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Fischer haben auch bei Eis genug zu tun

Kampehl Fischer haben auch bei Eis genug zu tun

Eis im Netz kommt nicht gut: Auch wenn die Fischer wegen geschlossener Eisdecke nicht auf den See fahren können, bleibt für sie genug zu tun. Dann ist Innendienst angesagt. Auch für Fischer Dirk Mielke. Frischfisch, der noch in Wasserbehältern schwimmt, ist für den Verkauf vorzubereiten und wird zum Teil geräuchert.

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Dirk Mielke aus Kampehl hat auch trotz gefrorener Seen genug zu tun: In den Hälterbecken unterm Scheunendach wartet noch viel Fisch auf die Verarbeitung.

Quelle: Wolfgang Hörmann

Kampehl. Plötzlich war sie da, die Kälte. Nun sind in der sechsten Jahreswoche Minusgrade von bis zu zehn Grad in den Nächten nichts Ungewöhnliches. Man muss sich nur drauf einstellen. Und wachsam sein. Für Fischer Dirk Mielke bedeutete es, die Netze noch bei offenem Wasser einzuholen und das Boot auf den Trailer zu hieven, um es mit nach Kampehl zu nehmen, wo er mit Ehefrau Nancy wohnt. Denn Eis in den feinen Maschen macht sich nicht sonderlich gut. Bisher war die Gefahr gering. Es ging ja diesen Winter lange gut mit dem Fischen.

Jetzt war eben vorübergehend Innendienst angesagt, Aufräumarbeiten, auch im eigenen Wald. Der aufgetaute Vorrat aus der Frostung und was an gehältertem Frischfisch noch in den mit Sauerstoff angereicherten Wasserbehältern schwimmt, ist für den Verkauf vorzubereiten, zum Teil geräuchert.

Bei Eisdecke ist für Fischer Innendienst angesagt

„Hältern ist die zeitlich befristete Aufbewahrung von lebendiger Ware ohne Fütterung“, erklärt der 44-Jährige fachmännisch. Auch wenn er wegen geschlossener Eisdecke nicht rausfahren könne, müsse der Handel vor Ort in Kampehl oder an Markttagen ja weitergehen. Dazu wird regelmäßig Fisch vom Großmarkt in Rostock hinzugekauft.

Dirk Mielke bewirtschaftet 550 Hektar Wasserfläche, davon machen Ober- und Untersee rund 500 Hektar aus, die restlichen 50 steuert der Bückwitzsee bei. Mielkes Auftraggeber ist der Deutsche Anglerverband (DAV). Der wiederum fungiert als Hauptpächter bei den kommunalen Eigentümern.

Das Verhältnis zwischen Profi-Fischer und Freizeitanglern ist nicht immer das beste. Für manchen der Petrijünger hat er wohl zu viel in den Netzen und Reusen. Sie fürchten um ihren Fang, was Mielke nicht nachvollziehen kann. „Bei der Fläche, die uns allen zur Verfügung steht, dürfte sich keiner benachteiligt fühlen.“ Mehr sagt er nicht. Auch nichts Konkretes zum Verlauf des vergangenen Jahres. „Alles normal gewesen. Keine großen Ausschläge nach oben oder unten.“

Dann räuchert man beispielsweise Fischreserven

Dabei hatte Fischer Mielke aufmerksam wie immer seine Reviere im Blick. Dass er von weit mehr als einem Dutzend Fischarten ausgeht, die sich in den Seen tummeln, hat damit zu tun, dass er sie alle schon aus dem Nassen zog. „Meine Brotfische sind Brassen, Aal, Zander, Hecht, Barsch und Karpfen. Wenn neue Arten auftauchen, merke ich das ziemlich schnell“, so Mielke. Mit Döbel, Rapfen und Wels kamen 2017 „zugezogene Raritäten“ in die Fänge. Woher, das ist unklar. Das Vorhandensein kann von illegalem Besatz herrühren. Der Berufsfischer schließt es nicht aus, ohne das Thema zu vertiefen. Schulterzucken.

Die Kormorane machen den Fischern immer mehr zu schaffen

Redseliger wird er, wenn die Sprache auf einen schlimmen Fischräuber kommt. Dirk Mielke beobachtet seit Jahren eine immer stärker zunehmende Population des Kormorans, der sich scheinbar ungehindert vermehren kann. „Hunderte am Himmel habe ich schon beobachtet, eine einzige schwarze Wolke. Für die Vögel sind Aal und Zander Leckerbissen. Sie nehmen aber auch andere Fische, manchmal in einer solchen Menge, dass er von der Wasseroberfläche nicht mehr aufsteigen kann. Dann wird ein Teil der Beute wieder ausgewürgt und schwimmt an der Oberfläche. Hier müsste seit langem dringend gegengesteuert werden.“ Mielke, selber Jäger, setzt auf ganzjährigen Abschuss außerhalb von Schutzgebieten und Brutzeiten der Tiere. Der Fischer („Ich lebe ja selber von der Natur“) plädiert für einen „sinnvollen Naturschutz“, sieht aber derzeit keine Zeichen, die eine Lösung des Problems signalisieren. „Es ist wie mit den Wölfen. Die Behörden sehen zu, wie die Probleme wachsen, bis sie nicht mehr beherrschbar sind. Und inzwischen wächst der Schaden.“

Von Wolfgang Hörmann

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