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Feuer vor der Sprengung der Kugelbomben

Kyritz-Ruppiner Heide Feuer vor der Sprengung der Kugelbomben

Sie sind klein und äußerst gefährlich: Kugelbomben. Wie viele dieser Waffen sich in der Kyritz-Ruppiner Heide befinden, ist völlig unklar. Denn die sowjetische Armee, die damit übte, hat keine Unterlagen dazu hinterlassen. Doch die Bundesrepublik hat sich verpflichtet, bis zum Jahr 2020 alle Kugelbomben auf ihrem Territorium zu vernichten.

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Eine der heimtückischen Kugelbomben, die in der Kyritz-Ruppiner Heide gefunden – und gleich vor Ort gesprengt wurde.

Quelle: Daniel Seidel

Neuruppin. Es hat geklappt: Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) hat am Mittwoch und Donnerstag eine Fläche von insgesamt 100 Hektar in der Kyritz-Ruppiner Heide gezielt abbrennen können. Der Grund: Auf dem Areal soll ab März eine Spezialfirma nach gefährlichen Kugelbomben suchen. Diese nicht mal tennisballgroßen Waffen sind besonders heimtückisch: In jeder Bombe befinden sich gut 100 Stahlkugeln sowie 100 Gramm Sprengstoff, so dass bei der Explosion die Stahlkugeln mit einer Geschwindigkeit von bis zu 1200 Metern je Sekunde alles durchschlagen, was in ihrer Nähe ist. Der tödliche Radius liegt bei knapp 100 Metern. Deshalb werden die Kugelbomben auch nicht transportiert, sondern an Ort und Stelle gesprengt.

Bisher hat die Bima 27 Kugelbomben in der Kyritz-Ruppiner Heide gefunden und gesprengt, die letzten neun erst vor wenigen Monaten, nachdem eine speziell gepanzerte und ferngesteuerte Planierraupe einen Sicherheitsstreifen am Rande einer Verdachtsfläche angelegt hat. Bei einer anschließenden Testsondierung waren zunächst fünf und dann noch mal vier Kugelbomben im Erdreich entdeckt worden. Die Waffen wurden ausgebuddelt und danach gesprengt, sagte am Freitag Feuerwerker Daniel Seidel.

Die Verdachtsfläche ist 1000 Hektar groß

Der Munitionsexperte arbeitet im Auftrag der Bima, dieser gehört die knapp 12 000 Hektar große Heide. Auf dem Areal hatte die sowjetische Armee mit allerlei Waffen geübt, so auch mit Kugelbomben. Die Bima weiß aber nicht, wie viel von dieser sogenannten Streumunition zum Einsatz gekommen ist – und wie viele Bomben beim Aufschlag nicht explodiert sind. Experten gehen davon aus, dass die Blindgängerquote bei derartigen Waffen bei zehn bis 15 Prozent liegt. Entsprechend groß ist die Gefahr, im Kernbereich der Heide von so einer Bombe verletzt oder gar getötet zu werden. Die Bima will deshalb bis zum Jahr 2020 eine rund 1000 Hektar große Verdachtsfläche nach Kugelbomben absuchen. Denn Deutschland hat sich wie mehr als 100 weitere Staaten dazu verpflichtet, bis 2020 sämtliche Streumunition zu vernichten. Als Vorbereitung dafür werden in der Heide Sträucher und Hecken „geflämmt“. Dann kann die Fläche besser mit speziellen Sonden abgesucht werden. Begonnen werden soll damit im März. Dann sollen auch wieder Büsche, Sträucher und Hecken gebrannt werden – wenn es denn das Wetter zulässt und die Tiere im Boden noch nicht wieder zu neuem Leben erwacht sind.

Von Andreas Vogel

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