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Fehrbellin Wolfgang Gaetke ist „der Macher von Manker“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Wolfgang Gaetke ist „der Macher von Manker“
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16:01 13.03.2019
Wolfgang Gaetke kümmert sich heute um die Alters- und Ehrenabteilung der Amtsfeuerwehren. Quelle: Dagmar Simons
Manker

Jeder hinterlässt irgendwo seine Spuren. Davon ist Wolfgang Gaetke überzeugt. Gaetkes Spuren findet man in Manker, einem Ortsteil von Fehrbellin im Kreis Ostprignitz-Ruppin. Dort wurde Wolfgang Gaetke 1947 geboren. In seinem Geburtshaus, das seit 1720 im Familienbesitz ist, wohnen Gaetke und seine Frau Irmtraut noch heute. Dort wurden auch ihre beiden Kinder groß.

Wolfgang Gaetke ist ein Macher, auch wenn er seine Aktivitäten mittlerweile zurückgeschraubt hat. Bis März 2016 war der heute 71-Jährige noch Ortsvorsteher von Manker. Diesen Posten hat er aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben. Aber sich ganz zur Ruhe setzen – das kann und will er nicht.

Sternzeichen Zwilling – das passt

Gaetke ist Sternzeichen Zwilling – er findet, das passt: Offen für alles, kommunikativ, hat konkrete Vorstellungen und ist ein Freund klarer Ansagen. Und, wie er lachend sagt: „Ich muss immer in der ersten Reihe stehen.“

Diesen Platz belegte er lange. 19 Jahre lang war er Leiter des Fehrbelliner Ordnungsamtes. „Wenn man als langjähriger Leiter des Ordnungsamtes da nicht jeden kennt, hat man etwas falsch gemacht“, sagt der 71-Jährige. Er kennt wirklich jeden in seinem Beritt.

Als er 30 Jahre alt war, wurde er Bürgermeister von Manker. Seine Vorgängerin sprach den gelernten Landmaschinen- und Traktorenschlosser an der Badestelle an, ob er nicht ihr Nachfolger werden wolle.

Mit 30 wurde Gaetke Bürgermeister

„Das hört sich gut an“, dachte sich damals der junge Familienvater und erklärte sich bereit, diese Aufgabe zu übernehmen. Während seiner 15-jährigen Amtszeit absolvierte er noch ein fünfjähriges Fernstudium zum Verwaltungswirt.

Als hauptberuflicher Bürgermeister war er bis Ende 1993 tätig, bis Manker Teil des Amtes Fehrbellin wurde und es keine hauptamtlichen Bürgermeister in den Dörfern mehr gab.

Der Straßenbau im Dorf war ein Kraftakt

„Ich wollte etwas für mein Dorf tun. Wenn ich so einen Posten habe, will ich ihn auch ausfüllen.“ So kümmerte er sich um den Straßenausbau im Dorf, ein echter Kraftakt, den die Dorfbewohner gemeinsam stemmten. 1980 erfolgte der erste Spatenstich für neue Trink- und Abwasserleitungen.

Angeschoben hat das die LPG. „Ich musste es umsetzen“, erinnert er sich. Mit Hilfe der ortsansässigen Betriebe, der LPG und der Bewohner gelang das Vorhaben. Viele Stunden Arbeit leisteten die Mankeraner in ihrer Freizeit, am Abend und an den Wochenenden.

Manker ist ein preisgekröntes Dorf

Was der Zusammenhalt im Dorf bewirken kann, haben sie schwarz auf weiß. 1991 wurde Manker beim Bundeswettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“ ausgezeichnet. Die Plakette wurde den Vertretern auf der Grünen Woche in Berlin überreicht.

„Es war nicht alles einfach, aber schön in der Erinnerung und die verblasst nicht“, sagt Gaetke. So weiß er noch genau, dass er nach der Wende alle 14 Tage nach Potsdam fuhr und im Ministerium so lange drängelte, bis es Fördergeld für das neue Feuerwehrhaus gab.

Das Grundstück dafür gehörte einem ehemaligen Mankeraner, der bereits in den 1950er Jahren in den Westen gegangen war. Um es kaufen zu können, ist Gaetke ein paar Mal zu dem Eigentümer gefahren, in einen kleinen Ort in Nordrhein-Westfalen. Dort fragte er in einer Bäckerei nach der Wohnanschrift und wurde gleich mit den Worten begrüßt: „Ach, Sie sind der Bürgermeister von Manker.“

Jetzt ist der Vorstand weiblich

Als ehrenamtlicher Ortsvorsteher arbeitete Gaetke für seinen Heimatort von 2014 bis 2016. Damals gab er den Posten ab, genau wie den Vorsitz der Ortsgruppe der Volkssolidarität, den er seit 2008 inne hatte. Aber „ich mische noch mit“.

Jetzt hat das Sagen der rein weibliche Vorstand unter dem Vorsitz von Hannelore Leschick. „Wir haben die Frauenquote zu 100 Prozent erfüllt“, sagt Gaetke und lacht verschmitzt. Nach Aussage des ehemaligen Vorsitzenden macht die Damencrew ihre Arbeit „super“.

Die Feuerwehr-Senioren sind eine Herzensangelegenheit

Nach wie vor ist Gaetke Zugführer der Alters- und Ehrenabteilung der Freiwilligen Feuerwehr Fehrbellin. Für ihn eine Herzensangelegenheit. Denn Gaetkes haben ein Feuerwehr-Gen.

Sein Urgroßvater hat die Feuerwehr 1908 mitgegründet, sein Vater gründete 1964 die erste Jugendfeuerwehr, in die Wolfgang Gaetke als 16-Jähriger aufgenommen wurde. 1968 übernahm er den Posten als Jugendwart: 42 Jahre lang behielt er ihn. 2010 übergab er den Staffelstab an seinen Sohn Olaf, auch bekannt als der singende Polizist Herr O. Seine Tochter ist zur großen Freude ihres Großvaters ebenfalls engagiertes Mitglied bei der Jugendwehr.

Zeitweise waren 38 Kinder Mitglieder der Jugendwehr

„Mir hat die Jugendarbeit viel Spaß gemacht“, erinnert sich Wolfgang Gaetke. Zeitweise waren 38 Kinder Mitglied in der Jugendwehr.

Nun kümmert sich Gaetke um die Senioren bei der Feuerwehr – und auch das bereits seit Jahren. Er organisiert mehrere Fahrten im Jahr, bei denen auch Mitglieder der Volkssolidarität mit an Bord sind. Zum Frauentag waren sie mit dem Bus in Linstow. Im Juni geht es nach Brandenburg/Havel, im Herbst zum Oktoberfest nach Hohenleipisch.

Zur Weihnachtsfeier kommen 100 Gäste

Ebenso steht schon für Dezember das Gänsebratenessen im Restaurant des Berliner Funkturms fest. Es gibt ein Grillfest im August und eine Weihnachtsfeier, zu der immer um die 100 Personen kommen. Das alles bewerkstelligt der dreifache Großvater Wolfgang Gaetke nicht allein.

„Ich habe immer Hilfe.“ Auf die war er zu allen Zeiten angewiesen und hat sie auch bekommen – von seinen Mankeranern. Und natürlich stand und steht ihm immer seine Frau zur Seite, mit der er im kommenden Jahr 50 Jahre verheiratet ist.

Von Dagmar Simons

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