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Ostprignitz-Ruppin Filmreihe lockt in das Kloster Stift
Lokales Ostprignitz-Ruppin Filmreihe lockt in das Kloster Stift
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12:33 15.11.2017
Mehr als 25 Besucher folgten der Einladung zum polnischen Film „Ida.“ Quelle: Christamaria Ruch
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Heiligengrabe

„Das Thema Kloster als Raum eines extremen Lebens interessiert mich“, sagt Ingrid Lucia Ernst. Die Berlinerin besuchte am Dienstagabend das Kloster Stift zum Heiligengrabe. Dort lief im Rahmen der Kulturreihe „Wenn Gott ins Kino geht“ der polnische Film „Ida.“

Im Januar dieses Jahres startete Äbtissin Erika Schweizer diese Filmreihe. Die dunkle Jahreszeit ist für die Filmschau reserviert – Januar und Februar sowie November und Dezember. Mit diesem Kulturformat schlägt die Äbtissin jeweils auch eine Brücke zum Sonntagsgottesdienst. Film und Gottesdienst treten in Zwiesprache und bilden eine Einheit. „Wir haben hier ein wechselndes Publikum“, erinnerte sich Erika Schweizer an die Zuschauer der ersten beiden Abende.

„Die Thematik von „Ida“ interessiert uns“, sagte Ingrid von Lewinski aus Horst. „Kino hier im Kloster ist genau richtig und diese Filme sind etwas Besonderes“, sagte Eberhard von Lewinski. Ingrid Lucia Ernst bewegt das „Leben im Kloster abseits von allem.“ Auch deshalb besuchte sie den Filmabend. „Dieser Film greift ja die Thematik von einem Leben im Kloster auf“, so Ernst. Besonders die Umgangsformen, Rituale, Lebensweisen im Zisterzienserinnenkloster sind für sie von Interesse. „Ich suche auch eine eigene Annäherung an das Kloster.“ Monika Schnell aus Wittstock gesellte sich ebenfalls zum Publikum beim Filmabend. „Ich bin heute das erste Mal bei dieser Veranstaltungsreihe, weil mich die Thematik interessiert.“

Äbtissin Erika Schweizer greift die Filminhalte auch im Gottesdienst auf. Quelle: Christamaria Ruch

Im Vorfeld des Filmabends gab es Missverständnisse in der Kommunikation. Bei der Uhrzeit und dem Ort tauchten widersprüchliche Aussagen seitens des Kloster Stifts auf. Dennoch fanden mehr als 25 Zuschauer den Weg und folgten der Einladung zu „Ida.“ Mit Blick auf den Film sagte Äbtissin Schweizer: „Die Ästhetik dieser konträren Lebensgestalten berührt sehr.“ Damit meinte sie die 18-jährige Novizin Anna, die sich 1962 in Polen auf ihr Gelübde vorbereitet. Doch dann wird das Waisenmädchen von der Äbtissin ihres Klosters vor eine überraschende Aufgabe gestellt: Sie soll ihre Tante als letzte verbleibende Verwandte besuchen. Kommunismus, Antisemitismus und Katholizismus prallen in dem Film aufeinander. Die inneren Konflikte beider Frauen treten fast beiläufig zum Vorschein. „Das ist eine bewegende und existenzielle Thematik“ kündigte Erika Schweizer dem Publikum an.

Das Kloster Stift zum Heiligengrabe fungiert als Schnittstelle zwischen geistlichem und weltlichem Leben. Quelle: Christamaria Ruch

In ihrer Predigt am kommenden Sonntag wird Schweizer „die Schwingungen dieses Films aufnehmen. Das spiegelt sich auch in den Gebeten wieder“, sagt sie. Und: „Das ist spannend, den Gottesdienst im Zusammenhang zum Film zu halten.“ Dennoch legt sie Wert darauf, dass das eine Predigt wird und keine Rezension zum Film. „Das alles sind Filme, die unter die Haut gehen und menschlich bewegen“, sagt Erika Schweizer. Und: „Filme vermitteln die Lebenswirklichkeit mit all ihren Problemen und Schönheiten.“ Im kommenden Jahr wird „Wenn Gott ins Kino geht“ wegen der guten Resonanz fortgesetzt – wieder mit vier Filmabenden. Dabei möchte die Äbtissin mit diesen Filmen erneut eine andere Sicht auf Lebensfragen lenken. Es handelt sich nicht unbedingt um religiöse Filme im engeren Sinne. Vielmehr geht es um existenziell eingehende Erzählungen oder Dokumentationen. Die Filme stecken voller Spiritualität und nähern sich wie die Bibel vielen Lebensthemen.

Am Mittwoch, 13. Dezember, um 18.30 Uhr steht „Smoke“ von Wayne Wang im Kloster Stift auf dem Programm. Gottesdienst zum Film ist am Sonntag, 17. Dezember, um 10 Uhr in der Heiliggrabkapelle.

Von Christamaria Ruch

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