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Fehrbellin Ausbau der Ortsdurchfahrt fällt vorerst aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Ausbau der Ortsdurchfahrt fällt vorerst aus
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13:34 31.05.2018
Der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Tarmow ist auf Eis gelegt. Unklar ist, für wie lange. Quelle: Peter Geisler
Tarmow

Der Ausbau der Ortsdurchfahrt in Tarmow fällt erstmal flach. Eigentlich wollte das Land gemeinsam mit der Gemeinde Fehrbellin die Straße dort ab Mai erneuern. Doch weil die Kosten für den Straßenbau in den vergangenen Monaten regelrecht explodiert sind, hat die Kommune die Notbremse gezogen. Nun ist auch wegen des anstehenden Autobahnbaus unklar, wann die Landesstraße erneuert werden kann.

Etwa eine Million Euro haben die Planer für die Sanierung der 680 Meter langen Strecke vorgesehen. „Doch bei der Ausschreibung gab es ein böses Erwachen“, berichtet Frank Schmidt vom Landesbetrieb Straßenwesen. Die zwei Baufirmen, die sich beworben haben, wollten deutlich mehr Geld haben. Vor allem für kleinteilige Arbeiten wie den Ausbau der Zufahrten oder der Gehwege, für die Fehrbellin finanziell aufkommen muss, sei der Preis auf fast das Doppelte der veranschlagten Summe gestiegen. Insgesamt wollten die Firmen rund 1,9 Millionen Euro für die Baustelle haben.

Gemeindevertreter zogen die Notbremse

Die Gemeinde hat ursprünglich 159 000 Euro für die Chaussee in Tarmow vorgesehen. Anfang des Jahres gab es dann kurzfristig eine leichte Korrektur der Landesplaner nach oben, sagt Rasmus Krebs, Fachgebietsleiter für Planung und Entwicklung im Fehrbelliner Rathaus. „Die hätten wir noch verschmerzt.“ Als es nach der Ausschreibung dann aber hieß, dass die Kommune rund 384 000 Euro berappen soll, sollten die Gemeindevertreter noch einmal über das Vorhaben entscheiden. Sie beschlossen, dass Fehrbellin den Baufirmen den Auftrag nicht erteilen wird – an dem Projekt aber dennoch festhält. Nur in abgespeckter Form. „Die Alternative wäre gewesen, andere Maßnahmen dafür zu opfern“, sagt Krebs. Und das wollten die Gemeindevertreter nicht.

Verantwortlich für den enormen Preisanstieg sei die gute Auftragslage, aber auch das Sterben der Bauunternehmen in der Region, so Krebs. Die verbliebenen Kapazitäten in der Bauwirtschaft binde der Autobahnausbau.

Planung muss überarbeitet werden

Nun hat Fehrbellin den völlig neuen Gehweg, der auf der rechten Seite aus Richtung der Rhinstadt eigentlich entstehen sollte, gestrichen. So kann die Belastung für die Kommune und die Anlieger wieder reduziert werden. Das war der Gemeinde wichtig. Schließlich gefielen den Tarmowern die Ausgaben schon vor der Kostenexplosion nicht. Jetzt muss der Landesbetrieb die Planung völlig überarbeiten und die Arbeiten neu ausschreiben. Im Herbst könnte der Bau dann losgehen, hieß es in einem Schreiben der Behörde an Fehrbellin. Natürlich nur, wenn es entsprechende Angebote gibt.

Frank Schmidt will davon jedoch nichts wissen. Er geht davon aus, dass die Ausschreibung frühestens Ende des Jahres rausgeht. Gebaut werde nicht vor dem nächsten Jahr. Allerdings sei auch dieser Termin fraglich.

Autobahnausbau hat auch Auswirkungen auf Tarmow

Denn der Landesbetrieb muss den Ausbau der Autobahn berücksichtigen, der bis 2022 dauern soll. Tarmow ist ein wichtiger Ort für die Umleitungsstrecke. Dass dieser nun in privater Hand der Havellandautobahn-Gesellschaft liegt, mache alles nur komplizierter. „Ich weiß nicht, mit wie vielen Leuten sie baut und wie lange die einzelnen Schritte dann dauern“, so der Landesmitarbeiter. Ein Gespräch mit den Autobahnbauern steht in den nächsten Wochen an. Im Moment wisse er noch nicht, wann an der Anschlussstelle Fehrbellin gebaut und diese damit gesperrt ist. Nur dann aber könne die Ortsdurchfahrt in Tarmow erneuert werden. Denn wenn dort gebaut wird, dann unter Vollsperrung.

Von Celina Aniol

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