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Feuerwehr: Gefahr auf Autobahn fährt mit

Wittstock Feuerwehr: Gefahr auf Autobahn fährt mit

Bei acht von zehn Einsätzen der Wittstocker Feuerwehr steht technische Hilfe auf der Autobahn auf der Tagesordnung. Gut 90 Kilometer entlang der A 19 und A 24 gehören zum Einsatzgebiet der Wittstocker Wehr. Somit nimmt die Dossestadt auf Landesebene eine Spitzenposition ein. Stadtwehrführer Müller: Die Gefahr fährt immer mit.

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Der Rüstwagen in Wittstock aus dem Jahre 2010 interessierte auch das CDU-Bundestagsmitglied Sebastian Steineke (2. v. l.).

Quelle: Christamaria Ruch

Wittstock. „Wir fahren immer mit gemischten Gefühlen zu Einsätzen auf der Autobahn“, sagt Steffen Müller. Der 39-Jährige ist seit Juli Stadtwehrführer in Wittstock. Dieses Bekenntnis gewinnt vor dem Hintergrund des tödlichen Unfalls in dr vergangenen Woche auf der Autobahn 2 bei Lehnin (Kreis Potsdam-Mittelmark) eine neue Dimension. Dort starben zwei Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Lehnin, als sie einem anderen Menschen das Leben retteten.

„Dieser Unfall ist auch bei uns Gesprächsthema“, so Steffen Müller. Bei der Feuerwehr in Wittstock sind die Einsatzfahrzeuge noch bis 30. September mit Trauerflor ausgestattet. Mit dieser Geste wird landesweit an die beiden verunglückten Brandschützer erinnert. Zwischen der Feuerwehr in Wittstock und deren Ortsteile und der in Lehnin bestehen Parallelen. Beide Wehren rücken immer wieder zur Autobahn aus und leisten dort technische Hilfe. „Acht von zehn Einsätzen der Wittstocker Feuerwehr sind auf der Autobahn“, sagt Bürgermeister Jörg Gehrmann. Gut 90 Kilometer Autobahn entlang der A 19 und A 24 gehören zum Einsatzgebiet der Wittstocker Wehr. Damit nimmt Wittstock auf Landesebene eine Spitzenposition ein.

„Wir sind dafür technisch gut ausgerüstet, kritisieren aber die Verteilung der finanziellen Mittel im Land Brandenburg für die Feuerwehrtechnik“, so Steffen Müller. Er und Gehrmann fordern: „Die Mittel müssten je nach Aufgabenbereiche der Feuerwehren verteilt werden.“ Das heißt: Je mehr Autobahnkilometer von einer Wehr bei der Rettung abgedeckt werden, umso mehr Mittel vom Bund und Land müssten diese Wehren erhalten. Denn auch der Verschleiß der Technik ist damit bedeutend höher als bei anderen Wehren. „Diese Ausgaben belasten den Stadthaushalt“, so Jörg Gehrmann.

Der Bürgermeister spitzte bei einem Besuch von CDU-Bundestagsabgeordneten Sebastian Steineke am Dienstag bei der Feuerwehr in Wittstock zu: „Die Ausstattung der Feuerwehr hat bei uns sehr hohe Priorität, aber wenn dann etwa beim Bau von Spielplätzen die Mittel fehlen, stimmt etwas nicht.“ Sebastian Steineke hatte für die Forderung nach veränderter Mittelverteilung für die Feuerwehr keine Antwort parat.

Perspektiven für Brandschützer schaffen

Bei Fragen zu anderen Themen herrschte jedoch Einigkeit: Eine Feuerwehrrente für ehrenamtliche Brandschützer, kreisweite kostenfreie Angebote als Dankeschön für die freiwilligen Einsätze sowie die Vergabe von Ehrenmedaillen befürworteten alle. „Wir müssen den Brandschützern langfristig Perspektiven schaffen, indem sie etwa kostenfrei das Schwimmbad oder andere Einrichtungen besuchen können“, so Steffen Müller. Auch das kostenfreie Parken in der Wittstocker Innenstadt wird von den Blauröcken der Dossestadt favorisiert. „Das ist besser, als wenn die Einsätze honoriert werden. Sonst würde der Gedanke des Ehrenamtes auf der Strecke bleiben“, so Müller.

Mit Blick auf das Unfallgeschehen auf der A 19 und A 24 sagte Steffen Müller: „Die Sicherheit steht für uns bei jedem Einsatz immer im Vordergrund.“ Neben der Sicherung einer Einsatzstelle steht zuerst die Eigensicherung der Brandschützer. „Das ist das A und O aller Einsätze“, so Müller. Dennoch bleibt stets ein Restrisiko. „Die komplette Sicherheit ist selten gegeben. Man weiß nie, was kommt.“ Er appelliert an die gegenseitige Rücksichtnahme aller Verkehrsteilnehmer.

Von Christamaria Ruch

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