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Feuerwehrleute für Stadtjobs bevorzugt?

Personalnot bei Neuruppins Rettern Feuerwehrleute für Stadtjobs bevorzugt?

Die Personalnot bei der Feuerwehr nimmt weiter zu. Neuruppins SPD hat jetzt vorgeschlagen, bei der Einstellung von Mitarbeitern darauf zu achten, dass sie neben ihrem Job auch noch Mitglied einer freiwilligen Feuerwehr sind. Das lehnt Bürgermeister Jens-Peter Golde vehement ab. Er glaubt nur an eine sinnvolle Lösung – und die kostet.

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Fast 500 Einsätze hat die Neuruppiner Wehr im Jahr.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Für die Sicherheit der Bürger muss die Stadt Neuruppin in den nächsten Jahren wohl noch tiefer in die Kasse greifen. Bürgermeister Jens-Peter Golde rechnet fest damit, dass Neuruppin schon bald noch mehr Feuerwehrleute fest anstellen muss. Er hält das auf Dauer für die einzige Möglichkeit sicherzustellen, dass immer genügend Einsatzkräfte vorhanden sind, um im Notfall ausrücken zu können.

Offiziell handelt es sich bei der Neuruppiner Wehr um eine freiwillige Feuerwehr. Die Fontane­stadt kann sich keine Berufsfeuerwehr leisten. Die ist im Land Brandenburg nur in den kreisfreien Städten vorgesehen. Darüber hinaus nur in Eberswalde.

Neuruppin hat dagegen eine freiwillige Feuerwehr mit hauptamtlichen Kräften. Die Stadt hat zwölf Männer angestellt, die offiziell als Gerätewarte arbeiten und die Technik und die Gerätehäuser in Schuss halten. Geht ein Alarm ein, lassen die Gerätewarte alles stehen und liegen und rücken als freiwillige Feuerwehrleute zum Einsatz aus. Bezahlt werden sie nicht in erster Linie fürs Löschen, sondern für die Pflege der Technik.

Vor allem in kleinen Wehren wird das Personal knapp

Die Feuerwehrleute der Hauptwache haben jede Menge zu tun. Teilweise rücken sie zu mehreren Einsätzen am Tag aus. Doch sie können unmöglich das gesamte Gebiet von Neuruppin abdecken. Dafür gibt es in den Ortsteilen noch etliche weitere freiwillige Feuerwehren. Vor allem die kleinen Wehren kommen allerdings zunehmend in Personalnot. Weil viele Menschen nicht mehr dort arbeiten, wo sie wohnen, sind die Ortswehren vor allem am Tage kaum einsatzfähig. Das Problem ist nicht neu, eine wirkliche Lösung hat dafür aber bisher keiner. Die SPD hat jetzt vorgeschlagen, mehr Mitarbeiter der Stadtverwaltung für den Dienst in der Feuerwehr heranzuziehen. Wenn die Stadt oder eine ihre Tochterfirmen eine Stelle ausschreibt, sollten sie Bewerber bevorzugen, die Mitglied der freiwilligen Feuerwehr sind, schlägt Fraktionschef Nico Ruhle vor. Andere Gemeinden tun das bereits, sagt er und verweist auf eine Ausschreibung aus Lindow.

Mehr feste Feuerwehrleute sollen Lösung sein

Golde glaubt allerdings nicht, dass sich so eine Vorgabe durchsetzen lässt. Er sehe gar keine Rechtsgrundlage dafür, sagte er am Montag im Hauptausschuss und warnte vor einer solchen Maßgabe: „Was glauben sie, was sie von unserer Gleichstellungsbeauftragten zu hören bekommen würde, wenn wir das machen.“

Die SPD wollte den Bürgermeister ursprünglich verpflichten, mehr Feuerwehrleute einzustellen. Der Hauptausschuss entschärfte die Vorgabe deutlich: Jetzt soll der Rathauschef nur noch versuchen, die Zahl der Feuerwehrleute in der Verwaltung und bei den Tochterfirmen zu erhöhen. Golde glaubt allerdings nicht, dass sich das zunehmende Personalproblem auf diese Weise lösen lässt: „Wir werden in den nächsten fünf, zehn Jahren über mehr Planstellen für die Feuerwehr sprechen müssen, davon bin ich fest überzeugt.“ Woher das Geld dafür kommen soll, ist allerdings unklar.

Von Reyk Grunow

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