Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Feuer frei in Fehrbellin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Feuer frei in Fehrbellin
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 06.01.2016
Diese Neujahrsgrüße sind nicht zu überhören: Fehrbelliner Schützen am Sonntagvormittag ganz in ihrem Element. Quelle: Christian Schmettow
Anzeige
Fehrbellin

Zu Weihnachten noch im T-Shirt draußen – und jetzt das! Bei minus sieben Grad – gefühlt minus 15 – und eisigem Wind halten sich knapp 100 Fehrbelliner an Plastikbechern mit Glühwein fest. Ein viel zu dünnes Feuerchen brennt am Sonntagmorgen in der Schale auf dem Rathausparkplatz. Ein gutes Dutzend Menschen drängt sich in der gläsernen Bushaltestelle – da ist es wenigstens von drei Seiten windgeschützt. „So schnell schießen die Preußen nicht“, heißt es. Wir müssen also noch ein bisschen länger frieren.

Es ist zur Tradition geworden, dass die Fehrbelliner Schützengilde am ersten Sonntag des neuen Jahres vor dem Fehrbelliner Rathaus ihre Böllerkanonen abfeuert, um die bösen Geister zu vertreiben – und um allen Fehrbellinern ein gutes neues Jahr zu wünschen. Das Neujahrsschießen gibt es in Fehrbellin seit 1998. Damals war es noch zu leichten Verstimmungen gekommen: Der Kanonenschuss knallte ausgerechnet in dem Moment, als Pfarrer Seehaus in der nahe gelegenen Kirche bei den Worten „und Friede auf Erden” angelangt war.

Solche Startschwierigkeiten sind behoben, seit das Neujahrsschießen auf 11 Uhr verlegt wurde. Monotone Trommelschläge kündigen das Nahen der Männer mit dem Knalleffekt an. Blaue Uniformen, weiße Gamaschen, schwarze Hüte, die Vorderlader-Gewehre geschultert – so ziehen 16 stattliche Brandenburger vor das Rathaus. Die Frierenden begrüßen sie mit Beifall. Aber gab es im Brandenburger Heer vor 341 Jahren schon Kindersoldaten? Franz heißt der Jüngste der Fehrbelliner Schützen, er ist sieben Jahre alt und schon zum zweiten Mal mit dabei beim Neujahrsschießen. Die Uniform hat seine Mutter ihm geschneidert, und seinen Vorderlader handhabt er souverän wie die Großen. „Ich habe auch noch so eine kleine Uniform zu Hause“, erzählt der Fehrbelliner Ortsbürgermeister und Schützenbruder Jürgen Sternbeck. „Für den Enkel“ – aber es sei nicht leicht, Nachwuchs zu gewinnen in der Schützengilde.

Zum Glück gehören auch Handschuhe zur Uniform der Schützengilde. Quelle: Christian Schmettow

Tapfer setzen die Jagdhornbläser ihre Lippen an eiskaltes Blech, dann knallen 16 Vorderlader dreimal Salut – dass es nicht ganz synchron feuert, liegt wohl auch an der Kälte.

Bei den Kanonen klappt das besser – es sind auch nur zwei: Rohr putzen, – Laden – Zündkraut setzen – Feuer! Und dreimal Doppelbumm aus der 75-Millimeter-Haubitze und der kleinen Kanone, Kaliber 39. Mit einer scharfen Ladung von 2,5 Kilogramm Schwarzpulver könnte die Haubitze eine Viertelkilo-Kugel zwei Kilometer weit schleudern. Doch die Schützen, die im vergangenen Jahr das große Schlachtspektakel in Hakenberg meisterten, kündigen an, es in diesem Jahr ruhiger angehen zu wollen. Wobei das Wort „ruhiger“ es wohl nicht ganz trifft.

Bleibt nur noch die Frage offen, wo denn dieses „Zündkraut“ wächst. Ein hagerer Kanonier mit Bart klärt auf: Zündkraut ist Schützenlatein – gemeint ist damit das Schwarzpulver.

Um 11.20 Uhr haben alle bösen Geister das Weite gesucht. Auch die Schützen frieren nun. Jetzt hilft ein Schluck Zielwasser: destillierte Birne aus dem Flachmann. Und ein Eisbein im Fehrbelliner Bahnhof.

Von Christian Schmettow

Mit der jüngsten Sanierung eines Daches der Hohenofener Papierfabrik ist dieses bundesweit einzigartige Industriedenkmal längst nicht gerettet. Größere Schritte in diese Richtung stehen erst in diesem Jahr bevor. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz startete dazu bereits bundesweit einen Spendenaufruf. Ein erstes Zwischenergebnis überrascht.

06.01.2016
Ostprignitz-Ruppin Weitere Investitionen in die Stadt - Lindow setzt auf Fördermittel

Mehr als zweieinhalb Millionen Euro hat Lindow schon aus dem Fonds für notleidende Kommunen erhalten. Nun sollen von diesem Jahr an weitere 390 000 Euro Fördermittel hinzukommen. Das Geld ist unter anderem für Straßenbeleuchtung gedacht und für den Pavillon auf dem Marktplatz, der erst vor 16 Jahren mit Fördergeld errichtet wurde.

06.01.2016
Ostprignitz-Ruppin Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 3. Januar - Betrunkener randaliert in Tankstelle

In einer Tankstelle hat am Neujahrstag in Neuruppin ein Betrunkener heftig randaliert. Er bespuckte eine Angestellte und demolierte eine Schiebetür. Auch gegenüber der Polizei verhielt der Mann sich aggressiv.

03.01.2016
Anzeige