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Neuruppin Fit bis zur Rente

Immer mehr Firmen machen ihren Mitarbeitern Gesundheits- und Entspannungsangebote. Auch die MAZ macht im Rahmen ihrer Gesundheitswochen mit. Fachleute halten solche Angebote für ein gutes Werbemittel auf der Suche nach Fachkräften. Trotzdem wollen manche Unternehmen ungern darüber sprechen, was sie ihren Mitarbeitern alles bieten.

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Die MAZ-Mitarbeiter konnten sich gestern beim 1. Gesundheitstag des Regionalverlages Prignitz-Ruppin von Physiotherapeuten der Region (im Bild die Neuruppiner Physiotherapeutin Andrea Niwa) und dem Osteopathen Ronald Hampe behandeln lassen.

Quelle: Peter Geisler

Neuruppin. Massagen am Arbeitsplatz, Entspannungsübungen, Yoga-Training, gemeinsames Volleyballspielen: Was früher als reines Privatvergnügen galt, erkennen immer mehr Unternehmen als wichtigen Bestandteil im Umgang mit den eigenen Mitarbeitern. Gesundheits- und Sportprogramme liegen im Trend. „Immer mehr Firmen auch in unserer Region bieten so etwas an“, sagt Christian Fahner. Bei der Regionalentwicklungsgesellschaft Nordwestbrandenburg ist sein Schwerpunkt die Wirtschaftsförderung. Fahner hat den direkten Draht zu den Betrieben und weiß um deren Probleme.

Eines der größten ist die Suche nach Fachkräften. Im Wettlauf um die besten Mitarbeiter setzen immer viele auf zusätzliche Angebote über Gehalt und Urlaub hinaus. Gesundheit und Wohlbefinden spielen eine wichtige Rolle.

Firmen bezahlen den Sportverein und bieten Entspannungskurse

Die Firma Glatfelter in Falkenhagen bei Pritzwalk wirbt im Internet offensiv mit ihren Sport- und Freizeitangeboten um Azubis. Das Unternehmen übernimmt einen Teil der Kosten für Sport-, Freizeit- und Fitnessangebote und hat zudem ein eigenes Gesundheitsprogramm aufgelegt. Die Krono-Gruppe in Heiligengrabe bietet ihren Mitarbeiten ähnliches.

Auch die MAZ greift den Trend auf und hat als Teil der Gesundheitswochen einen Präventionstag für ihre Mitarbeiter organisiert mit Massage- und Osteopathieangeboten und einer Vitaminbar mit frischem Obst, Smoothies und Salaten.

„Mit Blick auf die steigende Lebensarbeitszeit wird so etwas immer wichtiger“, sagt Andrea Schmidt von der Sparkasse Ostprignitz-Ruppin. Zusammen mit ihren Kollegen Petra Beister und Christopher Arndt betreut die Leiterin des Personalmanagements ein ganzes Programm an Wohlfühl- und Fitnessmaßnahmen für die knapp 260 Mitarbeiter der Sparkasse. Einzelne Gesundheitstage gab es schon früher. Seit 2016 arbeitet die Sparkasse noch gezielter daran, die Gesundheit ihrer Mitarbeiter zu fördern. „Von den Mitarbeitern ist das gewünscht und vom Vorstand gewollt“, sagt Andrea Schmidt. In Zusammenarbeit mit einer Krankenkasse und regionalen Anbietern gab es Ende 2016 schon Bewegungswochen mit gezielten Kursen zur Rückengymnastik oder Yoga-Übungen. Bei den Entspannungswochen Anfang dieses Jahres ging es unter anderem um Themen wie Stressbewältigung, Achtsamkeit oder Entspannungsübungen für den Alltag. Gerade bereitet die Arbeitsgruppe die Ernährungswochen vor, die im zweiten Halbjahr starten sollen.

Ziel ist es, die Mitarbeiter möglichst lange in der Firma zu halten

„Das steht alles immer unter dem Zeichen Hilfe zur Selbsthilfe“, sagt Petra Beister. Die Sparkasse will ihren Mitarbeitern zeigen, welche Möglichkeiten es gibt. „Wir haben sogar einen eigenen Sportverein“, sagt Andrea Schmidt, die Sportfreunde 1995 haben etliche Abteilungen von Leichtathletik bis Volleyball. Fortbildungen und Schulungen richten sich an die Führungskräfte – die einzubeziehen ist Schmidt und ihren Kollegen wichtig. Die Mitarbeiter sollen sich wohl fühlen – und so fit sein, dass sie möglichst lange im Unternehmen bleiben können.

Das ist nicht nur für Firmen ein Thema, sondern auch für öffentliche Verwaltungen. Die Stadt Neuruppin ist mit rund 500 Arbeitern, Angestellte und Beamten einer der größten Arbeitgeber in der Region. Das zunehmende Alter der Mitarbeiter sorgt für einen hohen Krankenstand. Dem versucht die Stadtverwaltung mit verschiedenen Angeboten zu begegnen. Die Stadt hat versucht herauszufinden, was die häufigsten Gründe für Krankschreibungen sind, und darauf zu reagieren.

Längst nicht alle Firmen haben das als Chance erkannt

Die Stadtverwaltung bietet in unregelmäßigen Abständen Kurse zur Rückenschule oder zu Entspannungstechniken an. „Darüber hinaus findet für die Kollegen einmal jährlich ein Gesundheitstag mit verschiedenen Akteuren statt“, sagt Rathaussprecherin Michaela Ott. Mitarbeiter können den Blutdruck messen und ihre Sehleistung testen lassen. Und es gibt Kurse, die helfen sollen, einem Burnout vorzubeugen – einem der häufigsten Gründe, dass Mitarbeiter lange ausfallen.

„Immer mehr Firmen entdecken Gesundheitsangebote für sich“, sagt auch Axel Leben von der Inkom in Neuruppin. Die städtischen Wirtschaftsfördergesellschaft hat sich das Gesundheitsmanagement groß auf die Fahnen geschrieben. Leben beobachtet die Entwicklung bei den Firmen genau. Was er dabei auch feststellt: Viele Firmen bieten ihren Mitarbeitern die Übernahme von Kosten für Sportvereine oder Präventionskurse an. „Aber öffentlich darüber reden wollen sie oft nicht“, sagt der Inkom-Chef. Dass Gesundheitsprogramme eine Wettbewerbsvorteil sind, haben offenbar noch nicht alle Firmen erkannt.

Von Reyk Grunow

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