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Ostprignitz-Ruppin Feuerwehrnachwuchs kämpft im Kreisausscheid
Lokales Ostprignitz-Ruppin Feuerwehrnachwuchs kämpft im Kreisausscheid
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00:20 17.06.2015
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Lindow

Ganz einfach ist der Löschangriff nicht. Angriffstrupp, Schlauchtrupp und Wassertrupp müssen gut aufeinander abgestimmt sein, wenn es gilt, Wasser am Hydranten abzuzapfen, die Schläuche zu verbinden, an den Verteiler anzuschließen und bis nach vorn auszurollen. Und das auch noch mit Hindernissen: ein Wassergraben, eine Hürde, eine Leiterwand, ein Kriechtunnel erschweren die Arbeit in voller Montur. Es dauert seine Zeit, bis das erlösende Signal ertönt: Wasser marsch! Das wäre schön gewesen, angesichts der Hitze am Sonnabend auf dem Lindower Sportplatz. Aber bei den Jugendwehren wird der Löschangriff trocken geübt, wegen Verletzungsgefahr – immerhin entwickelt so ein Spritzschlauch einiges an Wucht. So folgte auf den kühlen Guss stattdessen eine gemeinschaftliche Übung zum Thema „Stiche und Knoten“ – auch das gehört zum Handwerkszeug.

Wasser marsch! Eine Abkühlung blieb an diesem heißen Samstag aber aus. Wegen der Verletzungsgefahr gibt es beim Kreisausscheid für die Landesmeisterschaften der Jugendfeuerwehren in Lindow nur Trockenübungen. Dabei hätte der Nachwuchs bei allen Hindernissen eine kalte Dusche vertragen können.

Zum Bundeswettbewerb „Löschangriff“, der jeweils auf Kreisebene stattfindet, traten am Sonnabend sechs Teams an: die Gastgeber aus dem Amt Lindow, dazu Fehrbellin, ein Löschtrupp aus dem Raum Kyritz, sowie drei Mannschaften aus dem Amt Temnitz. Jeder Trupp ist neun Mann stark. Nur die besten zwei Teams qualifizieren sich für die Landesmeisterschaft, die Sprungbrett für die Bundesmeisterschaft ist. Insofern wurde in Lindow alles gegeben, um die 15 Schiris zu überzeugen, die genau auf Zeit und Fehlerpunkte achteten. Zusätzlich absolvierte jedes Team einen Staffellauf über 400 Meter – auch dabei galt es, zwischen den Stabübergaben feuerwehrspezifische Aufgaben zu lösen. In voller Montur eine tüchtige Strapaze, das gibt Kreisjugendwartin Annette Staacks-Janke zu. Die Fehrbelliner haben gerade ihren Löschangriff beendet. „Gut gelaufen. Wir haben alles beachtet, was wir gelernt haben“, sagt Carolin Gaetke noch etwas außer Atem. Die Führerin des Angriffstrupps ist seit fünf Jahren dabei. Das Feuerwehr-Gen hat die 13-Jährige dank ihrer Familie: Etliche Gaetkes sind aktive Brandschützer, Papa Olaf ist Jugendwart. „Ich finde es spannend, zu helfen“, sagt die Mankeranerin.

Kleine Fehler sind normal

Die Jugendwarte David Venzke und Vera Döring geben zur selben Zeit letzte Hinweise für die Staffel ins Lindower Team. Die kleine Startsprinterin lässt sich noch rasch von Mama die Schnürsenkel binden, dann wieselt sie los, dass der Staub von der Aschenbahn nur so stiebt. Alles klappt wie am Schnürchen, auch wenn sich der eine etwas mit dem Koppelanlegen müht und die andere kurz den Schlauch fallen lässt. Vanessa Damrow hat es als Nummer neun am schwersten. Acht Versuche braucht sie, bis der Leinenbeutel an der Fangleine zwischen zwei Stäben landet. „Auf eine Distanz von acht Metern, da muss man gut zielen“, sagt Staacks-Janke.

Beim Löschangriff nimmt Gruppenführer Philipp Preuß die Auswertung der Schiris entgegen. Sein Team Rehfeld/Berlitt aus dem Kyritzer Raum hat sich wacker geschlagen, auch wenn die Melderin ihren Kameraden ein resigniertes „Würd mal sagen: verschissen“ zuruft. Ganz so sieht es Jugendwart Dirk Preuß nicht. „Paar kleine Fehler, aber das ist normal.“ Zumal zwei der Teilnehmer Neuzugänge sind. „Die Kinder zweifeln immer an sich, aber zeigen dann im Endeffekt, dass sie es können“, sagt Katharina Kluth, Jugendwartin in Dabergotz. Ihre Mannschaft hat am Ende die Nase vorn.

Von Regine Buddeke

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