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Ostprignitz-Ruppin Evakuierung über die Drehleiter
Lokales Ostprignitz-Ruppin Evakuierung über die Drehleiter
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00:46 29.04.2018
Übungsfahrten mit der Drehleiter gehörten zum Ausbildungsprogramm. Quelle: Sandra Bels
Kyritz,

Einen eindrucksvollen Einblick in ihre Arbeit gab am Sonnabend die Kyritzer Feuerwehr. Sie übte am Wohnblock in der Straße der Jugend, der kurz vor dem Abriss steht, was im Ernstfall zu tun ist. Bei fünf Aufgängen mit jeweils acht Wohnungen wären dann Menschen aus 40 Wohnungen zu evakuieren. „Wir rechnen pro Haushalt mit durchschnittlich drei Personen“, sagt Einsatzleiter Frank Brüggemann.

Das Szenario eignete sich gut für eine stadtübergreifende Übung. Deshalb waren auch die Wehren aus Wusterhausen, Kötzlin, Teetz und Rehfeld dabei und der Rettungsdienst. Laut Brüggemann hätte zudem eine Sondereinsatzgruppe des Rettungsdienstes gebildet werden müssen. Darauf wurde bei der Übung jedoch verzichtet.

Nach der Theorie ging es zum Wohnblock

Nach einer theoretischen Einweisung unter anderem mit der Wärmebildkamera ging es zum Wohnblock. Es qualmte aus den Fenstern. Der Rauch erschwerte die Sicht. Dort hieß eine Aufgabe „Menschenrettung mit tragbaren Leitern“. Eine unbekannte Anzahl Personen war ausfindig zu machen und in Sicherheit zu bringen.

Die Feuerwehr Kyritz übt an einem alten Wohnblock mit Wärmebildkamera und Drehleiter die Evakuierung von Personen und die Brandbekämpfung.

Die Feuerwehrleute kamen zum Einsatzort, mussten erst einmal das Chaos erfassen und dann die Kräfte und Mittel der Situation entsprechend einteilen. Abschnitte wurden gebildet, eine Skizze zum Erfassen von Personen gezeichnet. „Wir haben festgestellt, dass wir allein dafür mehr Zeit als gedacht benötigen“, so Brüggemann, der von der gegenüberliegenden Straßenseite am Einsatzwagen die Arbeiten und das Geschehen beobachtete.

Geübt wurde in zwei Gruppen am Vormittag und nach dem Mittagessen. Die Aufgabe war gleich. Dabei ging es aber nicht um Schnelligkeit. „Wir sind alle Schritte ganz in Ruhe und ohne Hektik durchgegangen, um im Ernstfall gut gerüstet zu sein“, so Brüggemann. Es sei bei der Übung vielmehr darum gegangen, dass die Gruppenführer mögliche Fehler erkennen und sofort korrigieren können.

Schaulustige standen am Straßenrand

Das Feuerwehraufgebot im Wohngebiet lockte natürlich allerlei Schaulustige an. Und sie bekamen richtig was zu sehen, ohne dass sie dafür gerügt wurden. Über die Drehleiter der Feuerwehr wurden Dummies gerettet, die später nebeneinander wie echte Verletzte auf der Wiese gegenüber lagen und auf weitere Betreuung warteten.

Für den vierjährigen Arne war der Tag ein ganz besonderer. Der Kleine will Feuerwehrmann werden. Zu Weihnachten hatte sein Vater Björn Trilck, der sein großes Vorbild und natürlich auch Feuerwehrmann ist, ihm eine selbst gebastelte Feuerwehrausrüstung geschenkt und versprochen, dass er einmal an einer Übung teilnehmen darf. Nun war es soweit. Stolz lief Arne neben Papa bei der Übung und war der Star des Vormittags. Björn Trilck hatte die Mini-Ausrüstung aus ausgesonderten Geräten für den Filius zurechtgeschnitten.

Von Sandra Bels

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