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Feuer in der Kyritzer Tauschbox

Vermummter zündet auf Marktplatz Regale an Feuer in der Kyritzer Tauschbox

Offenbar hat ein Zeuge in der Nacht zu Montag beobachtet, dass eine vermummte Person in der Tauschbox auf dem Kyritzer Marktplatz Feuer gelegt hat und dann anschließend weggerannt ist. Der Zeuge rief die Polizei und die Feuerwehr, die das Ausbreiten der Flammen zum Glück verhinderte.

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In der Tauschbox auf dem Kyritzer Markt brannte es in der Nacht zu Montag.

Quelle: Sandra Bels

Kyritz. Ein gutes Jahr steht sie nun im Herzen der Kyritzer Innenstadt. Täglich bekommt sie Besuch. Mancher Gast bringt etwas, andere holen sich Dinge aus den Regalen. Egal, wer kommt – jeder hatte bisher nur gute Absichten. Das trifft jedoch nicht auf den Gast zu, der die sogenannte Tauschbox auf dem Kyritzer Marktplatz in der Nacht zu Montag besucht hat. Er legte drinnen kurz vor Mitternacht Feuer. Zwei Regale sind jetzt angekokelt, haben Brandspuren. Die Polizei beziffert den Schaden zwar nur mit 50 Euro. Doch angesichts der mittlerweile aufgeklärten Brandserie der vergangenen Monate in Kyritz und der noch immer ungeklärten Feuer in Karnzow tut sich nun die Frage auf, ob eine neue Serie begonnen haben könnte.

Die Pressesprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin, Dörte Röhrs, will zum jetzigen Zeitpunkt jedoch die Taten in Karnzow und den Anschlag auf die Tauschbox nicht in Zusammenhang stellen. Das sagte sie am Montag auf MAZ-Nachfrage. Sie teilte aber auch mit, dass zu den Vorfällen in Karnzow weiter ermittelt werde. „Wir lassen nicht locker“, so Dörte Röhrs.

Über die Brandstiftung in der Tauschbox sagte sie, dass ein Zeuge in der Nacht zu Montag eine vermummte Person gesehen hat, die das Feuer offensichtlich gelegt hat und dann weggelaufen war. Gleicher Zeuge informierte laut Dörte Röhrs auch Polizei und Feuerwehr. Letztere war mit mehr als zehn Helfern im Einsatz und konnte Schlimmeres verhindern. „Da an der Tauschbox kein Strom anliegt, gehen wir nicht von einem technischen Defekt aus“, so die Sprecherin. Es werde ermittelt.

René Strehlow baute die Kyritzer Tauschbox  und spendierte auch das Material dafür

René Strehlow baute die Kyritzer Tauschbox und spendierte auch das Material dafür.

Quelle: Sandra Bels

Es war der erste Anschlag auf die massive Tauschbox auf dem Marktplatz seit ihrer Eröffnung am 20. September 2014. Der Kyritzer Ortswehrführer Frank Brüggemann bestätigte das am Montag. Das Häuschen war im vergangenen Jahr beim Markt der regionalen Möglichkeiten aufgebaut worden – als Achteck. Kreiert vom gelernten Tischler René Strehlow aus Vichel symbolisiert sie für den Künstler die Unendlichkeit in Anlehnung an eine liegende Acht als Symbol dafür.

Das System Tauschbox oder auch Schenkbox, wie es ein Plakat im Inneren verkündet, ist ganz einfach: Jedermann kann etwas in die Regale legen oder herausnehmen. Scheinbar fand das in der Vergangenheit aber nicht überall Freunde, denn die Vorgängerbauten der jetzt massiven Variante fielen immer wieder Anschlägen zum Opfer.

Die erste Tauschbox war beim ersten Markt der Möglichkeiten im September 2013 auf dem Marktplatz eingeweiht worden. Jedoch waren sie und ihre Nachfolgerin gleich mehrmals angezündet worden. Einmal brannte das Häuschen sogar komplett nieder. Monatelang überlegten danach die Initiatoren des Marktes der Möglichkeiten zusammen mit der Stadt, ob es Sinn macht, erneut eine Box aufzustellen. Schließlich entschied man sich für die massive Fachwerkvariante. Strehlow spendierte für den Bau 400 alte Biberschwänze und 600 gebrauchte Steine für die Gefache. Das Material für die Konstruktion wurde damals von Spendengeldern gekauft.

René Strehlow und Johannes Miehlke arbeiten zum Selbstkostenpreis an der Box und ließen sich dabei unter anderem beim Markt der regionalen Möglichkeiten über die Schultern schauen. Der Markt ist eine Plattform für das Vernetzen und Austauschen. Dabei dreht sich alles um regionale Dienstleistungen von Privatleuten, Initiativen, Vereinen und Trägern. Sie präsentieren sich auch in diesem Jahr einen ganzen Tag auf dem Kyritzer Marktplatz. Am 19. September ist es so weit. Themen wie Umwelt, Gesundheit, Kultur, Energie, Handwerk und Bildung werden eine Rolle spielen.

Von Sandra Bels

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