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Fehrbellin: Inklusion für alle

Staatssekretär spricht mit Lehrern Fehrbellin: Inklusion für alle

Voraussichtlich ab dem Schuljahr 2017/18 soll der gemeinsame Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern an einer Schule der Normalfall werden. Das Bildungsministerium in Potsdam will noch in diesem Jahr dem Landtag ein Konzept zur Umsetzung der Inklusion an allen Schulen vorlegen. Das kündigte Staatssekretär Thomas Drescher jetzt in Fehrbellin an.

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Staatssekretär Thomas Drescher und die Landtagsabgeordnete Ulrike Liedtke (v.r.) diskutierten in Fehrbellin mit Lehrern.

Quelle: Reyk Grunow

Fehrbellin. Lange sah es so aus, als sei es ruhig geworden um das Thema Inklusion an Brandenburgs Schulen. Doch der Eindruck täuscht. Hinter den Kulissen arbeitet das Bildungsministerium weitere am Konzept für den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern. Voraussichtlich mit Beginn des Schuljahres 2017/18 könnte das Konzept für alle Schulen verbindlich werden. Das kündigte Bildungsstaatssekretär Thomas Drescher in Fehrbellin an.

84 Grundschulen im ganzen Land hatte sich bisher an einem Pilotprojekt zum gemeinsamen Unterricht beteiligt. Eine Expertenkommission hat gerade einen Anschlussbericht zu der Testphase vorgelegt. Aus Sicht des Bildungsministeriums fällt das Urteil sehr positiv aus. Sowohl den Kindern, die sonst eine Förderschule besuchen müssten, als auch deren Eltern hat der Unterricht in einer „normalen“ Schule meist sehr gut gefallen. Für die Bildungsfachleute des Landes steht deshalb fest, der Pilotversuch soll Normalbetrieb werden. Noch ist allerdings vieles offen.

Lehrer wollten wissen, wie das Land die Probleme lösen will

Vor einem Jahr hatten sich Lehrer der Fehrbelliner Grundschule an die SPD-Landtagsabgeordnete Ulrike Liedtke gewandt, weil sie endlich wissen wollten, wie das Land die vielen Baustellen in der Bildungspolitik bewältigen will. Ulrike Liedtke hatte Staatssekretär Drescher nach Fehrbellin eingeladen, der sich die vielen Sorgen und Probleme anhörte. Jetzt, ein Jahr später war er noch einmal gekommen, um zu erklären, was sich bisher getan hat.

Hauptsorge an vielen Schulen ist der Personalmangel. Ein Patentrezept, wie er abzustellen ist, hat Thomas Drescher nicht. Immerhin: Mit der jüngsten Reform der Schulämter gab es mehr Stellen. „Wir sind erstmals in der Lage, alle Schulämter mit den Ressourcen auszustatten, die sie brauchen“, sagt der Staatssekretär. Das Land ist bereit, mehr Lehrer einzustellen. Doch es gibt gar nicht genügend Bewerber für alle Stellen, vor allem in ländlichen Regionen.

Förderschulen sollen bestehen bleiben

Alle Referendare, die im nächsten Jahr fertig werden und bleiben wollen, bekommen schon jetzt eine Zusage, sagt Drescher. Die Ausbildung von Lehrern soll gestrafft werden. Die Zusammenarbeit mit Polen baut das Land bei der Suche nach weiteren Lehrern aus. Und für Seiteneinsteiger soll es mehr Qualifizierung geben.

Ob das auf Dauer reichen wird? Schon jetzt ist klar, dass mit der Inklusion an allen Schulen auch mehrer Lehrer nötig sind. Zum einen brauchen Kinder mit besonderem Förderbedarf zusätzliche Hilfe. Zu anderen sollen die Klassen kleiner werden. Wie klein, ist allerdings noch offen. Genau wie die Zukunft der Förderschulen offen ist. Das Land will Inklusion zwar für die Schulen verbindlich machen, nicht aber für Schüler und Eltern. Wer das unbedingt will, soll auch kündig die Möglichkeit haben, sein Kind auf eine Förderschule zu schicken. Im Laufe des Jahres will das Ministerium dem Landtag ein Konzept dazu vorlegen. Erst wenn der den Plan absegnet und Geld für die Inklusion bereitstellt, steht fest, wie viele Lehrer Brandenburg künftig einstellen kann, so Thomas Drescher.

In einem Jahr will er wieder nach Fehrbellin kommen, berichten, was sich bis dahin getan hat und hören, ob die Lehrer wenigstens einige ihrer Probleme gelöst sehen.

Von Reyk Grunow

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