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Festgottesdienst in der Klosterkirche.

Neuruppin Festgottesdienst in der Klosterkirche.

Schon von Weitem ist die Klosterkirche zu sehen, sie ist das Wahrzeichen der Stadt Neuruppin. In diesem Jahr feiert die Kirchengemeinde den 770. Geburtstag ihres Gotteshauses. Am Sonntag kamen etwa 150 Besucher zum Festgottesdienst.

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Der Künstler Matthias Zágon Hohl-Stein (r.) zeigt seinen „Pater Wichmann“ in der Kirche.

Quelle: Cornelia Felsch

Neuruppin. Im 13. Jahrhundert wurde in Neuruppin ein Dominikanerkloster errichtet – als erste Niederlassung des Ordens zwischen Elbe und Oder, gegründet durch den ersten Prior Wichmann von Arnstein. 1246 ist der Pater mit sieben weiteren Mönchen in Neuruppin angekommen. Im selben Jahr wurde der Chor der Klosterkirche fertiggestellt. Am Sonntag feierte die Kirchengemeinde mit einem Festgottesdienst das 770-jährige Bestehen ihrer Kirche.

„Sie haben eine schöne Kirche“ – diesen Satz hört Pfarrerin Susanne Graap desöfteren, wenn Besucher im Inneren des gotischen Backsteinbaus verweilen. In ihrer Predigt erinnert die Pfarrerin daran, dass die Bauleute von damals dem Gebäude ein tragfähiges Fundament, ein dichtes Dach und schmückende Fassadensteine gegeben haben. „Doch das allein macht eine Kirche noch nicht zu einem Ort lebendiger Gemeinschaft“, sagt sie. Es sind die Trauungen, Taufen, Konfirmationen und Gottesdienste, die den Raum mit Leben und Glauben erfüllen, an die sich sicher auch viele Gottesdienstbesucher an diesem besonderen Tag erinnerten.

Doch die Kirche am Ruppiner See hat auch andere Zeiten erlebt. 1539 war es, als ein Mann während der lateinischen Messe aufstand und auf Deutsch das Lutherlied „Vater unser im Himmelreich“ anstimmte; Die Reformation hatte Neuruppin erreicht. Der letzte Prior legte die Mönchskutte ab. Die Klosterkirche wurde 1564 als evangelische Kirche der heiligen Dreifaltigkeit geweiht.

Pfarrerin Susanne Graap und Gemeindepädagoge Thomas Klemm -Wollny

Pfarrerin Susanne Graap und Gemeindepädagoge Thomas Klemm -Wollny.

Quelle: Cornelia Felsch

Während der napoleonischen Kriege und der französischen Besatzung wurde die Kirche zum Magazin und Gefangenenlager. In den darauffolgenden Jahren zerfiel das Gotteshaus mehr und mehr, bis sich König Friedrich Wilhelm III. erbarmte. Ab 1834 wurde die Klosterkirche nach Plänen Karl Friedrich Schinkels saniert und am 16. Mai 1841 in Anwesenheit des Königs wieder eingeweiht. Am 1. Mai 1945 wurden die schweren Türen der Klosterkirche aufgebrochen, nicht um sie zu zerstören oder zu plündern, sondern um die Kirche und die ganze Stadt vor der Zerstörung durch die heranrückende sowjetische Armee zu retten. Die weiße Fahne wehte vom Turm der Klosterkirche. „44 Jahre später waren es weiße Kerzen, die von der Klosterkirche und den wöchentlichen Montagsgebeten aus die Hoffnung auf politische Veränderung, auf gesellschaftlichen Frieden und Freiheit hinaustrugen in die Stadt“, sagt Gemeindepädagoge Thomas Klemm-Wollny, der gemeinsam mit der Pfarrerin den Gottesdienst gestaltete.

Nach dem Gottesdienst gab es Sekt zum Anstoßen

770 Jahre Klosterkirche sind für die Kirchengemeinde ein Grund zum Feiern und zum Anstoßen – im Anschluss an den Gottesdienst mit einem Glas Sekt. Unter den Gästen ist auch der Künstler Matthias Zágon Hohl-Stein. Er kam nicht allein – sondern mit „Pater Wichmann“, diesmal aus Stahl. Der Verschönerungsverein und der Lions Club hatten 2013 die Idee aufgegriffen, ein Denkmal für Pater Wichmann zu schaffen. Daraufhin hat der Künstler Matthias Zágon Hohl-Stein mehrere Entwürfe angefertigt. Für sechs Wochen steht die Stahl-Skulptur neben dem Eingang zur Sakristei, den geplanten Standort auf der Wiese hatte die Denkmalschutzbehörde verworfen. Der stählerne Pater Wichmann soll nun mit der Sandsteinfigur des Dominikaners in einen Dialog treten. Die Figur, die in einer Art Laube steht, ist mit einem kleinen Heiligenschein versehen und lächelt, so wie auch die Sandsteinfigur. „Das Lächeln ist das verbindende Element“, sagt Hohl-Stein.

Von Cornelia Felsch

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