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Feuerwehr droht mit Rückzug

Vehlin Feuerwehr droht mit Rückzug

Der Vehliner Ortsbeirat ist entsetzt über den Antrag der Bürgerfraktion der Gemeindevertretung Gumtow, die eine Investition in ein neues Feuerwehrauto für Vehlin streichen will, weil angeblich keiner da ist, der es bedienen kann.

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Gerald Stolpe (M.) ist empört über den Antrag der Bürgerfraktion, in Vehlin nicht in die Feuerwehr zu investieren.

Quelle: Sandra Bels

Vehlin. Unmut regt sich in Vehlin nach der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses der Gemeindevertretung Gumtow. Bei der Diskussion über den Haushaltsplan 2018 stellte die Bürgerfraktion den Antrag, die Investition für die Feuerwehr Vehlin zu streichen. Gekauft werden soll ein Mannschaftstransportwagen plus Tragkraftspritzenanhänger. Als Grund wurde angegeben, dass nach dem jetztigen Kenntnisstand der Fraktionsmitglieder in Vehlin kein Feuerwehrmann eine passende Ausbildung für diese Technik hat. Die Behauptung blieb an dem Abend jedoch unkommentiert im Raum stehen.

Diese Aussage schockiert den Vehliner Ortsbeirat. Ortsvorsteherin Annegret Graf sagt, dass es in der Vergangenheit für die kleinen Dörfer und so auch für Vehlin immer wieder Gründe gab, sich über Entscheidungen der Gemeindevertretung zu ärgern. „Aber der Antrag der Bürgerfraktion, die das Gremium mit elf Sitzen beherrscht, schlägt dem Fass den Boden aus“, so Annegret Graf. Viele Jahre würden die Vehliner bereits auf diesen modernen Mannschaftstransportwagen einschließlich Tragkraftspritzenanhänger warten. Derzeit werde sogar schon das Gerätehaus dafür umgebaut. „Und das alles soll nun nach dem Willen des Großteils der Gemeindevertreter nicht mehr weiter verfolgt werden?“, fragt die Vehlinerin.

Sie bezeichnet die Begründung der Bürgerfraktion als ein „freche Lüge“. Es wäre sinnvoll, sich zu informieren, bevor derartige Behauptungen in die Welt gesetzt werden, sagt sie. Nach Erkundigungen bei Hauptamtsleiter Detlef Störing in der Gemeindeverwaltung Gumtow, sei der Ausbildungstand der 14 aktiven Wehrmitglieder sogar besonders gut. Rechnerisch liegt er bei 135 Prozent. Sechs Leute haben die Ausbildung zum Truppmann I, vier sind Truppmann II. Es gibt vier ausgebildete Maschinisten, vier Mitglieder haben die Ausbildung Sprechfunk digital und ein Feuerwehrmann Sprechfunk analog. „Die Voraussetzungen für das Führen der neuen Technik sind erfüllt“, bestätigt Störing. Er versteht nicht, warum derartige Gerüchte verbreitet werden. Störing denkt, dass solche Situationen nicht entstehen würden, wenn man noch Fachausschüsse für die Gemeindevertretung hätte. „Dann hätte man solche Sachen vorher klären können“, so der Hauptamtsleiter.

Bürgermeister Stefan Freimark hielt sich zum Thema in der Hauptausschusssitzung bewusst bedeckt. Für ihn kam der Antrag ohne Ankündigung. „Ich konnte mich über den Ausbildungsstand also vorher nicht informieren“, sagte er der MAZ. Er habe die Situation erst prüfen wollen, sagte er. Angesichts der Tatsachen kann er den Unmut der Betroffenen verstehen. Er plädiert nicht dafür, die Investition zu streichen. Schließlich lässt die Gemeinde auch gerade das Gerätehaus in Vehlin sanieren, damit das neue Auto darin Platz hat.

Indes bleibt Hautausschussmitglied Jörg Abraham (Bürgerfraktion), der in der Sitzung auch das Fehlen des passenden Ausbildungsstandes in den Raum gestellt hatte, bei seiner Aussage. „Ich habe Zweifel am Ausbildungsstand“, sagt er. Es gebe eindeutige Anzeichen dafür. So habe er bei den Vehlinern unter anderem Fehler beobachtet, die mit einer erfolgreicher Ausbildung nicht passieren dürften.

Annegret Graf sagt, dass sich die Vehliner in Gumtow schon lange nicht mehr vertreten fühlen. Der Antrag der Bürgerfraktion würde das nur bestätigen. „Wir hoffen jetzt, dass diese Gemeindevertretung in den nächsten anderthalb Jahren nicht mehr all zuviel in den Dörfern zerstören kann“, so Annegret Graf. Sie hofft auf einen „vernünftigen Neustart“ nach der nächsten Kommunalwahl.

Auch der Vehliner Ortswehrführer Gerald Stolpe geht in die Offensive. Und er macht eine ziemlich klare Ansage: „Wenn Herr Abraham nicht zurücknimmt, was er über uns gesagt hat, dann schmeißen die Vehliner Feuerwehrleute alles hin“, sagt Stolpe gestern gegenüber der MAZ.

Von Sandra Bels

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