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Fernes Syrien so nah

Kyritz Fernes Syrien so nah

Die Fotografin Sabine Steputat kennt Syrien noch aus Zeiten vor dem Bürgerkrieg. Die Fotos, die sie damals machte, stellte sie heutigen Bildern gegenüber. Mit ihrer Wanderausstellung, die seit dem 25. Juli für rund vier Wochen in der Kyritzer Sankt Marien Kirche zu sehen sein wird, will die Fotografin den Flüchtlingen aus diesem Land ein Gesicht geben.

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Guntram Peter (l.) im Gespräch mit dem vor zwei Jahren aus Syrien geflüchteten Ahmad Al Sayed.

Quelle: André Reichel

Kyritz. Die Knatterstadt Kyritz und Damaskus, die Hauptstadt Syriens, trennen 3800 Autokilometer. Das klingt erst einmal viel und sehr weit weg. Doch angesichts des dort in diesem Land seit Jahren tobenden Bürgerkrieges und der daraus resultierenden Flüchtlingswellen in den Jahren 2015 und 2016, die auch um die Region des Altkreises Kyritz keinen Bogen machte, rückte das ganze Thema plötzlich doch ganz nah. Sie waren ja auch nicht zu übersehen, die vielen Flüchtlinge, die zuerst im Übergangswohnheim in Wusterhausen unterkamen, inzwischen aber in der Dossestadt, in Kyritz oder anderswo eine Wohnung beziehen konnten.

Ihr Hab und Gut mussten die syrischen Flüchtlinge zurücklassen. Was sie hingegen mitbrachten, sind Erinnerungen an bessere, längst vergangene Zeiten vor dem Krieg, aber auch die Bilder von grauenvollen schrecklichen Dingen, die sie erleben mussten.

Fotos, die den Flüchtlingen ein Gesicht geben

Die Fotografin Sabine Steputat, die in der Nähe von Luckau lebt, kennt das alte unzerstörte Syrien mit seinen antiken Stätten, Kunstschätzen und blühenden Metropolen. Für eine Reisereportage im Auftrag einer Frauenzeitschrift reiste Sabine Steputat im Jahr 2006 mit der weltberühmten Bagdadbahn von Istanbul bis Damaskus und lernte hierbei auch die Städte Aleppo, Hama und Palmyra kennen. Bei dieser Reise entstanden zahlreiche Fotografien. Den Ausbruch des Krieges und dessen Entwicklung beobachtete die Fotografin genau. „Ich musste oft an die Menschen denken, die ich damals dort kennenlernte“, berichtet die Fotografin. „Bilder von den Kriegszerstörungen veranlassten mich, eine Fotoausstellung zu machen und hierbei meine Bilder von damals und Bilder von heute gegenüberzustellen“, sagt Sabine Steputat, die mit ihren Fotos den Flüchtlingen ein Gesicht geben möchte.

Die Fotografin Sabine Steputat eröffnete am Sonntag ihre Ausstellung

Die Fotografin Sabine Steputat eröffnete am Sonntag ihre Ausstellung.

Quelle: André Reichel
In der Ausstellung sind auch heitere Bilder zu sehen

In der Ausstellung sind auch heitere Bilder zu sehen.

Quelle: André Reichel

Diese bereits in Prenzlau, Erfurt, Luckau und anderen Orten gezeigte Bilderausstellung ist nun seit Sonntag auch in Kyritz in der Sankt Marien Kirche zu sehen. Eröffnet wurde sie nach dem Gottesdienst mit ein paar Worten der Fotografin. Dutzende interessierte Kyitzer, aber auch viele syrische Flüchtlinge sahen sich die beeindruckenden großformatigen Bildtafeln und ein dazugehöriges Fotobuch an. Guntram Peter berichtete von seinen Eindrücken, die er von einer 1995 gemachten Syrienreise mitbrachte. Ahmad Al Sayed entdeckte wiederum Bilder aus seiner Heimatstadt und erzählte von seiner verlorenen Heimat. Schon die Ausstellungseröffnung fand große Beachtung. Interessierte haben noch bis zum 21. Juli Zeit, sich diese auch anzusehen.

Von André Reichel

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