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Ostprignitz-Ruppin Feuchttücher legen Abwasserpumpen lahm
Lokales Ostprignitz-Ruppin Feuchttücher legen Abwasserpumpen lahm
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10:10 19.04.2017
Das nächste Problem in Dahlhausen ist programmiert: Im Sammelraum vom Pumpwerk treiben wieder Feuchttücher. Quelle: Christamaria Ruch
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Dahlhausen

Beim Abwassersystem in Dahlhausen läuft es derzeit alles andere als rund. Immer wieder treten Störungen im Abwasserpumpwerk am Ortsausgang in Richtung Horst auf. Ursache dafür sind feuchte Tücher aus dem Sanitär- und Küchenbereich. Diese werden unzulässig über das Abwasser entsorgt. Geraten die Feuchttücher in das Laufrad der Pumpe, verstopft diese und fällt aus.

Mit einem Informationsschreiben setzte der Wasser- und Abwasserverband Wittstock (WAV) in der vergangenen Woche erneut alle 44 Haushalte in Dahlhausen über dieses Problem in Kenntnis. Beigefügt war ein Infoblatt „Vorsicht, Pumpenkiller! Problem Feuchttücher“, das Hinweise zur richtigen Entsorgung enthält. Bereits Ende November 2016 erhielten die Einwohner ein erstes Schreiben. Eine Besserung gab es nicht. Damit steht zunächst das ganze Dorf unter Generalverdacht. Denn noch ist völlig unklar, welcher Haushalt Feuchttücher unzulässig entsorgt. „Vielen Bürgern ist diese Thematik bisher nicht bekannt, wir müssen sie sensibilisieren“, sagt Sigrid Krüger, Technikerin für den Abwasserbereich beim WAV.

Thomas Hirte entfernt am Endschacht in Dahlhausen den Deckel, um das Pumpwerk anzuschauen. Quelle: Christamaria Ruch

Dahlhausen ist nicht das einzige Dorf im WAV-Einzugsbereich. „Auch in Babitz, Jabel und Zaatzke gab es diese Störungen, aber dort haben wir mit dem Informationsschreiben gute Erfahrungen gemacht“, sagt Sigrid Krüger. Will heißen: Die Bürger ließen sich sensibilisieren. Auch in Pflegereinrichtungen oder dem KMG-Klinikum in Wittstock verursachten falsch entsorgte Feuchttücher in zurückliegender Zeit Störungen im Abwasserpumpwerk, so Sigrid Krüger. Die Aufklärungsarbeit trug dort ebenfalls Früchte.

Beim Termin vor Ort in Dahlhausen am Dienstag Vormittag steht fest. „Die nächste Störung ist vorprogrammiert“, sagt Abwassermeister Thomas Hirte. Der 46-Jährige stellt im Verteilerkasten am Abwasserpumpwerk in Dahlhausen einen erhöhten Stromverbrauch fest, zieht den Deckel vom Endschacht und entdeckt im Sammelraum in drei Meter Tiefe wieder mehrere Feuchttücher. „Zwei bis fünf Tücher genügen, um eine Störung auszulösen“, sagt er. Fünf Pumpenstörungen im November 2016 Jahres markierten bislang einen Negativrekord in Dahlhausen.

Feuchttücher für den Sanitär- und Küchenbereich gehören in den Abfall. Quelle: Christamaria Ruch

„Der Stromverbrauch steigt dann bis auf das 34-fache vom Normalverbrauch“, sagt er. Um eine Störung zu beheben, muss auch das Spülfahrzeug vom WAV anrücken. Die Pumpe wird hochgezogen, die Hydraulik abgeschraubt und die verklumpten Tücher zwischen Laufrad und Hydraulikgehäuse werden per Hand abgezogen. Zweimal monatlich erfolgt eine planmäßige Kontrolle an den Abwasserpumpwerken. Jede außerplanmäßige Störung verursacht zusätzliche Kosten für den Verband.

Der WAV wird noch zwei bis drei Wochen warten, ob sich die Störungen in Dahlhausen legen. Sollte das nicht der Fall sein, wird der Verband erstmals zu einem kostspieligen Mittel greifen. Systematisch wird dann das Abwassersystem untersucht. „Damit grenzen wir genau den Verursacher ein“, sagt Sigrid Krüger. Dieses Verfahren dauert mehrere Wochen und wird am Ende dem Verursacher vollständig in Rechnung gestellt. So sieht es die WAV-Satzung vor. „Bisher war diese Methode nie notwendig“, sagt Krüger. „Jeder, der schon einmal eine Verstopfung im Haus bezahlen musste, weiß, wie kostspielig das werden kann“, sagt Thomas Hirte.

Feuchttücher sind Abfall

Seit gut drei Jahren stellen falsch entsorgte Hygienetücher für den Wasser- und Abwasserverband Wittstock ein Problem dar. „Die Tücher haben sich weiter entwickelt und es gibt eine breite Palette im Handel“, sagt WAV-Technikerin Sigrid Krüger.

Auf jeder Verpackung steht im Kleingedruckten, wie die Feuchttücher entsorgt werden sollen.

Die Tücher bestehen zumeist aus Vlies und sind extrem reißfest. Sie verstopfen im Abwasserbereich Rohre und Kanäle. Daher gehören sie in den Restmüll.

Die wenigsten Feuchttücher bestehen aus Papier und lösen sich schadlos im Wasser auf. cmr

Von Christamaria Ruch

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