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Ferien auf dem Rittergut Horst

Tourismus statt Spargel Ferien auf dem Rittergut Horst

Nachdem der Anbau von Gemüse wie Spargel, Möhren oder Zwiebeln dem alten Rittergut Horst über Jahre durch Arbeitskräftemangel, teure Investitionen und Ernteausfälle beeinträchtigt wurde, hat Felix von Lewinski seine Flächen weitgehend abgegeben. Er vermietet nun die Ferienwohnungen auf dem Gut.

 

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Die Ruine der alten Ritterburg will Felix von Lewinski mit Hilfe eines Fördervereins baulich gegen weiteren Verfall sichern.

Quelle: Claudia Bihler

Horst. Früher wäre Felix von Lewinski in Horst bei Blumenthal zu dieser Jahreszeit nicht so gelassen gewesen. Bis vor drei Jahren wäre rund ums ehemalige Rittergut jetzt Hochsaison: Es ist Spargelzeit. Doch vor nunmehr drei Jahren hat die Familie die Spargelzeit für immer beendet: Erst kamen nicht ausreichend viele Saisonkräfte, dann waren die Preise schlecht. Und so manche Investition wie die automatische Sortieranlage habe auch nicht so funktioniert, wie sie sollte: „Von Hand waren wir schneller“, erinnert sich Felix von Lewinski.

Als die Familie das Gut 1998 kaufte, war die Situation in der Landwirtschaft noch eine völlig andere. „So gesehen haben wir Fehler gemacht“, sagt der Gutsbesitzer: „Denn wir haben Kulturen gehabt, die zum einen sehr arbeitskräfteintensiv waren und zum anderen auch sehr teure Bearbeitungsmaschinen verlangten.“ Neben dem Spargel gehörten Zwiebeln oder Möhren dazu – empfindliche Kulturen, die nach klimatisch ungünstigen Jahren auch für den einen oder anderen Ernteausfall sorgten.

Die ehemalige Landwirtschaftsschule steht unter Denkmalschutz

Die ehemalige Landwirtschaftsschule steht unter Denkmalschutz. Was daraus wird, weiß ihr Besitzer noch nicht.

Quelle: Claudia Bihler

Inzwischen hat der Juniorchef das Gut drastisch verkleinert. Von den rund 500 Hektar Land, die die Familie ursprünglich bewirtschaftete, wurde der Großteil verpachtet. Auf nunmehr 100 Hektar produziert von Lewinski überwiegend nachwachsende Rohstoffe: Weiden und Pappeln werden angebaut, zu Hackschnitzeln verarbeitet und an ein Berliner Kraftwerks-Unternehmen geliefert. Geerntet wird nur alle vier Jahre, was Lewinski Zeit genug gibt, sich um die Vermietung der Ferienwohnungen auf dem Gut zu kümmern. „Inzwischen haben wir Stammgäste, die jedes Jahr wieder kommen“, meint er, „vor allem Familien und Jäger wissen die Lage des Gutes zu schätzen, wo wenig Verkehr ist und die Kinder im Teich schwimmen können.“

Zum denkmalgeschützten Ensemble von Horst gehören viele weitere Gebäude. Zum einen steht das alte Gutshaus leer, das Lewinski gerne restaurieren würde. Und für das es bereits Pläne gab, wie es nach alten Mustern wieder hergerichtet werden kann: „Aber die drei Millionen Euro, die dafür nötig wären, die fehlen einfach.“

Zudem stehen direkt neben dem Gutshaus noch die Reste der alten Ritterburg samt Turm. In Zusammenarbeit mit dem Förderverein, den der Gutsbesitzer gegründet hat, soll diese zumindest gesichert werden, so dass sie erhalten bleibt, aber auch so, dass keine Gefahr von ihr ausgeht. Der Förderverein unterstützt auch den Erhalt des Landschaftsparks mit dem Teich.

Unschlüssig ist Lewinski noch, was mit der ehemaligen Landwirtschaftsschule passieren soll: „Es gibt keinen Wasseranschluss, und bald keinen Strom mehr.“ Wäre Verkauf eine Option? „Ich habe ihn noch nicht aktiv betrieben. An jeden würde ich auch nicht verkaufen: An rechte Organisationen etwa auf keinen Fall.“

Von Claudia Bihler

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