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Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin: Wenig Hoffnung für altes Haus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin: Wenig Hoffnung für altes Haus
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00:23 01.01.2016
Zunftzeichen an der alten Schmiede. Quelle: Peter Geisler
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Fehrbellin

Im Sommer hatte es noch so gut aussehen. Mit Geld aus der Städtebauförderung könne die alte Schmiede in Fehrbellin möglicherweise vor dem Einsturz gerettet werden, hatte es damals geheißen. Ende August beschlossen die Gemeindevertreter sogar, das Projekt mit dem dafür nötigen Gemeindeanteil von gut 54 000 Euro zu unterstützen. Inzwischen jedoch scheint das Landesamt für Bauen und Verkehr, das zunächst eine recht großzügige Förderung in Aussicht gestellt hatte, zurückgerudert zu sein. „Wir sind überrascht“, sagt der Fehrbelliner Fachgebietsleiter für Planung und Entwicklung, Rasmus Krebs. Ganz aufgegeben hat er das Projekt allerdings noch nicht. Ein Beratungsgespräch mit Bürgermeisterin Ute Behnicke steht noch aus.

Im Dezember 2013 hatte Tobias Nicklitzsch das denkmalgeschützte Haus in der Geschwister-Scholl-Straße gekauft. Von der akuten Einsturzgefahr von Westwand und Kellergewölbe ahnte der 32-Jährige damals nichts. Zwar konnte er mit zusammengeliehenem Geld eine Notsicherung der besonders maroden Gebäudeteile bezahlen. Danach waren seine finanziellen Reserven jedoch aufgebraucht. Als das Landesamt für Bauen und Verkehr im Dezember 2014 vorschlug, die Sicherungsmaßnahmen von Keller und Westwand über Städtebaumittel und einen Eigenanteil der Gemeinde zu finanzieren, schien eine Rettungsmöglichkeit für das letzte erhaltene Giebelhaus in der Fehrbelliner Altstadt gefunden zu sein. Das Vorhaben sei zu 100 Prozent förderfähig, hieß es damals – „der Eigentümer hätte keinen Bauherrenanteil zu tragen.“

Landesamt will nur fördern, wenn saniert wird

Zwar hält das Landesamt eine solche Förderung immer noch für möglich. Doch in einem Schreiben vom Oktober teilte die Behörde der Gemeinde Fehrbellin mit, dass eine Förderung der Sicherungsmaßnahmen nur möglich sei, wenn das Haus in absehbarer Zeit komplett saniert werde. Das kann Nicklitzsch jedoch nicht leisten. Wenige Tage vor Weihnachten schickte die Behörde ein weiteres Schreiben, in dem sie ihre Auflagen noch einmal bekräftigte. Zugleich teilte sie mit, dass die Städtebaumittel weitgehend aufgebraucht sind – das Gebäude kann zurzeit in den für die Sanierung notwendigen Umsetzungsplan nicht einmal aufgenommen werden. Alles in allem „kein besonders positives Signal“, sagt Fachgebietsleiter Krebs.

Nicklitzsch ist enttäuscht. „Nur mit Idealismus ist das hier nicht zu schaffen“, sagt er. Von Anfang an sei eigentlich klar gewesen, dass es zunächst nur darum gehen könne, die alte Schmiede vor dem Einsturz zu bewahren. Dass das Landesamt jetzt auf eine Sanierung des gesamten Gebäudes drängt, kommt auch für ihn überraschend. Der Künstler hat inzwischen auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz angeschrieben, die bei Sicherungsmaßnahmen mitunter einen Bauherren­anteil übernimmt. Doch die Anfrage blieb unbeantwortet.

„Ich komme hier nicht mehr raus“, befürchtet Nicklitzsch. Verkaufen kann er das Haus nicht. Lässt er es weiter verfallen, muss er den Abriss bezahlen. Doch auch der ist teuer.

Von Frauke Herweg

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