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Fehrbellins Flugplatz in Turbulenzen

Landeplatz droht die Insolvenz Fehrbellins Flugplatz in Turbulenzen

Die Stadt Neuruppin soll vorerst auf die Rückzahlung von 130 000 Euro Schulden verzichten. Tut sie das nicht, steht der Flugplatz Ruppiner Land in Fehrbellin wohl vor der Insolvenz. Ob der kleine Flugplatz damit gerettet ist, scheint aus Sicht der Neuruppiner Stadtverwaltung trotzdem unsicher zu sein.

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Die teure Landebahn wird jetzt zum Problem.

Quelle: Peter Geisler

Fehrbellin. Der Flugplatz in Fehrbellin steckt in Schwierigkeiten. Die Stadt Neuruppin soll vorerst auf die Rückzahlung von 130 000 Euro verzichten. Tut sie das nicht, droht der Flugplatz-Gesellschaft die Insolvenz.

Die Neuruppiner Stadtverordneten sollen einen sogenannten qualifizierten Rangrücktritt beschließen, um die Insolvenz abzuwenden. Das geht aus einer Beschlussvorlage für den Hauptausschuss am kommenden Montag hervor. Die Stadtverwaltung hat ein Papier voller kryptischer Formulierungen ausgearbeitet, das nicht ganz einfach zu durchschauen ist. Im Kern liest sich das Papier aber so: Der gemeinsamen Tochterfirma von Neuruppin und Fehrbellin geht es schlecht. Und selbst wenn die Stadt Neuruppin jetzt auf einen Teil ihres Geldes verzichten sollte, weiß niemand, wie es mit dem Flugplatz Fehrbellin danach weitergeht.

Fontanestadt sprang beim Bau einer Landebahn in die Bresche

Im Jahr 2001 hatte Neuruppin sich mit Fehrbellin zusammengetan, um den Landeplatz für die Region zu retten. Damals stand der Flugplatz vor dem Aus, wenn keine neue Landebahn gebaut wird. Die früheren Gesellschafter konnten sich das nicht leisten. Also sprang die Fontanestadt in die Bresche und besorgte Fördermittel in Millionenhöhe. Neuruppin übernahm 70 Prozent der neuen Flugplatz-Gesellschaft, Fehrbellin knapp zwölf Prozent, der Rest liegt bei privaten Partnern.

Ein Hangar auf dem Gelände bei Fehrbellin

Ein Hangar auf dem Gelände bei Fehrbellin.

Quelle: Peter Geisler

Viele Stadtverordnete glaubten an ein lohnendes Geschäft. Doch der erhoffte Gewinn trat nie ein. Nach dem 11. September 2001 stieg die Zahl der privaten Starts- und Landungen bei Weitem nicht wie vorhergesagt. Statt einen Gewinn zu verzeichnen, schreibt der Flugplatz regelmäßig rote Zahlen.

Zwischenzeitlich drohte schon einmal das Aus. Das konnte nur abgewendet werden, indem die Fontanestadt ihrer Tochtergesellschaft mehr Darlehen gewährte. Mit Stand August gab Neuruppin rund 282 000 Euro Kredit. Doch das scheint nicht mehr zu reichen.

Geschäftsführer Ralf Heine bestätigt auf MAZ-Nachfrage die prekäre Lage, relativiert aber gleich: „Das ist nur ein buchhalterisches Problem.“ Schuld seien die Abschreibungen für die Landebahn, die einst gebaut wurde, um das Unternehmen zu retten. Inzwischen belasten diese Abschreibungen den Etat immer stärker.

Stadtverwaltung fürchtet, Fördermittel zurückzahlen zu müssen

Mehrfach hatten Stadtverordnete in der Vergangenheit darüber nachgedacht, die Flugplatz-Gesellschaft einfach Pleite gehen zu lassen. Die Stadtverwaltung hatte davor immer eindringlich gewarnt. Im Falle einer Insolvenz könnte Neuruppin nicht nur seinen Gesellschafteranteil und das Darlehen von maximal 330 000 Euro verlieren. Wahrscheinlich müsste die Stadt auch noch einen Teil der Fördermittel zurückzahlen, die es einst für den Bau der Landesbahn gab. Das Land hatte damals zur Auflage gemacht, dass die Bahn wenigstens bis Ende 2017 betrieben wird. So lange muss die Firma in der Hand der Gemeinden bleiben. 2011 hatte sich Unternehmer Carsten Milbach bereit erklärt, die Anteile von Neuruppin und Fehrbellin nach 2017 zu übernehmen.

Ob sich die Lage des Flugplatzes schnell ändert, ist fraglich. Eine wesentliche Einnahme der Gesellschaft sind die Gebühren, die jeder Pilot zahlen muss, wenn er in Fehrbellin landen will. Die Zahl der Landungen steigt zwar. „Aber nicht schnell genug“, sagt Geschäftsführer Heine. Zwischen 7000 und 8000 Landungen erwartet er in diesem Jahr. Ob das ausreicht, um eine schwarze Null zu erreichen, ist noch nicht klar.

Die Neuruppiner Stadtverordneten stehen so auch vor der Frage, ob sich der Flugplatz wirklich bis 2017 retten lässt. Dazu müsste ein Plan her, wie es weitergehen soll – im Amtsdeutsch eine „positive Fortführungsprognose“. Für die gibt es allerdings bisher „kein klares, eindeutiges und praktikables Konzept“, heißt es aus dem Neuruppiner Rathaus. Nachfragen konnte die Verwaltung am Montag nicht beantworten.

Von Reyk Grunow

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