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Filmwoche in Wittstock eröffnet

Wittstock Filmwoche in Wittstock eröffnet

Die Filmwoche anlässlich des 70. Geburtstages der Deutschen Film AG (Defa) wurde am Dienstagabend im Wittstocker Kino Astoria eröffnet. Das Publikum sah nicht nur den Film „Karla“ von 1965, sondern bekam auch eine süffisante Plauderei mit der Hauptdarstellerin Jutta Hoffmann kredenzt.

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Schauspielerin Jutta Hoffmann mit Moderator Günter Lutz im Kino Astoria in Wittstock

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Jutta Hoffmann hält kurz inne: „Wollt ihr das wirklich alles hören?“, fragt sie in die Runde, nachdem sie von ihren ersten Schritten in die Schauspielerei erzählt hat – von ihrer frühen Kindheit, die sie „unter den Schminktischen der Schauspieler oder auf der Treppe“ verbracht habe, weil ihre Eltern eine enge Freundschaft zu Schauspieler Heinz Rosenthal verband. „Ich soll mich eines Tages vor dem Spiegel gedreht und gesagt haben: Ich möchte auch, dass die Leute über mich weinen und lachen.“ Mit einem lauten Ja bestätigt das Publikum, dass es sich gern noch ein wenig weiter auf den Lebensweg Jutta Hoffmanns begeben möchte.

Über den roten Teppich ins Haus

Es ist früher Dienstagabend. Soeben hat die 6. Wittstocker Filmwoche im Kino Astoria begonnen. Zum 70. Geburtstag der Deutschen Film AG geht es natürlich um Defa-Filme. Die Besucher werden standesgemäß über einen roten Teppich ins Haus geleitet. Noch bis zum Sonntag stehen täglich verschiedene Produktionen auf dem Programm – mit Gästen, die an den jeweiligen Produktionen beteiligt waren. Den Auftakt machte „Karla“, ein Schwarzweiß-Streifen von 1965 mit Jutta Hoffmann in der Hauptrolle. Die spielt sie an diesem Abend gleich doppelt. Denn bevor der Film beginnt, wird sie von Kulturamtsleiterin Dorothea Stüben nach der Begrüßung an einen Stehtisch vor der Leinwand gebeten, wo Moderator Günter Lutz wartet. Eigentlich sollte dieser kleine Ausflug in ihr Leben erst nach der Vorstellung stattfinden, aber ihre Gesundheit sei etwas angeschlagen. So wird die Runde auf ihren Wunsch hin an den Anfang verlegt.

Das Ziel mit festem Willen verfolgt

Im süffisanten Plauderton erzählt Jutta Hoffmann von ihrem festen Willen, ihren Berufswunsch Schauspielerin umzusetzen. „Niemand hat je daran gezweifelt, dass es so sein wird“, sagt sie. Auch aus ihrer direkten Art macht sie keinen Hehl. „Ich hab’ schon manchmal eine große Klappe. Dann gibt es einen Konflikt. Der wird ausgetragen, und meist gewinn’ ich.“ Über das Verbot von „Karla“ auf dem 11. Plenum der SED Ende 1965 sagt sie: „Dann denkt man: Das passiert. Wie Fontane sagt, seinen Neigungen folgen und die Konsequenzen tragen. Also, schauen, wie geht’s weiter.“

Ihr künstlerischer Weg habe viel mit Glück zu tun gehabt. Obwohl sie 1982 in den Westen ging, besitze sie auch immer noch ihren alten DDR-Pass. Auf die Frage einer Zuschauerin, ob sie in Filmrollen auch eigene Kleidung trage, bekennt Jutta Hoffmann, dass „ich ein Faible dafür habe, da reinzuquatschen“, außer bei historischen Filmen. Zu ihren ganz persönlichen Lieblingsfilmen zähle sie übrigens „Spur der Steine“ mit Manfred Krug. Filme sagt sie, seien immer nur ein „Modell von Welt“, das auch Platz für eigene Gedanken lassen soll.

Ohrringe statt Südfrüchte

Und natürlich dürfen bei so einer Runde auch kleine Anekdoten nicht fehlen. So erinnert sich Jutta Hoffmann, dass Schauspielerin Agnes Kraus am Rande einer Preisverleihung in Paris nicht etwa Essen, Südfrüchte oder Kinderklamotten wie andere Kollegen aus der ehemaligen DDR gekauft habe, sondern große auffällige Ohrringe. Ihr Kommentar dazu sei gewesen: „Falls ich mal ’ne Nutte spiele.“

Nach gut einer halben Stunde der unterhaltsamen Plauderei verlässt Jutta Hoffmann den Saal – und überlässt ihrer Filmrolle den zweiten Höhepunkt des Abends.

Termin: Heute werden innerhalb der Filmwoche im Kino Astoria um 9.30 Uhr „Der Froschkönig“ und um 18 Uhr „Holtz – Gespräche um nichts“ gezeigt.

Von Björn Wagener

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