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Fischereiaufseher an Ruppiner Gewässern

Ostprignitz-Ruppin: 115 Angelsünder gestellt Fischereiaufseher an Ruppiner Gewässern

Fischereiaufseher des Landkreises Ostprignitz-Ruppin haben im vergangenen Jahr an den Gewässern 115 Angelsünder gestellt. In 59 Fällen wurde Strafanzeige erstattet. Durch Geldbußen für Ordnungswidrigkeiten hat der Landkreis im vergangenen Jahr 2300 Euro eingenommen.

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Fischereiaufseher halten an Brandenburger Gewässern immer wieder Ausschau nach Fischwilderern.

Quelle: dpa-Zentralbild

Kunsterspring. Dass Angler an den Gewässern im Kreis Ostprignitz-Ruppin nicht immer vorschriftsmäßig handeln, beweisen 115 Anzeigen, die Fischereiaufseher im vergangenen Jahr erstatteten. In 59 Fällen wurde Strafanzeige erstattet, 56 Fälle wurden als Ordnungswidrigkeiten geahndet. Andreas Sidow, Sachbearbeiter für Tierschutz, Jagd und Fischerei bei der Kreisverwaltung in Neuruppin, zog zu Beginn des neuen Jahres Bilanz. Zum 22. Mal trafen sich Fischereiaufseher, Naturschützer und Fischer in Kunsterspring zur Fischereiaufseher-Schulung.

Die Vergehen von Petrijüngern sind vielfältiger Art: Fischwilderei und gefälschte Angelkarten, zu viele Angeln oder die Benutzung lebender Köderfische. Die meisten Anzeigen erfolgten im vergangenen Jahr im Gewässerbereich der Fischereigemeinschaft Rhinsee- Neuruppin. Dort wurden 17 Strafanzeigen und 24 Ordnungswidrigkeiten registriert.

Krawall am Dollgowsee ohne Karte mit gestohlener Angel

Eine gefälschte Angelkarte für den Ruppiner See kostete seinen Besitzer 450 Euro. Diese Strafe ereilte auch einen lautstarken Karpfenangler am Dollgowsee bei Rheinsberg. Er hatte den halben See in Beschlag genommen und beschimpfte andere Angler. Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass er bereits ein guter Bekannter der Polizei war, keine Angelkarte besaß, und sieben Angeln im Gepäck hatte, von denen eine auch noch gestohlen war. „Die Kreisanglerverbände konnten sich über die hochwertigen Karpfenangeln freuen“, sagt Andreas Sidow. Die eingezogenen Angeln werden der Jugendarbeit zur Verfügung gestellt. Durch Geldbußen für Ordnungswidrigkeiten hat der Landkreis im vergangenen Jahr 2300 Euro eingenommen.

Karpfenfischerei im Kreuzfeuer

Ein heiß diskutiertes Thema ist immer wieder das Zurücksetzen von gefangenen Fischen. Gerade von Karpfenanglern bekommen Fischereiaufseher oft zu hören, dass sie die Fische gar nicht töten wollen. In der Karpfenfischerei ist es seit längerem Tradition, gefangene Fische zu wiegen, zu vermessen, zu fotografieren und wieder zurückzusetzen. „ Damit verstößt der Angler allerdings gegen das Naturschutzgesetz“, sagt Andreas Sidow. Dort heißt es: „Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schaden zufügen.“ Deshalb ist in Deutschland das Zurücksetzen nur erlaubt, wenn der Fisch in der Schonzeit gefangen wurde. Auch das intensive Anfüttern und der Karpfenbesatz stehen immer mehr in der Kritik. „Karpfenbesatz zu verbieten, halte ich allerdings für übertrieben“, sagt Andreas Sidow. „Im Interesse der Angler sollte man Karpfen weiterhin aussetzen, allerdings in angemessenen Mengen und in dafür geeigneten Gewässern.“

Unsicherheiten gibt es derzeit bei den Fischereiaufsehern hinsichtlich des Umgangs mit Ausländern, da die Verständigung oft schwierig ist. Dass sie wie alle Angler, die geltenden Gesetze einhalten müssen, darüber waren sich an diesem Abend alle Anwesenden einig. „Wir sollten aber mit Fingerspitzengefühl und nicht gleich mit radikalen Methoden vorgehen“, sagt Andreas Sidow. „Es ist immer besser, ein Gespräch herbeizuführen. Dabei bin ich gern bereit, mich einzubringen.“

Große Fische machen Angler zufrieden

Wie der durchschnittliche Angler in der Mark aussieht, ergab eine Studie des Instituts für Binnenfischerei, die Fischereiingenieur Erik Fladung den 50 Teilnehmern der Schulung vorstellte. Von den 155 000 Anglern die in Berlin-Brandenburg 19 500 Hektar Gewässer bewirtschaften, sind 96 Prozent männlichen Geschlechts. Das Durchschnittsalter liegt bei 48 Jahren. Die Mehrzahl der Angler ist berufstätig, kommt aus einem Mehrpersonenhaushalt und ist durchschnittlich gebildet. Nach ihren Erwartungen gefragt, bekennen die Angler, dass sie auch gern mal die Natur genießen und nicht immer unbedingt einen großen Fang brauchen. „Wenn sie Fische fangen, dann sollen es große sein“, sagt Erik Fladung. „Es stellte sich heraus, wer viele große Fische fängt ist insgesamt zufriedener.“ Wünsche bleiben dennoch offen. Die Fischfänger wünschen sich bessere Park- und Zugangsmöglichkeiten, mehr Dienstleistungen an Gewässern, wie Kinderspielplätze , Bootsverleih und Imbiss-Möglichkeiten. Die Verbände sorgen sich indes um Nachwuchs. Sie wollen mehr Initiativen in die Kinder- und Jugendarbeit stecken, denn eines ist bei der Studie deutlich geworden: Die meisten Angler haben die Liebe zu ihrem Hobby bereits in der Kindheit entdeckt.

Von Cornelia Felsch

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