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Feuerwehr Kyritz entsetzt über Brandstifter

Imageschaden Feuerwehr Kyritz entsetzt über Brandstifter

In Kyritz (Ostprignitz-Ruppin) werden weitere Details zum Feuerteufel bekannt. Selbst ein ehemaliger Brandursachenermittler ist entsetzt. Er spricht von einem „unermesslichen“ Imageschaden für die Feuerwehr und fragt: „Macht sich so einer keine Gedanken, wie er den Schaden wieder gutmachen kann?“

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Die niedergebrannte Abfallstation „Strüwe" beschäftigte die Feuerwehrleute noch an dem darauffolgenden Tag.
 

Quelle: Matthias Anke

Kyritz.  Dass der festgenommene und geständige Serienbrandstifter von Kyritz ausgerechnet ein Mitglied der örtlichen Feuerwehr war, stimmt deren Mitglieder ratlos. Worte findet jetzt einer, der als Brandmeister zur Alters- und Ehrenabteilung der Kyritzer Wehr gehört und der zu DDR-Zeiten beim Volkspolizei-Kreisamt in der Abteilung Feuerwehr als Brandursachenermittler arbeitete: der Kyritzer Heimatforscher Herbert Brandt.

„Die Kameradinnen und Kameraden der Kyritzer Feuerwehr distanzieren sich aufs Schärfste von diesem Brandstifter und verurteilen diese Straftat“, sagte er der MAZ. „In nunmehr über 120 Jahren Kyritzer Feuerwehr gab es so einen Feuerteufel, der Mitglied der Feuerwehr war, nicht.“

Laut Brandt, selbst seit nunmehr 55 Jahren Mitglied, gab es jedoch andere Fälle von Brandstiftungen, so Ende der 1920er Jahre. Da loderten elf Scheunen in der heutigen Seestraße, um Platz für die Egidi-Siedlung zu schaffen, aber auch im Scheunenviertel an der Pritzwalker Straße. Dort wurde der Brandstifter erkannt und anschließend verhaftet. Es war der damalige Gerätewart Karl M., der Bediensteter der Stadt, aber kein Mitglied der Feuerwehr, war.

„Es ist nicht nachvollziehbar, was nun einen Feuerwehrmann bewegt, Brände in seiner Heimatstadt zu legen. Macht sich so einer keine Gedanken, wie er den Schaden wieder gutmachen kann?“, fragt sich selbst der frühere Brandursachenermittler. Feuerwehrleute habe es nur in kleineren Orten immer mal gegeben, die aus Frust zündelten. „Sie wollten nicht nur an Übungen teilnehmen, sondern auch als Erster bei Löscharbeiten dabei sein.“ In dem aktuellen Fall aber sei „der Imageschaden für die Freiwillige Feuerwehr Kyritz“ unermesslich.

Der Polizei gegenüber soll der 31-Jährige mutmaßliche Täter allerdings angegeben haben, dass er nicht wegen des Feuers an sich handelte. Er falle damit aus dem gewöhnlichen Rahmen brandstiftender Feuerwehrleute.

Unterdessen werden in der Stadt weitere Details über ihn bekannt. So soll er einer geregelten Beschäftigung in einer ortsansässigen Firma nachgegangen sein. Auch heißt es, er gehöre schon seit Kindheitstagen zur Feuerwehr – jedoch zunächst nicht in Kyritz, sondern in Wusterhausen. Offiziell bestätigen ließ sich das bislang nicht.
 

Von Matthias Anke

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