Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Fensterdiebe nahmen Berufung zurück

Wittstock Fensterdiebe nahmen Berufung zurück

Wegen Diebstahls historischer Fenster aus der ehemaligen Tuchfabrik in Wittstock waren zwei Wittstocker im Mai vor dem Neuruppiner Amtsgericht zu je drei Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Dagegen legten sie Berufung ein. Die nahmen sie gestern zurück, nachdem das Gericht von einer möglichen Verurteilung wegen Hehlerei sprach.

Voriger Artikel
Sterntaleraktion ist eröffnet
Nächster Artikel
15-Jährige wochenlang beim Freund versteckt

Historische Fenster in der denkmalgeschützten Tuchfabrik.

Quelle: Gerd-Peter Diederich

Wittstock. Am Donnerstag wurde ein Schlussstrich unter ein Verfahren gezogen, das seinen Ursprung 2014 hatte: Andreas S. und Fred B. zogen die Berufung zurück. Wegen Diebstahls waren die beiden Wittstocker im Mai vor dem Neuruppiner Amtsgericht zu je drei Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Diese wurden zur Bewährung ausgesetzt.

Gestohlene historische Fenster an Eigentümer zurück

2014 hatten zunächst unbekannte Diebe acht historische gusseisernes Fenster aus dem Fabrikgebäude der ehemaligen Wegnerschen Tuchfabrik im Rosenwinkel in der Wittstocker Altstadt ausgebaut und gestohlen. Das stellte die Wittstocker Gebäude- und Wohnungsverwaltung (GWV) fest, als Experten die Bausubstanz dokumentierten, bevor die Tuchfabrik umgebaut wurde. Das Ensemble steht unter Denkmalschutz. Es gehört der GWV. Die Wohnungsverwaltung lässt in der Tuchfabrik Wohnungen bauen. Nach dem Diebstahl und einer Presseveröffentlichung mit Bildern der gestohlenen Fenstern, wandte sich ein Wittstocker an die GWV. Ihm seien von Andreas S. und Fred B., denen sein Interesse an alten Baumaterialien bekannt war, genau diese Fenster angeboten worden: Er sanierte damals gerade ein Haus in der Wittstocker Altstadt. Er kaufte den beiden Anbietern vier Fenster ab, für 400 Euro. Diese bekam die GWV zurück. Die beiden Fensterverkäufer wurden wegen Diebstahls angeklagt und verurteilt.

Mit Urteil nicht einverstanden

Mit diesem Urteil waren die Angeklagten nicht einverstanden. Sie legten Berufung ein. Sie hatten die Tat von Anfang an bestritten. Aus Sicht ihrer Verteidiger ließ nichts darauf schließen, dass ihre Mandanten die Täter seien. Eine Wohnungsdurchsuchung im August 2014 war brachte auch keine Beweise dafür. Es gab keine Tatzeugen und keine Spuren. Die Verteidigung hielt die gesamte Beweislage für nicht ausreichend, um darauf eine Verurteilung stützen zu können. Dem Amtsrichter dagegen reichten die Beweise. Er verurteilte die beiden einschlägig vorbestraften Männer.

Kurz und schmerzlos: Berufung zurück genommen

Am Donnerstag fand die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Neuruppin ein schnelles Ende: Die Angeklagten nahmen die Berufung zurück. Nicht, weil sie sich plötzlich eines Besseren besannen und sich zu der Tat bekannten, sondern weil sie vermutlich nicht besser aus der Sache herausgekommen wären. Denn der Vorsitzende Richter erteilte den rechtlichen Hinweis, dass die angeklagte Tat auch wegen Hehlerei strafbar sein könnte. „Wir möchten die Berufung zurücknehmen“, sagte nach kurzer Beratung der Verteidiger Martin Dakhli. Dem schloss sich der Verteidiger Georg Unnebrink an. Er relativierte allerdings: „Wir möchten nicht, aber wir sehen keinen anderen Weg.“

Ob Hehlerei oder Diebstahl, das Ergebnis wäre vermutlich nicht anders ausgefallen. Das vor Augen, entschied sich die Verteidigung in Absprache mit den Angeklagten zu diesem Schritt.

Von Dagmar Simons

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Ostprignitz-Ruppin

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg