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Fischers Karpfen aus dem Netz

Silvesterbrauch Fischers Karpfen aus dem Netz

Fischer Harald Hagemeister aus Bad Stuer verkauft regelmäßig zum Jahreswechsel Karpfen in Wittstock – in diesem Jahr bereits zum 16. Mal. Viele Stammkunden halten ihm die Treue.

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Harald Hagemeister mit einem Silvesterkarpfen.

Quelle: Björn Wagener

Wittstock. Ein beherzter Schlag mit einem handlichen Rundholz auf den Kopf – und der Karpfen ist betäubt. Den Rest erledigt Harald Hagemeister dann mit einem kleinen Messer an der Unterseite des Kopfes. Den Handbewegungen des Fischers ist seine Routine anzusehen. Während er den Karpfen in eine Tüte gleiten lässt, wiegt und so den Preis ermittelt, hält er einen kleinen Plausch mit seinen Kunden: „Na, wie ist es jetzt so als Rentner?“, fragt er, denn viele Kunden kennt er schon lange.

„Seit 16 Jahren bin ich regelmäßig hier“, erzählt Hagemeister, der vorm Kaufland in Wittstock die Karpfen aus einer großen Wasserwanne heraus verkauft. Frischer geht’s nicht. Das wissen seine Kunden zu schätzen.

Viele von ihnen kommen regelmäßig, um sich ihren Silvesterschmaus zu holen. So wie Erhard Seeger aus Wittstock. Er muss gar nichts mehr sagen. Bereits als er in Sichtweite des Fischers kommt, hat dieser schon den passenden Karpfen herausgeholt und die nötigen Handgriffe getan. Harald Hagemeister, den alle nur Mütze nennen, kennt seine Stammkunden in- und auswendig. Als Erhard Seeger am Verkaufsstand ankommt, kann er seinen Karpfen bereits in Empfang nehmen. Zu Weihnachten hatte er sich ebenfalls schon ein Exemplar geholt.

So geht es natürlich auch, aber in den meisten Fällen kommt der Karpfen entweder Weihnachten oder Silvester auf den Tisch. „Hier in Brandenburg ist er eher zu Silvester beliebt; in Mecklenburg hingegen eher zu Weihnachten“, erzählt Fischer Hagemeister. Er selbst kommt aus dem mecklenburgischen Bad Stuer, seine Karpfen sind aus dem Schamottasee bei Krakow.

Etwa 300 Kilogramm Fisch hatte Harald Hagemeister am Mittwoch dabei. Das waren etwa 150 Tiere. Die Kundschaft komme regelmäßig. „Nur wenn es mal sehr glatt auf den Straßen ist, dann merkt man, dass die Leute aus den Dörfern lieber zu Hause bleiben“, sagt Hagemeister.

Und es sieht ganz so aus, als werde die Tradition, am letzten Tag des Jahres Karpfen aufzutischen, auch den Sprung in die nächste Generation schaffen. „Auch die Jungen essen inzwischen wieder mehr Karpfen“, sagt der Fischer. Er ist auch am Silvestertag noch einmal von 7 bis etwa 14 Uhr vor Ort, um dafür zu sorgen, dass die Wittstocker ordentliche Silvesterkarpfen auf die Teller bekommen.

Von Björn Wagener

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