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Fehrbellin verteidigt Abstriche beim Kita-Essen

Streit um Speiseplan Fehrbellin verteidigt Abstriche beim Kita-Essen

Eine kräftige Schelte kassierte Fehrbellins Bürgermeisterin von Eltern, die über Fertigprodukte im Kita- und Schul-Essen empört waren. Nun verteidigt sie ihre Entscheidung. Zum einen habe diese die Kommunalaufsicht legitimiert. Zum anderen hätte sie die gesamte Essensversorgung aufs Spiel gesetzt, wenn sie auf frisch zubereiteten Mahlzeiten bestanden hätte

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Im Moment läuft in den Fehrbelliner Kitas und Schulen eine Umfrage, ob Eltern auch Fertigprodukte gutheißen.

Quelle: Peter Geisler

Fehrbellin. Nach ihrer Selbstanzeige hat die Kommunalaufsicht jetzt die Fehrbelliner Bürgermeisterin entlastet. „Ich habe alles richtig gemacht“, sagt Ute Behnicke. Der Vorwurf, dass sie vermeintlich rechtswidrig gehandelt hatte, sei haltlos.

Die Schelte kassierte Ute Behnicke von Eltern, die sich über das Essen in Kitas und Schulen der Gemeinde ärgerten. Sie waren empört, dass der Lieferant – die Neuruppiner Firma Zuerbel und Lingk – ihren Kindern nicht nur frische Mahlzeiten auftischt, sondern auch Fertigprodukte wie Hefeklöße oder Fischstäbchen, obwohl der ursprüngliche Vertrag das verbot (die MAZ berichtete). Ihr weiterer Kritikpunkt: Die Gemeinde hätte etwas dagegen tun sollen. Stattdessen habe die Bürgermeisterin den Vertrag ohne Absprache mit Gemeindevertretern oder Eltern an die Bedürfnisse des Caterers angepasst.

„Die Vertragsänderung war richtig und notwendig“, sagt Ute Behnicke. Denn nur so habe die Kommune ihrer Versorgungspflicht nachkommen können. Das wichtigste sei gewesen, dass alle Kinder eine warme Mahlzeit bekommen. Dass das Essen dabei vom Vertrag abweicht, stand bei dieser Entscheidung an zweiter Stelle. Diese habe sie zudem alleine treffen dürfen, so die Bürgermeisterin. Denn die Gemeindevertretung hat die Verwaltung beauftragt, sich um den Vertrag zu kümmern – also auch um eine eventuelle Änderung. Diese sei notwendig geworden, als in der Gemeinde bekannt wurde, dass der ursprüngliche Vertrag nicht in allen Punkten erfüllt wird. Zu diesem Zeitpunkt stand die Kommune vor der Frage, ob sie der Firma kündigt und so die Essensversorgung insgesamt aufs Spiel setzt. Oder ob sie Fertigprodukte zulässt, bis Zuerbel und Lingk ab August das Essen vertragsgemäß in seiner neuen Küche in Wustrau zubereitet. Ute Behnicke verteidigt auch, dass sie die Gemeindevertreter nicht sofort über die Probleme informiert hat. Sie wollte erst herausfinden, wie ernst das Problem ist. „Ich wollte nicht sagen: Da ist was, sondern was los ist“, so die Bürgermeisterin.

Im Moment laufe eine Umfrage, ob Eltern mit den Fertigprodukten leben können. Ausgewertet wird sie Mitte März – dann wird die Verwaltung noch einmal überlegen, ob der veränderte Vertrag bestehen bleibt. Ute Behnicke hätte damit kein Problem, da die Fertigprodukte nur einen kleinen Teil der Mahlzeiten ausmachen. Zudem würde bei einer strengen Befolgung des Vertrags auch das Vollkornbrot als Suppenbeilage wegfallen.

Von Celina Aniol

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