Roma singen ihre kehligen Lieder. Viel zu schnell ist der Abend zu Ende. „Es liegt an euch: Wir hätten auch Zugaben“, sagt Satyr mit faunischem Lächeln. Klar, dass der Applaus überbordet.

Eine Familie aus Oranienburg ist im Mittelalterkostüm erschienen. „Wir haben Faun schon live erlebt – und haben unsere Kinder angesteckt“, sagt die Mutter inmitten ihrer drei Töchter.

Von Regine Buddeke

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