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Ostprignitz-Ruppin Firma bildet bald Lokführer aus
Lokales Ostprignitz-Ruppin Firma bildet bald Lokführer aus
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11:26 23.11.2017
Quelle: dpa (Symbolbild)
Neustadt

Leerstand von Verkaufs- und Geschäftsräumen bietet kein schönes Bild und ist nicht nur in Neustadt ein Problem. Doch in der Pferdestadt hat man derzeit verstärkt damit zu tun. Der bereits erfolgte Umzug eines Discounters an einen neuen Standort sowie der Neubau zweier weiterer Großmärkte schafft Leerstand, der nicht so schnell zu füllen sein wird. Gähnende Leere zum Beispiel auch in der Robert-Koch-Straße in dem Wohn- und Geschäftshaus, das nach der Wende am Standort des einstigen Kaufhauses entstand.

Und was wird eigentlich aus den ehemaligen Verkaufs- und Verwaltungsräumen des Autohauses König & Platen, direkt gegenüber vom Bahnhof? Diese Frage beschäftigt die Neustädter, seitdem die traditionsreiche Firma ihren Hauptsitz nach Neuruppin verlegte und nur noch die Werkstatt im ehemaligen Stammhaus verblieb.

Doch seit einiger Zeit war zu bemerken: Es tut sich etwas. Hinter der langgezogenen Schaufensterfront des ehemaligen Ausstellungsraumes des Autohauses werkelten Handwerker. Und seit einigen Tagen prangt nun über der Eingangstür auch ein neues Firmenschild: Es gehört der Firma „Delphi Personal“.

Horst Vogt (r.), Mitinhaber der Firma „Delphi personal“, und sein Geschäftsführer Holger Lück vor den neuen Geschäftsräumen. Quelle: Renate Zunke

Das Unternehmen hat sich seit der Gründung im Jahr 2010 dynamisch entwickelt und muss deshalb räumlich expandieren. Der Weg von vorher zwei kleinen angemieteten Büros im Obergeschoss zu den unteren großzügigen Räumlichkeiten im ehemaligen Autohaus war nicht sehr weit. Man brauchte Technik und Mobiliar lediglich eine Treppe herunter zu tragen.

Ihr Betätigungsfeld haben die Mitarbeiter der „Delphi Personal“ eine Leiharbeitsfirma, mit dem Neustädter Bahnhof gegenüber ebenfalls im Blick. Horst Vogt aus Neustadt, einer der vier Gesellschafter, erklärt: „Wir vermitteln Lokführer, Wagenmeister und Rangierer an die rund 400 Unternehmen, die in Deutschland im Bahnsektor tätig sind.“ Die Firma ist deutschlandweit im Einsatz, konzentriert sich mit den Leistungen jedoch hauptsächlich im Umfeld der zurzeit 14 Mitarbeiter. Das ist der Raum um Halle, Leipzig, Merseburg sowie Frankfurt (Oder), Magdeburg, Berlin, Hannover.

Deutschlandweit fehlen 2000 Lokführer

In Deutschland würden zurzeit etwa 2000 Lokführer fehlen, 800 bei der Deutschen Bahn und 1200 bei den Privatbahnen, so Holger Lück, Geschäftsführer der „Delphi Personal“. Hier will man gegensteuern: Die neuen, größeren Räume sind auch deshalb notwendig, weil das Unternehmen eine eigene Ausbildungsstätte in Neustadt etabliert und hier auch die jährlichen Schulungen der Mitarbeiter erfolgen werden.

Horst Vogt erklärt: „Wir wollen nicht abwarten, sondern die Leute schon kennen, die wir dann einstellen.“ Im Klartext: Bewerben, um den Beruf eines Lokführers zu erlernen, können sich jederzeit Männer und Frauen ab einem Mindestalter von 21 Jahren. Auch 50-Jährige bekommen noch eine Chance, wenn die Voraussetzungen stimmen. Man sollte Interesse am Beruf des Eisenbahners mitbringen und idealerweise schon einen technischen oder gewerblichen Beruf erlernt haben.

Die Gesundheit muss stimmen

Und die Gesundheit muss natürlich stimmen. Lokführer müssen sich alle drei Jahre einem Gesundheitstest unterziehen. „Dass man nach der einjährigen Ausbildung, die Theorie und Praxis umfasst, einen Job als Lokführer bei Zahlung über Tarif bei uns bekommt ist sicher“, verspricht Horst Vogt. Und er erklärt weiter: „Zeitarbeit besitzt zu Unrecht einen schlechten Ruf. Man wird bei uns nicht immer hin und her geschickt“.

Vogt ist vom Fach und weiß wovon er spricht. Erlernte er doch von 1976 bis 1978 selbst den Beruf des Diesellokschlossers in Wittenberge, und arbeitete danach in Neustadt als Rangierlokführer, später als Streckenlokführer.

Nach der Wende war er noch bis 1995 auf dem Neustädter Bahnhof fest angestellt, bis 2002 in Wittenberge. Als die Bahn immer mehr Personal entließ, nahm er sein Schicksal in die eigenen Hände und machte sich selbstständig als Mitinhaber der Firmen „Delphi Personal“ in Neustadt und „Ame Raillogistik“ in Wittenberge. Beide Firmen vermitteln deutschlandweit Mitarbeiter an Bahnunternehmen.

Von der Pike auf gelernt

Und noch aus einem anderen Grund ist Vogt in Neustadt kein Unbekannter. Sorgte er doch im vergangenen Jahr mit dem Erwerb des alten Lokschuppens des Neustädter Bahnhofs dafür, dass das mehr als 100 Jahre alte markante Backsteingebäude nicht weiter dem Verfall preisgegeben ist. Das Dach ist inzwischen fertig, das Fachwerk ausgebessert. Nun sind Fassade und Fenster sowie der Innenausbau an der Reihe. „Die alte Drehscheibe und der Wasserkran im Außenbereich werden demnächst ebenfalls optisch aufgearbeitet“, verspricht Horst Vogt. So geht Eisenbahngeschichte in Neustadt nicht verloren. Und mit der Ausbildung von Lokführern wird in Neustadt ebenfalls an Eisenbahntradition angeknüpft.

Von Renate Zunke

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