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Feuerwehr rettet erschöpftes Schwanenküken

Sewekow Feuerwehr rettet erschöpftes Schwanenküken

Ein verlassenes Schwanenkind wurde am späten Montagabend in Sewekow von der Feuerwehr gerettet. Das Wasservögelchen war zuvor zwei Berlinchenern aufgefallen, weil es den ganzen Tag über mutterseelenallein herumirrte. Ornithologe Jürgen Kaatz: „Das ist eine merkwürdige Geschichte.“

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Während der Rettungsaktion in Sewekow.

Quelle: Privat

Sewekow. Es hätte tragisch enden können für den kleinen Schwan, aber er hatte Glück im Unglück: Die Wittstocker Feuerwehr war zur rechten Zeit am rechten Ort und rettete das erschöpfte Tier vom Schlauchboot aus. Das Küken erholt sich nun in der Wildtierauffangstation in Struck (Gerdshagen). Die missliche Lage, in der es steckte, wirft Fragen auf. „Das ist schon eine merkwürdige Geschichte“, sagt Ornithologe Jürgen Kaatz dazu.

Sie beginnt am Montag, als Mandy und Eric Pelzer aus Berlinchen am sogenannten Torfloch in Sewekow angeln. Es ist ein Teich mit einer Insel in der Mitte. „Wir beobachteten dort über eine längere Zeit hinweg ein Schwanenküken, das offenbar ganz allein war, hin- und her schwamm und immerzu nach seinen Eltern rief. Aber nirgends waren Geschwisterchen oder erwachsene Tiere zu sehen“, erzählt Eric Peltzer.

Die Hilfe läuft an

Die beiden Angler beschließen, etwas zu unternehmen. „Mir fiel Ornithologe Jürgen Kaatz aus Dranse ein, zu dem ich fuhr.“ Auch die Wildtierauffangstation in Struck wurde informiert. Letztlich sei auch die Feuerwehr angefragt worden, ob sie ein Boot habe, um an das Küken heranzukommen. Tatsächlich verfügt die Feuerwehr über ein Schlauchboot. Also wurde sie alarmiert. Insgesamt sieben Brandschützer rückten gegen 22.30 Uhr mit einem Rüstwagen und einem Einsatzleitwagen an. Sie kamen gerade von einem Verkehrsunfall auf der Autobahn und mussten sich nun auf eine ganz andere Situation einstellen: Wie fängt man ein Schwanenküken? „Wir haben das Schlauchboot klargemacht, zogen Rettungswesten an und legten los – mit Kescher und Lampen an Bord“, erzählt ein Feuerwehrmann, der bei der Aktion dabei war.

Das umherpaddelnde Küken hatten sie kurz darauf eingeholt und nahmen es an Bord. „Es war schon erschöpft und schwach.“ Was den Feuerwehrleuten noch auffiel: Auf der Insel fanden sich etwa 20 weitere Vogeleier.

Alles sehr merkwürdig

Hier beginnen die Merkwürdigkeiten. Ob es sich dabei um Gelege von Schwänen oder vielleicht auch Gänsen handelt, sei noch nicht geklärt, sagt Jürgen Kaatz. Warum die Eier dort liegen, ohne dass ein Altvogel zu sehen ist, ist für ihn ebenso schwer zu erklären wie die Tatsache, dass das Junge offenbar von seinen Eltern verlassen wurde. „Denn eigentlich verteidigen Schwäne ihre Jungen stark. Sie suchen mit ihnen schon mal andere Gewässer auf, doch sie verlassen sie nicht.“ Warum das Schwanenküken ganz allein war, bleibt ein Rätsel. Eric Peltzer könnte sich vorstellen, dass dort vielleicht laut gefeiert wurde und die Vögel dadurch vertrieben wurden. Angler hätten berichtet, dass eines der Elterntiere schon vor rund drei Wochen verschwunden sei, wenig später auch das andere.

Es sieht gut aus für das Kleine

Die Wildtierstation in Struck werde nun alles versuchen, das Küken wieder aufzupäppeln, berichtet Angie Löblich von der Station. Ohne Familienkontakt litten Küken zuweilen unter Vereinsamung, sagt Jürgen Kaatz. Gleichzeitig ist er aber froh, dass es nun in guten Händen sei. Und das scheint auch das Schwänchen zu spüren: „Der kleine Racker frisst ordentlich sein Grünzeug und wächst und gedeiht hoffentlich gut“, berichtet Angie Löblich.

Von Björn Wagener

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