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Feuerwehr Alt Ruppin sitzt auf dem Trockenen

Keine Einlassstelle für Rettungsboot Feuerwehr Alt Ruppin sitzt auf dem Trockenen

Die Alt Ruppiner Feuerwehr hat ihr Gerätehaus direkt am Wasser. Auch deshalb hat sie vor wenigen Jahren ein besonders leistungsfähiges, teures Rettungsboot bekommen. Einziges Problem: Im gesamten Ortsteil existiert keine Möglichkeit, das Boot ins Wasser zu bringen. Im Notfall müssen die Retter fast bis nach Treskow fahren.

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Eigentlich soll die Feuerwehr im Notfall möglichst schnell zur Stelle sein. Mit dem Boot in Alt Ruppin ist das nicht so einfach.

Quelle: Christel Köster

Alt Ruppin. Was nützt ein teures, starkes Rettungsboot für den Einsatz auf dem Ruppiner See, wenn es im Notfall auf dem Trockenen liegt? Wenig, fürchten die Mitglieder des Ortsbeirates von Alt Ruppin und machen sich Sorgen um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehr in ihrem Städtchen.

Die Feuerwehr hat zwar im Jahr 2013 ein ganz neues Rettungsboot mit 90-PS-Motor und vielen Extras bekommen, in der Feuerwehrsprache ein RTB2. Doch gibt es im gesamten Ortsteil gar keine Möglichkeit, das Boot zu Wasser zu lassen.

Das Gerätehaus der Alt Ruppiner Wehr liegt zwar unmittelbar am Ruppiner See. Doch dort kommt die Wehr mit ihrem 1,4 Tonnen schweren Gefährt nicht ins Wasser. Auch woanders am Ufer gibt es keine Stelle, die geeignet wäre, mit dem Anhänger so weit in den See zu fahren, dass das Boot abgesetzt werden könnte. Im Notfall müssen die Retter mit Anhänger und Rettungsboot von Alt Ruppin aus erst sieben Kilometer weiter bis zur Einsatzstelle an der Neuruppiner Trenck­mannstraße fahren. Dort gibt es eine Slipanlage, die geeignet ist. Das dauert aber so lange, dass die Alt Ruppiner mit ihrem besonders guten Boot bei einem Unfall mit Menschen im Wasser meist gar nicht erst alarmiert werden.

Das Neuruppiner Boot ist schneller einsatzbereit

Einsätze auf dem Ruppiner See können die Wasserwacht des DRK und die Neuruppiner Feuerwehr übernehmen; deren Boot liegt an der Regattastraße ständig im Wasser bereit. Was aber bei einem Notfall auf dem Molchowsee oder noch weiter nördlich?

Nördlich der Schleuse Neumühle gibt es für die Alt Ruppiner Wehr offenbar gar keine Möglichkeit mehr, das Boot ins Wasser zu bringen, hieß es jetzt im Ortsbeirat. Im Notfall müssten die Alt Ruppiner nach Neuruppin, dort ihr Boot ins Wasser setzen, über den Ruppiner See und durch den Rhin zur Schleuse Neumühle, sich dort hindurchschleusen lassen und könnten erst dann eine möglich Unglücksstelle auf dem Molchowsee oder einem der angrenzenden Seen erreichen.

Ortsvorsteherin Heidemarie Ahles war entsetzt, das zu hören. Sie und die andere Ortsbeiräte fordern, dass die Stadt Neuruppin schnellstens Abhilfe schafft. Zwei neue Slipanlagen sollen her: eine oberhalb und eine unterhalb der Schleuse Neumühle, damit das Feuerwehrboot schnell ins Wasser kommt.

Auch die Stadt sucht nach neuen Einsatzmöglichkeiten

Für die Neuruppiner Stadtverwaltung kommt das nicht überraschend. „Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es tatsächlich keine Einlassmöglichkeit für das RTB2 am Standort Alt Ruppin“, bestätigt Stadtsprecherin Michaela Ott das grundsätzliche Problem. Im Rathaus werde längst an einer Lösung gearbeitet, doch scheint das nicht so einfach zu sein.

Die jetzige Feuerwache liegt zwar am See. Doch aus dem Haus muss die Wehr ausziehen; das Grundstück hat einen privaten Eigentümer, und der will es jetzt selbst nutzten. Dort eine Slipanlage für das Rettungsboot zu bauen, kommt also nicht infrage. Aber wo sonst?

Für neue Slipanlagen ist 2017 kein Geld eingeplant

Die Stadtverwaltung habe schon verschiedene Möglichkeiten geprüft, heißt es aus dem Rathaus. Bisher aber vergeblich. „Derzeit wird eine weitere Möglichkeit auf Umsetzung einer Slipanlage geprüft, um dann gegebenenfalls in die Verhandlung mit den Grundstückseigentümern führen zu können“, so Michaela Ott. Doch selbst wenn das klappt: 2017 ist im Haushalt kein Geld für den Bau entsprechender Einlassmöglichkeiten eingeplant.

Grundsätzlich kann das Alt Ruppiner Boot zwar auch zur Rettung von Menschen eingesetzt werden, so die Stadt. Vorgesehen ist es aber in erster Linie für die technische Hilfe, etwa zum Auslegen einer Ölsperre bei einem Unfall auf dem Wasser.

Von Reyk Grunow

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