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Fehrbellin Erdogan-Besuch führt zum Flugverbot in Fehrbellin
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14:15 28.09.2018
Im Moment dürfen weder Fallschirmspringer noch Flugzeuge vom Fehrbelliner Flughafen starten. Quelle: Reyk Grunow
Fehrbellin

Nicht nur auf dem politischen Parkett und unter den Sicherheitsexperten in Berlin sorgt der Besuch von Recep Tayyip Erdogan für blanke Nerven. Auch auf dem Flugplatz Fehrbellin ist die Stimmung sehr durchwachsen. Denn wegen der Visite des türkischen Präsidenten in der Hauptstadt ist auch eine Flugverbotszone mit einem Radius von rund 55 Kilometern rund um das Regierungsviertel eingerichtet worden. Am Rande dieses Luftsperrkreises liegt der Flughafen Fehrbellin – und zwar innerhalb. Das hat zu Folge, dass dort seit Donnerstag um 9 Uhr und noch bis zum heutigen Sonnabend um 15 Uhr Flugmaschinen weder landen noch starten dürfen. Nur Linienflüge und Flugzeuge der Polizei oder Rettungsdienste betrifft das Verbot nicht.

Mehrere hundert Starts fallen aus

Die Sperrung hat für die Eigentümer und Nutzer des kleinen Lufthafens große Folgen. Bei dem guten Flugwetter, das derzeit herrsche, wären rund 50 Flugzeuge am Donnerstag in die Luft gegangen, rechnet Marcel van der Vechte vor. Am Freitag und am Wochenende gäbe es 100 bis 150 Starts, so der Geschäftsführer des Flugplatzes. Für ihn bedeutet die Sperrung „große Umsatzeinbußen“, weil die Landegebühren für die Flugbewegungen wegfallen und die Piloten dort nicht tanken. „Wenn wir Pech haben, dann entgehen uns alleine am Sonnabend locker 10 000 Euro.“

Minus im fünfstelligen Bereich

Ein Minus im fünfstelligen Bereich werde durch das Flugverbot ihrer Firma entstehen, schätzt Margit Nagel, Mitinhaberin des professionellen Fallschirmsportbetriebs Take Off. Denn alleine am Sonnabendvormittag wäre ihr Flugzeug vermutlich sechsmal mit je 20 zahlenden Passagieren abgehoben. „Das ist bitter für uns.“ Verärgert ist die Leiterin des Sprungzentrums über die Sperre auch, weil sie sehr kurzfristig zeitlich ausgedehnt wurde. Ursprünglich sollte das Verbot nur von Freitagmorgen bis Sonnabend 12 Uhr gelten. Das Unternehmen musste ihren Kunden deshalb ebenfalls kurzfristig absagen und konnte oft keine alternativen Termine nennen, weil die Saison am 21. Oktober endet und es bis dahin mittlerweile fast ausgebucht ist.

In Köln läuft es anders

Margit Nagel kann auch nicht verstehen, dass in Köln, wo Erdogan auch zu Gast ist, kleine Flughäfen am Rande der ebenfalls kreisförmigen Flugverbotszone anders als in Berlin von dieser nicht betroffen sind. „Warum konnte man das nicht auch hier machen?“ Zumal die Flüge, die in Fehrbellin starten, meistens in Richtung Norden fliegen. „Wenn es um die Sicherheit geht, dann hätte die Polizei, die seit Donnerstag auf dem Platz steht, uns auch einfach überprüfen können.“

Immer wieder Flugverbot wegen Staatsbesuchs

Marcel van der Vechte wundert sich ebenfalls über die andere Handhabung in Köln. Er will nun alle Hebel in Bewegung setzten, damit das in Berlin künftig genauso läuft. Schließlich komme es schon öfter vor, dass der Luftraum im Ruppiner Land wegen hohen Staatsbesuchs gesperrt wird und Fehrbellin darunter leiden muss. Zuletzt sei es der Fall beim Besuch des israelischen Regierungschefs Netanjahu im Juni der Fall gewesen, 2016 wegen der Visite des amerikanischen Präsidenten Obama.

Warten statt starten

Ralf Pandel nimmt die Ruhe am Himmel indes sportlich. Und dass, obwohl rund 60 Prozent der für die Zeit von Donnerstag bis Sonntag geplanten 45 Flugstunden ausfallen werden. „Wir nutzen die Zeit anders und warten unsere Flugzeuge“, so der Geschäftsführer der Flugschule in Fehrbellin. „Wenn es jeden Monat passieren würde, wäre es ein krasser Einbruch. Aber einmal kann man das schon verkraften.“

Von Celina Aniol

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