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Fehrbellin Spagat im Russisch-Unterricht
Lokales Ostprignitz-Ruppin Fehrbellin Spagat im Russisch-Unterricht
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00:21 31.10.2018
Jürgen Lungfiel überreichte Elke Wildt eine Chronik zur Geschichte der Schule und zu den bisherigen Klassentreffen im Protzener Gutshaus.
Protzen

Im Protzener Gutshaus herrschte am Sonntag wieder Trubel und lautes Geschwätz – fast wie zu früheren Zeiten als dort noch die Schulkinder täglich ein- und ausgingen.

Ehemalige Schüler aus Manker Stöffin, Walchow und Protzen trafen sich auf Einladung des Insel-Vereins dort wieder, wo sie einst einen großen Teil ihrer Kindheit verbracht hatten – damals war das heutige Museum und Gemeindezentrum die Polytechnische Oberschule Protzen. „Ich freue mich, dass ihr zu unserem vierten Treffen so zahlreich erschienen seid“, sagt die Vorsitzende des Insel-Vereins, Elke Wildt, in ihrer kurzen Begrüßungsrede. Mit so vielen Gästen hatte sie allerdings gar nicht gerechnet, da nur 60 Anmeldungen eingegangen waren.

Zwangspause nach Deckeneinsturz

Das erste Treffen fand 2010 statt. Nach einem Deckeneinsturz blieb das Gebäude erst einmal vier Jahre gesperrt und musste saniert werden. „Nach der Zwangspause haben wir uns dann 2014 wieder gesehen und dann alle zwei Jahre.“ Die 56 Jahre alte Vereinschefin wurde 1968 dort eingeschult.

Etwas verändert hat sich das Gebäude durch die Umbauarbeiten allerdings, so dass viele ehemalige Schüler leicht verwirrt nach ihrem Klassenraum suchen. „Der ehemalige Saal des Gutshauses war damals den Achtklässlern vorbehalten“, sagt Elke Wildt.

Die Schule wurde 1945 nach dem Zweiten Weltkrieg in Protzen eröffnet. Aus Stöffin, Dammkrug, Walchow, Manker und Protzen kamen die Kinder. Ursula Vitense (geborene Neumann) und Jürgen Lungfiel kamen erst in der vierten Klasse hinzu. „Unsere Eltern gingen damals auf die Barrikaden, weil unser Lehrer Herr Schulz in der Stöffiner Schule so oft krank war und soviel Unterricht ausfiel“, erzählt er. So wurde die Klasse kurzerhand nach dem Halbjahreszeugnis umgeschult. Für Ursula Vitense ein Glücksfall. Sie schwärmt noch heute von der Protzener Schule, in die sie 1952 kam.

Von Schlesien nach Stöffin

Ihre Familie stammte aus Schlesien. Während der Fahrt in Richtung Westen wurde der Wagen von der Lokomotive abgekoppelt, und so landete Ursula Vitense mit Mutter, Tante, Schwester und Großmutter im märkischen Stöffin.

„Ich hatte trotz alledem dort eine schöne Kindheit“, sagt sie. „Damals gab es ja noch keine Straße zwischen Stöffin und Protzen, und der Schulweg war unbefestigt. Ich kann mich noch an jede Pfütze und an jeden Apfelbaum erinnern.“

Geprägt hat die Schule die 76-Jährige, die heute in Prenzlau lebt. Noch heute schwärmt sie vor allen von den Theaterstücken, die immer zu den Schuljahresabschlüssen im Kulturhaus der Maschinen-Traktoren-Station aufgeführt wurden. Die Volkstanzgruppe und der Schulchor sind dort aufgetreten. Das Theaterstück bildete immer den Abschluss.

Der Russischlehrer war der Königssohn

„Der damalige Direktor Otto Mix und unsere Lehrerin, Fräulein Campe haben die Stücke mit uns eingeübt. Sie waren durchaus anspruchsvoll. Wir spielten „Die kluge Bauerstochter“, Gottfried Kellers „Kleider machen Leute“ und Shakespeares „Sommernachtstraum“, sagt die ehemalige Schülerin.

Noch heute wird sie ein wenig rot, wenn sie davon erzählt wie sie vom Königssohn mit den Worten „Komm an mein Herz, geliebtes Weib!“ umarmt wurde. Schließlich war sie gerade 14 Jahre alt, und der Königssohn war ihr Russisch-Lehrer. „Wir hatten auch tolle Kostüme, die wir damals aus dem Kostümverleih in Neuruppin bekamen.“

An der Fontane-Oberschule legte sie später ihr Abitur ab, Horst Erdmann war ihr Klassenlehrer. „Auch von ihm sind wir optimal gefördert worden“, sagt Ursula Vitense, die später selbst Lehrerin wurde. „Geprägt durch die Jahre an der Protzener Schule, war es immer mein Ziel, mit meinen Schülern auch Theater zu spielen.“

Kartoffeln stoppeln nach der Schule

In der oberen Etage des Gutshauses weist sie auf drei Fenster, die zu ihrem Klassenraum gehörten. Gleich daneben befand sich der Raum, in dem der Russischunterricht gegeben wurde. „Es war so langweilig und demzufolge auch sehr laut. Ich habe in der letzten Reihe dann immer Spagat geübt.“

Den Russischunterricht hat auch Jürgen Lungfiel in schlechter Erinnerung behalten. „Es konnte uns doch niemand bei den Schularbeiten helfen. Wer konnte schon Russisch von den Eltern?“ Und so ließen seine Leistungen in diesem Fach zu wünschen übrig. Für Schularbeiten blieb eh nur wenig Zeit. „Am Nachmittag half ich Opa auf dem Acker oder habe seine Kühe gehütet.

Auch Ursula Vitense wollte ihrer Mutter helfen und ging in den Ferien freiwillig Kartoffeln sammeln. „Beim Sammeln haben wir dann Kopfrechnen geübt“, sagt sie. Beide erinnern sich noch daran, wie sie gemeinsam Kartoffelkäfer sammelten. Für ein gefülltes Marmeladenglas bekamen sie eine Mark. „Davon habe ich mir mein erstes Mäntelchen gekauft“, sagt Ursula Vitense.

Von Cornelia Felsch

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