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Fehrbellin Regionales Gemüse aus aller Welt
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00:19 30.10.2018
Georg Rixmann ist begeistert von seinen kräftigen mediterranen Gemüseartischocken und freut sich schon jetzt auf die Ernte der dickfleischigen Blattstiele. Quelle: Cornelia Felsch
Linum

Kürbisse in allen Farben und Formen überfluten derzeit Rixmanns Hof in Linum. Die Symbole des Halloween-Festes gibt es hier in allen Farben und Formen. Rund 150 verschiedene Sorten haben die Gemüseanbauer im Angebot. Die Anbaufläche hat sich in den letzten 20 Jahren versiebenfacht.

Doch nicht nur Sabine Schwalm und Georg Rixmann wurden in den letzten Jahren immer experimentierfreudiger, sondern auch ihre Kunden. Sie nehmen nicht mehr nur noch den Hokkaido-Kürbis, sondern lassen sich von den Rezepten an den Kisten verleiten. Da gibt es Butternut-Kürbis mit Hackfleischsoße oder vermischt mit Topinambur als Rohkostsalat. Der aus Amerika stammende Eichelkürbis Acorn kann süß, herzhaft oder kombiniert zubereitet werden und kann auch als Rohkost mit Schale verzehrt werden. Hidemi-Kürbisse stammen aus Japan und können überbacken als Gratins verwertet werden oder auch in Süßspeisen.

Augenweise: Violetter Rosenkohl Quelle: Cornelia Felsch

„Es war ein ungewöhnlich guter Kürbis-Sommer“, sagt Georg Rixmann. Wir mussten zwar am Anfang etwas bewässern, damit sich die Wurzeln der kleinen Pflanzen gut entwickeln konnten, doch dann sind sie trotz der Trockenheit prächtig gewachsen.“ Im Vergleich zum vergangenen Jahr, wo die Ernte im Wasser ertrank, war es das wahre Kürbisparadies. Georg Rixmann hat viele Rezepte für Kürbissorten aus aller Welt parat, aber auch Tipps für seine jüngsten Kunden: Für die Halloween-Party sollte man die Kürbisse erst einmal nur anmalen und erst später ausschneiden, da sie sonst schnell faulen.

Die Linumer Landwirte lieben das Besondere und entwickeln immer wieder neue Kreativität, wenn es darum geht, neue Sorten aus aller Welt auf ihrem märkischen Acker anzubauen. Bekannte und Freunde bringen Samen aus aller Welt mit. „Ich habe gerade Saatgut aus Georgien bekommen“, sagt Georg Rixmann. In den vergangenen Jahren sind immer mehr geheimnisvolle Sorten hinzu gekommen.

Die Inkagurke ist stachelig. Quelle: Cornelia Felsch

Auf dem Acker gedeihen roter Spitzkohl, violetter Rosenkohl, Yambohnen, rote und violette Möhren, weiße, gelbe und rot-weiße Bete und Gemüseartischocken, die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammen. Sie sind bereits über einen Meter hoch und ähneln kleinen Palmen. Der Name Cardy oder auch Kardone bezieht sich auf die Bestachelung der Pflanze. Gegessen werden die gebleichten Blattstiele sowie bisweilen die graugrünen Blätter.

Der Geschmack der Pflanze ist leicht bitter und artischockenähnlich. „Vor der Ernte werden die Stiele zwei bis drei Wochen in Folie verpackt, um sie zu bleichen. Das nimmt die Bitterstoffe aus der Pflanze“, erklärt Georg Rixmann, der nun auf der Suche ist nach Restaurants, die sich mit der Zubereitung des Gemüses auskennen. Den italienischen Köchen in Neuruppin ist das leckere, würzig-bittere Wintergemüse zwar bekannt, zubereitet haben sie es allerdings noch nicht.

Eine bunte Kürbisauswahl Quelle: Cornelia Felsch

Der Gemüsegarten sieht derzeit zwar schon sehr herbstlich aus, dennoch erntet der Linumer Landwirt immer noch reichlich. Die Yambohne, die aus Mexiko stammt, ähnelt eher einer weißen Rübe, während Stängel und Blätter an Bohnen-Pflanzen erinnern. Die Wurzelknollen sind fest und knackig und vom Geschmack her sind sie süß und erinnern an Äpfel. „Das Gemüse ist auch in Asien weit verbreitet“, sagt Georg Rixmann, der ursprünglich aus Niedersachsen stammt. Seine Familie betreibt dort seit Generationen Landwirtschaft. Der Anbau von Sonderkulturen gehört auch bei ihnen zum Konzept.

Ein Spaziergang über das Gemüsefeld des 64-jährigen Linumers ähnelt einer Weltreise. Im Folienzelt gedeihen auch heimische Gemüsearten, wie Paprika, Gurken und Tomaten. Allerdings gibt sich der Landwirt auch hier nicht mit wenigen Sorten zufrieden – die französischen Tomaten erinnern eher an Paprika. Das Tomatensortiment umfasst 24 Spezies.

Die Yam -Bohne Quelle: Cornelia Felsch

Die stachelige Inka-Gurke kommt ursprünglich aus Peru und wird dort auch als Heilpflanze genutzt. Mit ihrem ungewöhnlichen Aussehen ist sie aber auch für Berliner und Brandenburger Gastronomen ein interessantes Gemüse, das sich gut für moderne Gerichte eignet. „Im Resort Mark Brandenburg stand die stachelige Gurke bereits mit Meeresfrüchten auf der Speisekarte. Allerdings hat der Koch beschlossen, dass er das nächste Mal bei der Zubereitung Handschuhe benutzt.“

Rixmanns Hof in Linum, Nauener Straße 23 A, ist zurzeit täglich ab 12 Uhr geöffnet und am Wochenende ab 10 Uhr. Geschlossen wird abends, wenn keine Kundschaft mehr kommt.

Von Cornelia Felsch

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