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Ostprignitz-Ruppin Feuerwehr: Gemeinde kritisiert das Land
Lokales Ostprignitz-Ruppin Feuerwehr: Gemeinde kritisiert das Land
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00:19 12.08.2017
Vor wenigen Tage hat die Fehrbelliner Feuerwehr ein nagelneues TLF 4000 bekommen. Das alte wurde wegen Mängeln überraschend aus dem Verkehr gezogen. Quelle: Reyk Grunow
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Fehrbellin

Mit einem Schlag verliert eine große Gemeinde ein Viertel ihrer Feuerwehrfahrzeuge. So ist es Fehrbellin passiert, Ende Juni. Bei einer technischen Prüfung hatten die Gutachter der Landesprüfstelle für Feuerwehrtechnik Borkheide so schwere Mängel an sieben Fahrzeugen festgestellt, dass die nicht mehr in den Einsatz durften. Ein schwerer Schlag für Fehrbellin. Aber wie konnte es so weit kommen? Ordnungsamtsleiter Peter Wolski macht dafür auch das Land verantwortlich.

Alle zwei Jahre kommen die Prüfer aus Borkheide und sehen sich den Zustand der Feuerwehrtechnik vor Ort an. Dass die Gutachter bei einem Fahrzeug oder zweien Mängel feststellen, kommt schon mal vor. In Fehrbellin waren es diesmal sieben der 25 Fahrzeuge, die in Fehrbellin, Manker, Lentzke, Deutschhof und den anderen Ortsteilen stationiert sind.

Peter Wolski war schockiert, als er davon erfuhr: „Die Sicherheit der Kameraden ist das Wichtigste.“ Wenn die freiwilligen Feuerwehrleute schon für andere in den Einsatz fahren, dann sollen sie wenigstens nicht sich selbst dabei in Gefahr bringen.

Ein alter W50 wird durch einen anderen alten W50 ersetzt

Bei drei Fahrzeugen wäre eine Reparatur so teuer gewesen, dass die Gemeinde sie ganz aus dem Verkehr zog. Für den alten Tanker in Fehrbellin wurde im Eilverfahren ein neues Auto gekauft. Für ein altes W-50-Löschfahrzeug fanden die Fehrbelliner in einem anderen Ort einen anderen alten W50 als Ersatz. Die anderen Fahrzeuge wurden repariert, was nicht immer ganz einfach war: Manche sind so alt, dass es kaum noch Ersatzteile dafür gibt. Für eines musste Fehrbellin erst eine Firma suchen, die sich in der Lage sah, das alte Auto zu reparieren. Erst vor einem Jahr hatte Fehrbellin das Fahrzeug – Baujahr 1996 – gebraucht angeschafft.

Fehrbellin hat ein Problem, vor dem viele Gemeinden stehen: Das Geld reicht hinten und vorne nicht, um die Feuerwehr immer auf dem neuesten Stand zu halten. Wenn mal „neue“ Einsatzfahrzeuge gekauft werden können, dann sind auch das oft nur gebrauchte. Manche Löschfahrzeuge sind schon 40 Jahre unterwegs und haben nicht einmal Sicherheitsgurte. Wolski: „Welche jungen Leute wollen sie mit solcher Technik denn noch hinterm Ofen hervorlocken?“

Der Chef des Fehrbelliner Ordnungsamtes – zuständig für die Feuerwehr – fühlt sich vom Land verlassen. Von dort, sagt er, komme viel zu wenig Unterstützung für die Kommunen. Fehrbellin hat gerade beschlossen, für die 265 Feuerwehrleute neue Einsatzkleidung zu beschaffen: 1700 Euro pro Uniform. Fünf neue Löschbrunnen müssen gebohrt werden, 100 Pieper stehen auf dem Plan, ein Auto ebenso. Das kostet Hunderttausende jedes Jahr.

Das Land sieht die Gemeinden in der Pflicht

Und das Land? Das stellt Fördermittel für neue Fahrzeuge bereit. Weil Fehrbellin eine sogenannte Stützpunktfeuerwehr ist, bekommt die Gemeinde wenigstens ab und zu einen Zuschuss. Aber alle fünf Jahre mal Geld für ein Fahrzeug, das sei einfach zu wenig, sagt Wolski.

Das sieht Heinz Rudolph ganz anders. Der Landesbranddirektor ist Chef aller Feuerwehren im Land und leitet die Feuerwehrschule, zu der die Prüfstelle in Borkheide gehört. Die Fördermittel, die das Land bereitstellt, hält er für „äußerst großzügig“. Denn nach dem Gesetz müsste die Landesregierung gar nichts zahlen. „Die Feuerwehren sind eine Pflichtaufgabe der Gemeinden“, sagt Rudolph. Die müssen dafür sorgen, dass ihre Helfer sicher in den Einsatz ziehen.

Dass in Fehrbellin so viele Fahrzeuge bemängelt wurden, ist für Heinz Rudolph auch Schuld der Gemeinde: „Wenn ich schon so alte Technik habe, dann muss sich die auch gründlich warten.“ Genau das sei in Fehrbellin offenbar nicht passiert. Die Prüfer fanden austretende Bremsflüssigkeit, eine Kupplung kurz vor der Verschleißgrenze, Ölverlust, überalterte Reifen, nicht richtig schließende Türen ... Rudolph: „Wir sind keine Erbsenzähler.“ Aber die Sicherheit der Feuerwehrleute müsse immer an erster Stelle stehen. Die Fehrbelliner könnten sich jederzeit von Borkheide Rat holen, wenn es um die richtige Wartung ihrer Fahrzeuge geht, sagt der Landesbranddirektor. Mehr Geld kann er nicht in Aussicht stellen.

Von Reyk Grunow

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