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Ostprignitz-Ruppin Feuerwehr-Senioren sind eine Klasse für sich
Lokales Ostprignitz-Ruppin Feuerwehr-Senioren sind eine Klasse für sich
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02:15 04.07.2015
Ein Blick in die akkurat geführten Ordner genügt und Klaus Krüger findet Antwort auf jede Frage.  Quelle: Christamaria Ruch
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Herzsprung

 „Was will der denn?“ Mit dieser Frage musste sich Klaus Krüger jahrelang auseinandersetzen. Immer, wenn er für die Seniorenkameradschaft der Freiwilligen Feuerwehr im Altkreis Wittstock in die Bresche sprang und dafür warb, musste er gegen Widerstände bei den Behörden ankämpfen. Doch Krüger blieb am Ball – und das Blatt wendete sich zur Jahrtausendwende.

„Bei unserem zehnjährigen Bestehen im Jahr 2001 hatten wir erstmals einen Frühschoppen organisiert. Da kamen sogar Freunde aus dem Partnerkreis Coesfeld in Nordrhein-Westfalen“, erinnert sich Klaus Krüger. 400 Besucher tummelten sich damals beim fröhlichen Frühschoppen. „Das war auch der Durchbruch, dass die Behörden uns ernst genommen haben.“ Mittlerweile gehört es zum guten Ton, dass der Landrat und die Bürgermeister Grußworte beim alljährlichen Frühschoppen sprechen. Gerade bereitet Klaus Krüger mit vielen weiteren Organisatoren den 15. Frühschoppen für Sonntag, 5. Juli, ab 10 Uhr an der Freilichtbühne in Herzsprung vor. Etwa 300 Besucher werden wieder erwartet.

Feuer und Flamme für die Seniorenkameradschaft: das Ehepaar Getrud und Klaus Krüger. Quelle: Christamaria Ruch

Wer das Wort Seniorenkameradschaft hört, winkt mitunter auch heute noch ab, lächelt beiläufig und denkt: alte Herren- und Frauenriege. Doch wer sich für die Inhalte der Seniorenkameradschaft und somit für die lang gedienten Brandschützer interessiert, gerät ins Staunen. Der heute 78-jährige Klaus Krüger aus Königsberg stand 1990 als Kreisbrandmeister sowie als Vorsitzender vom Kreisfeuerwehrverband im Altkreis Wittstock an den Schalthebeln. „Ich wollte einfach nicht akzeptieren, dass die über 65-Jährigen, also die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung, nichts mehr zu sagen haben.“ Dabei hatte er gar kein Vorbild aus anderen Regionen vor Augen. „Weder in Brandenburg noch in den anderen Bundesländern existiert irgendwo ein vergleichbarer Zusammenschluss“, sagt Klaus Krüger mit sichtlichem Stolz in der Stimme.

Wer das Ruder in zwei Jahren übernimmt, ist offen

„Wir möchten den Zusammenhalt aufrechterhalten und festigen und würdigen gleichzeitig die langjährigen Dienste“, so Klaus Krüger. Da gehört es zum guten Ton, dass ab dem 65. Geburtstag zu allen runden und halbrunden Jubiläen gratuliert wird. Außerdem werden die Hochzeitsjubiläen bedacht. „Wann kommen denn die von der Seniorenkameradschaft zum Gratulieren, erst dann können wir mit der Feier anfangen.“ Dieser Satz hat sich mittlerweile zum geflügelten Wort entwickelt. Und er zeigt auch, dass Klaus Krüger und seine Leitungstruppe wirklich dazu gehören. „Natürlich bin ich auch ein bisschen stolz wegen dieser Anerkennung“, sagt Krüger.

Anfangs konnte sich kaum jemand etwas unter dieser Seniorenkameradschaft vorstellen. Bis heute gibt es nicht einmal in den Altkreisen Kyritz und Neuruppin so einen Zusammenschluss. „Das konnte sich nicht etablieren“, kommentiert Krüger knapp. Viele Stunden des Ehrenamtes hängen an dieser Idee. „Das klappt nur, wenn die Familie mitzieht.“ Bei Klaus Krüger sind alle Familienmitglieder mit der Feuerwehr verheiratet. Auch Ehefrau Gertrud steht ständig an seiner Seite. Doch Klaus Krüger hat auch die Zukunft vor Augen: „In zwei Jahren werde ich 80 und dann gebe ich das Amt auf.“ Wer dann das Ruder übernimmt, ist völlig offen. „Es steht und fällt mit dem Kopf der Truppe und man muss Feuer und Flamme für diese Idee sein.“

Von Christamaria Ruch

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